KRIENS: Gemeinde als Käuferin für das Andritz-Areal abgeblitzt

Aus den Plänen der Gemeinde Kriens, einen Teil des Andritz-Areals zu kaufen, wird nichts. Die Firma hat einen Investor für ihr ganzes Areal gefunden.

Sandra Monika Ziegler
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Das Areal der Firma Andritz Hydro im Krienser Zentrum. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 15. September 2015))

Das Areal der Firma Andritz Hydro im Krienser Zentrum. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 15. September 2015))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Mitten im Krienser Zentrum wird in den nächsten Jahren ein Industrieareal frei. Durch die Verlagerung der Produktion kann ein Teil des Firmengeländes der Andritz Hydro AG anderweitig genutzt werden. Ob Wohnungen oder Gewerbe – den Kriensern liegt viel daran, dort eine attraktive Zentrumsnutzung zu ermöglichen. Der Einwohnerrat hat den Gemeinderat sogar beauftragt, einen Kauf des Areals zu prüfen.

Doch daraus wird nun nichts, wie der Gemeinderat in seiner Antwort auf ein Postulat von Cla Büchi (SP) schreibt. Wie der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) auf Anfrage erklärt, hat der Wasserturbinenhersteller Andritz bereits einen Investor gefunden. Um wen es sich handelt, wird noch nicht kommuniziert. Bei Andritz war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Matthias Senn weiss aber, dass der Investor bereits im Februar ein definitives Kaufangebot unterbreiten musste – und zwar für das gesamte Andritz-Areal. Das ist überraschend. Bisher war man nämlich davon ausgegangen, dass Andritz nur den Teil verkaufen will, der nicht mehr für die Produktion gebraucht wird.

Andritz hat einen neuen Standort im Visier

Der Investor wird also das ganze Areal kaufen und einen Teil davon an die Andritz Hydro AG vermieten. Damit sollen 200 bis 250 Arbeitsplätze und auch der Hauptsitz längerfristig in Kriens bleiben. Ebenso will das Unternehmen die Räumlichkeiten des östlichen Produktionsteils mit dem Servicegeschäft für noch mindestens fünf Jahre vom Investor mieten. Danach soll die Produktionsstätte an einen anderen Ort verlegt werden. Dafür wird im Umkreis von 15 Autominuten eine geeignete Liegenschaft gesucht. Erste Abklärungen sind bereits getroffen und Kontakte vermittelt. Senn: «Ein Besichtigungstermin für ein mögliches Gebäude steht bereits.»

Die Pläne für die zukünftige Nutzung der freiwerdenden Flächen seien schon weit fortgeschritten, sagt Senn. Der Investor sei auch in enger Zusammenarbeit mit dem Institut Europan zur Förderung junger Architekten. Die Gemeinde Kriens hatte zusammen mit Europan einen Gestaltungswettbewerb für das Andritz-Areal lanciert, bei dem Andritz ebenfalls involviert ist. Ziel des Wettbewerbs ist eine «nachhaltige Stadtplanung im Zentrum des Ortes, welche die historisch gewachsenen Strukturen respektiert und die industrielle Vergangenheit in der Erinnerung rückverfolgen lässt». So steht es in der Wettbewerbsaufgabe. Die Öffentlichkeit wird im kommenden Dezember über die Resultate informiert.

Unterschiedliche Preisvorstellungen

Doch weshalb will Andritz ihr Areal nicht an die Gemeinde Kriens verkaufen? Das hat zwei Gründe: Bereits im vergangenen November, als es noch bloss um einen Teilverkauf ging, wurde klar, dass sich die Preisvorstellungen der beiden Partner nicht decken. Um welche Summen es sich dabei handelte, wird nicht kommuniziert. Auch wurde damals offengelegt, dass das Unternehmen bereits andere lukrative Kaufangebote auf dem Tisch habe. Dass die Gemeinde nun aus dem Spiel ist, hat aber auch mit der neuen Ausgangslage zu tun, dass die Andritz das gesamte Areal verkaufen will. Ein Kauf der ganzen Liegenschaft war gemäss Matthias Senn nie ein Thema für die Gemeinde.