KRIENS: Froschkönig: Skandalsänger tritt nicht auf

Der kroatische Sänger Marko Perkovic wird nun doch nicht im Krienser «Frosch­könig» auftreten. Das Bundes­amt für Migration hat eine Einreise­sperre über den umstrittenen Musiker verhängt.

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Marko Perkovic alias «Thompson». (Bild pd)

Marko Perkovic alias «Thompson». (Bild pd)

Am 3. Oktober hätte das Konzert von «Thompson» alias Marko Perkovic im Krienser «Froschkönig» über die Bühne gehen sollen. Der angekündigte Auftritt des kroatischen «Skandalsängers» wurde im Vorfeld von verschiedenen Seiten massiv kritisiert. Die Gegner werfen dem Sänger nationalistisches Gedankengut in dessen Texten vor.

Laut einer Medienmitteilung von Afrim Baftiroski, dem Inhaber des Krienser Nachtklubs «Froschkönig» hat sich nun das Bundesamt für Migration eingeschaltet und über den umstrittenen Sänger Marko Perkovic alias Thompson eine Einreisesperre in die Schweiz verhängt. Dies wurde Baftiroski heute Montag von der Kantonsspolizei Luzern mitgeteilt, wie er auf Anfrage bestätigte.

Für Ersatz ist schon gesorgt
Damit ist für Baftiroski der Fall klar. So lässt er in der Mitteilung verlauten, dass er unter der Berücksichtigung dieser neuesten Entwicklung auf den Auftritt von Thompson verzichten und einen adäquaten Ersatz für den bereits ausverkauften Abend anbieten werde. Stellvertretend werde an diesem Abend ein anderer kroatischer Superstar auftreten, der von gleicher Qualität sei. Dessen Name werde er aber erst morgen Dienstag bekanntgeben können.

Für Baftiroski sei das Eingreifen des Bundesamtes für Migration eine Erleichterung, wie er in der Mitteilung schreibt. Dadurch werde die Klausel der Konventionalstrafe für eine Konzert-Absage (von 100'000 Franken war die Rede) bedeutungslos. Deshalb könne er nun aufatmen und sich auf die kommenden Konzerte und Partys im Froschkönig konzentrieren.

Scheinbar vor einvernehmlicher Lösung
Allerdings ist Afrim Baftiroski nicht nur erleichtert über die definitive Absage des Thompson-Konzerts, wie er auf Anfrage erklärt: «Ich habe sehr viel Aufwand in diese Sache gesteckt und habe nach einem langen Diskurs mit den Behörden und dem Management von Marko Perkovic vor einer guten Lösung gestanden, die alle Beteiligten zufriedengestellt hätte. Nun ist mir das Bundesamt für Migration zuvor gekommen. Und das ist schade.»

Gusti Gretener / Zisch