KRIENS: Gemeinde lässt Kopftuch zu

In einem Kindergarten unterrichtet eine Lehrerin mit Kopftuch – trotz klarer Rechtslage. Dies sei im speziellen Fall verhältnismässig, rechtfertigt sich die Gemeinde.

Drucken
Teilen
Eine Kindergärtnerin unterrichtet in Kriens mit Kopftuch (Symbolbild). (Bild: Thomas Lohnes/ddp)

Eine Kindergärtnerin unterrichtet in Kriens mit Kopftuch (Symbolbild). (Bild: Thomas Lohnes/ddp)

scd. Die seit Jahren kontrovers geführte Kopftuch-Debatte erfährt in unserer Region eine Aktualisierung: Dies aufgrund einer Kindergärtnerin, die «in einer Luzerner Agglomerationsgemeinde» mit Kopftuch lehrt, wie «Tele 1» am Mittwoch meldete. Wie nun in Erfahrung gebracht werden konnte, handelt es sich um die Gemeinde Kriens.

Konvertierte Schweizerin

Die hier für Bildung und Kultur zuständige Gemeinderätin Judith Luthiger-Senn bestätigt den Sachverhalt. Es handle sich um eine zum Islam konvertierte Schweizerin, die noch bis zu den Sommerferien als Stellvertretung für rund dreieinhalb Monate befristet eingestellt worden sei. «Die vorherige Kindergärtnerin ist unverhofft ausgefallen, und wir konnten trotz grosser Bemühungen niemand anderes mit der notwendigen Qualifikation finden.» Man sei keineswegs naiv in die Situation hineingeschlittert, betont Luthiger: «Uns war sehr wohl bewusst, dass es sich um heikles Terrain handelt.» Darum habe man im Vorfeld des Entscheids auch rechtliche Abklärungen getätigt, die das Vorgehen – also die explizit befristete Anstellung, um die Weiterführung des Unterrichts zu garantieren – bestätigt hätten.

Bundesgericht stützte Verbot

Kopftücher und Lehrerinnen: Die Rechtslage in der Schweiz ist diesbezüglich klar, da in dieser Frage aus Lausanne schon länger ein Leitentscheid vorliegt. 1998 bestätigte das Bundesgericht ein vom Genfer Volksschulamt erlassenes Verbot für eine Primarschullehrerin, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen. Das Bundesgericht argumentierte, dass das Kopftuchverbot die gemäss Bundesverfassung garantierte konfessionelle Neutralität und den Religionsfrieden in der Schule schütze.

<strong>Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als Abonnent/-in kostenlos im E-Paper.</strong>

SVP fordert sofortige Aufklärung

Die SVP verlangt in einer Medienmitteilung «die sofortige Aufklärung der Umstände, weshalb eine Muslimin mit Nähe zu fundamentalistischen Kreisen an Luzerner Schulen unterrichten darf». Die Partei fordert zudem, dass geltendes Recht durchgesetzt werde. Absolut fragwürdig ist laut der Partei, dass besagte Lehrperson offenbar islamistischen Kreisen nahe stehe. So sympathisiere sie gemäss Informationen der Partei auf Facebook mit der fundamentalistischen Plattform «Die Wahrheit» und der «Islamischen Jugend Schweiz», die enge Kontakte zum von Saudi-Arabien aus finanzierten Islamischen Zentralrat unterhält – und im Juni 2011 mit Störmanövern den Abbruch einer öffentlichen Veranstaltung der Jungen SVP erzwang.