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KRIENS: «Gemeinde hätte nichts unternommen»

Hütten im Hochwald droht wegen 52 Einsprachen der Pro Natura die Abrissbirne. Geschäftsführer Samuel Ehrenbold erklärt, warum.
Auch für diese Hütte im Krienser Hochwald musste der Besitzer nachträglich ein Baugesuch einreichen. (Bild: SRF)

Auch für diese Hütte im Krienser Hochwald musste der Besitzer nachträglich ein Baugesuch einreichen. (Bild: SRF)

Interview Raphael Gutzwiller

In den letzten 30 bis 40 Jahren wurden im Krienser Hochwald zahlreiche Bauten erstellt viele davon ohne Baubewilligung. 2010 entschied das Bundesgericht nach Einsprachen der Naturschutzorganisation Pro Natura, dass ein Ferienhaus wegen fehlender Baubewilligung abgerissen werden müsse. Daraufhin aktualisierte die Gemeinde Kriens ihren Hüttenkataster für den Hochwald. Damals war nicht bekannt, wie viele Bauten sich dort genau befinden. Ging man zunächst von 90 Bauten aus, stieg diese Zahl danach auf 150. Die Besitzer der meist illegal erstellten Bauten ­mussten nachträglich ein Baugesuch einreichen. Gegen 52 der 89 Baugesuche reichte die Naturschutzorganisation Pro Natura wiederum Einsprachen ein. ­Einigen von ihnen droht nun der Abriss (siehe Kasten). Samuel Ehrenbold, Geschäftsführer der Sektion Luzern von Pro Natura, nimmt Stellung.

Herr Ehrenbold, Pro Natura hat bisher 52 Einsprachen gegen die Bauten im Krienser Hochwald eingereicht. Warum?

Samuel Ehrenbold: Es handelt sich mehrheitlich um bisher unbewilligte, illegal erstellte Bauten an problematischen Standorten. Wir haben ausschliesslich gegen solche Einsprache erhoben, die in streng geschützten Flach- oder Hochmooren oder im Wald liegen.

Wie gefährden diese Bauten die Natur konkret?

Ehrenbold: Viele der illegalen Bauten gefährden schweizweit stark bedrohte Hoch- und Flachmoore, die auf nationaler Ebene geschützt sind. Der Krienser Hochwald weist eine hohe Anzahl an geschützten Moorflächen auf. Um diese Flächen zusätzlich zu schützen, wurden in einer kommunalen Schutzverordnung Schutzzonen und Bestimmungen festgelegt. In den Schutzzonen ist etwa das Errichten von Bauten untersagt, und Terrainveränderungen sind verboten. Einige der Bauten im Krienser Hochwald sind besonders schlimm: Sie wurden direkt in diese Moore gebaut. Auch der Wald ist ein schützenswerter Lebensraum. In einigen Fällen haben wir Einsprache gegen Bauten im Wald erhoben. Solche sind im Wald nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Einsprachen sollen sicherstellen, dass die gesetzlichen Bestimmungen vollumfänglich eingehalten werden.

Das Bundesgerichtsurteil von 2010 sorgte dafür, dass die Gemeinde Kriens betreffend Baubewilligungen im Hochwald überhaupt aktiv wurde. Hätte die Gemeinde auch sonst etwas gegen die illegal erstellten Hütten gemacht?

Ehrenbold: Ich vermute, dass die Gemeinde nichts dagegen unternommen hätte. Durch den Bundesgerichtsentscheid kam sie aber unter Druck. Die Situation mit den illegalen Hochwald-Hütten war schon länger bekannt, aber die Behörden haben zu wenig unternommen. Die erste Einsprache vor dem Bundesgerichtsurteil 2010 reichten wir auch deshalb ein, weil die illegalen Bauten jahrelang einfach toleriert wurden. Mit dem Kataster der Bauten und Anlagen im Hochwald und den nachträglichen Baugesuchen wurde nun ein wichtiger Schritt unternommen.

Die Besitzer der Bauten mussten nach dem Bundesgerichtsurteil nachträglich Baugesuche einreichen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf des Bewilligungsverfahrens?

Ehrenbold: Bisher liegen uns erst drei Entscheide vor (Anmerkung der Red.: Inzwischen sind vier Fälle bekannt, siehe Kasten). Eine Bilanz zu ziehen, ist daher sehr schwierig. Das können wir erst, wenn uns weitere Entscheide vorliegen.

Wie geht das Verfahren weiter?

Ehrenbold: Der Kanton und die Gemeinde beurteilen in nächster Zeit jeden einzelnen Fall. Dabei entscheiden sie darüber, bei welchen Bauten nachträglich Bewilligungen erteilt werden. In diesen Prozess sind wir nicht involviert und erhalten anschliessend den anfechtbaren Entscheid der Behörde zugestellt.

Werden Sie diese Entscheide anfechten, wenn diese entgegen Ihren Forderungen ausfallen? Sprich: Wenn Bauten bewilligt werden.

Ehrenbold: Wird eine Baute nachträglich bewilligt, werden wir den Entscheid prüfen. Wird nicht im Sinne unserer Forderungen, die Bauten zurückzubauen, entschieden, ist in Einzelfällen eine Beschwerde gegen einen Entscheid denkbar.

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