KRIENS: Gaudi in der Gondel

34 Nummern erfreuten am Güdisdienstag in Kriens rund 22 000 Besucher. Zu sehen gab es zwar kaum politische Sujets mit Biss – dafür Horrorclowns und Werbung für ein skurriles Rennen.

Gabriela Jordan
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Das Böögerenne auf der Fräkmüntegg hatte einen grossen Auftritt. (Bild: Pius Amrein / LZ (Kriens, 28. Februar 2017))

Das Böögerenne auf der Fräkmüntegg hatte einen grossen Auftritt. (Bild: Pius Amrein / LZ (Kriens, 28. Februar 2017))

Gabriela Jordan
 

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Zwei Dinge sind es, die am Umzug in Kriens gefehlt haben. Keine Bange, bunte Konfetti und lustige Nummern sind nicht gemeint – die gab es zur Genüge. Was fehlte dann? Ein Hinweis vorab: Das eine vermisste sicher niemand, das andere vermutlich schon. Bei Ersterem handelt es sich um den angekündigten Regen samt Sturmböen. Dieser bleib aus, die Schaulustigen konnten die 34 Umzugsnummern bei teilweise blauem Himmel bestaunen. Aber es waren eben nur 34 statt der angemeldeten 35! So konnten nämlich die Drachenjäger aus Horw nicht am Umzug mitlaufen, da ihr Wagen mit dem Drachenkäfig die stürmische Nacht nicht unbeschadet überstanden hatte. Das Fehlen der einzigen Gastgruppe in diesem Jahr sorgte somit für einen reinen Krienser Umzug, bestehend aus Vereinen, Guuggenmusigen und Wagenbaugruppen.

Und dieser bot dank insgesamt 4000 Arbeitsstunden in der Gallihalle der Galli-Zunft allerhand! Gebaut wurde dort nämlich während zwölf Abenden an allen Wagen gleichzeitig. Das Resultat: Feuerwehr, Skihütten-Gaudi mit Schlagersongs, gfürchige Horrorclowns oder eine kulinarische Wanderung nach Italien. Herausgestochen ist das «Bööggerenne» (Nummer 20) mit der Pilatus-Seilbahn in Miniatur sowie einem simulierten Rennen auf der angebauten Rampe. «S’Bööggerenne setsch ned verpenne!» – so die Aufforderung auf dem Wagen, der auf den baldigen Anlass auf der Fräkmüntegg aufmerksam machte.

Aufgefallen ist ebenso «Golden Veloway» (Nummer 12), praktisch die einzige Gruppe, die ein politisches Sujet mit Biss zeigte. Mit dem riesigen Velo auf dem Wagen thematisierte sie «de tüüri Velowäg» zwischen Kriens und Luzern: «D Lampe dünd sich sogar sälber dimme, de Priis aber duet ned für alli stimme.»

Umzug in Kürze

  • Anzahl Nummern: 34
  • Anzahl Zuschauer: ca. 22 000
  • Stimmung: Von sonnig-fröhlich zu Beginn bis nass, kaum ging der Umzug zu Ende
  • Dauer: 90 Minuten
  • Highlight: Bööggerenne