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KRIENS: Geplante Durchgangsstrasse «Süd-Allee» sorgt in Krienser Quartier für Unruhe

Die «Süd-Allee» soll dereinst als Hauptschlagader vom Südpol bis nach Horw verlaufen. Ein Teil der Allee führt allerdings mitten durch ein Einfamilienhausquartier. Dort kommt nun Widerstand auf.
Chiara Stäheli
Die Veilchenstrasse, wo geradeaus, zwischen den beiden Häusern, eine Verbindungsstrasse mit der Technikumstrasse entstehen soll. (Bild: Roger Grütter (16. September 2017))

Die Veilchenstrasse, wo geradeaus, zwischen den beiden Häusern, eine Verbindungsstrasse mit der Technikumstrasse entstehen soll. (Bild: Roger Grütter (16. September 2017))

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Die im Rahmen der Raumentwicklung von Luzern Plus geplante «Süd-Allee» löst bereits jetzt heftige Diskussionen aus. Im Entwicklungskonzept Luzern Süd ist vorgesehen, eine von Norden nach Süden verlaufende Achse zu realisieren, die vom Südpol über den Mattenhof bis hinunter zur Technikumstrasse in Horw reicht (wir berichteten). Die «Süd-Allee» soll sich durch Baumreihen sowie eine durchgehende Verbindung für den Fuss- und Veloverkehr auszeichnen.

Der Grossteil der «Süd-Allee» soll auf der bestehenden Hauptachse Arsenal-/Nidfeldstrasse realisiert werden. Damit die Allee bis zur Technikumstrasse reicht, braucht es aber ein kleines Verbindungsstück im Grenzgebiet zwischen Kriens und Horw. Konkret müsste die Veilchenstrasse bis zum Knoten Steinibach weitergeführt werden. Zudem ist der Bau einer Brücke über den Schlimbach vorgesehen.

Neue Linienführung für den 16er-Bus?

Das Projekt Veilchenstrasse gehört zu einem Teilkonzept von Luzern Süd, welches das Ge­­­- biet zwischen Pilatusmarkt und Horw-Zentrum umfasst. Zurzeit ist das Konzept in der Vernehmlassung, weshalb sich nun die Anwohner zu Wort melden. Sie sind alles andere als glücklich über diese Pläne. Auch wenn die «Süd-Allee» im Abschnitt Veilchenstrasse vor allem dem Langsamverkehr dienen soll, so braucht es doch zusätzlichen Platz für die Baumreihen und Trottoirs. Diese könnten die Grundstücke der angrenzenden Einfamilienhäuser tangieren.

Was den Anwohnern aber richtig sauer aufstösst, ist eine Idee, die im erwähnten Konzept als langfristige Option erwähnt ist. So könnte auch die Buslinie 16 künftig über die «Süd-Allee» – und damit auch über die Veilchenstrasse fahren. Die idyllische Quartierstrasse müsste dafür deutlich ausgebaut und verbreitert werden. Diese Ideen wurden den Anwohnern im Juni anlässlich eines Informationsabends präsentiert. Mark Lötscher, Präsident der Strassengenossenschaft Veilchenstrasse, erklärt die Bedenken der Anwohner: «Wir möchten die kleinräumige Quartierstruktur unbedingt beibehalten. Die Strasse soll eine Sackgasse bleiben und den Bewohnern und ihren Kindern auch in Zukunft einen sicheren Spiel- und Lebensraum direkt vor ihrer Haustür bieten.»

Hausbesitzern droht Enteignung

Zudem solle die verkehrsarme Strasse weiterhin für Quartieranlässe genutzt werden können. Sollte die Strasse für den Durchgangs- und Busverkehr ausgebaut werden, wäre dies wohl nicht mehr möglich. «Sollte die ‹Süd-Allee› tatsächlich zu Stande kommen, müssten die Anstösser am Ende der Veilchenstrasse enteignet und deren Gärten zu Verkehrsflächen umgestaltet werden», so Mark Lötscher. Einer dem ­lokalen Bedarf angepassten Fusswegverbindung im Quartier steht Lötscher jedoch positiv gegenüber.

Auch der Quartierverein Kuonimatt hat sich mit den Plänen auseinandergesetzt. Präsident Ralph Ummel meint: «Die Bewohner der Kuonimatt werden durch die ‹Süd-Allee› sehr unterschiedlich betroffen sein. Jene Anwohner, deren Grundstücke direkt an der geplanten Durchgangsstrasse liegen, zeigen massiven Widerstand.» Denn für den Bau der Strasse müssten Landenteignungen vorgenommen werden, wie bereits Mark Lötscher aufgezeigt hat. Aus diesem Grund hat der Quartierverein Kuonimatt ebenfalls einen Brief an die Gemeinde geschrieben: «In diesem bemängeln wir nebst dem geplanten Strassenbau insbesondere die ungenügende Informationspolitik. Mehrere Hausbesitzer haben nur per Zufall oder erst nach dem Infoabend im Juni von der Vernehmlassung erfahren.» Im Quartier Kuonimatt gibt es nebst Gegnern auch Befürworter des Projekts. Laut Ralph Ummel würden andere Quartierstrassen durch die «Süd-Allee» von einer Verkehrsberuhigung profitieren. So etwa die Kreuz- und Rosenstrasse, die heute vom Bus befahren werden.

Thomas Glatthard, Gebietsmanager Luzern Süd, wird gemeinsam mit den drei Gemeinden nach Ende der Vernehmlassungsfrist vom 30. September die Stellungnahmen auswerten. «Das Ziel ist es, alle eingegangenen Meinungen und Ansichten bis Ende Jahr auszuwerten und das Entwicklungskonzept dementsprechend anzupassen. Anfang 2018 wird dieses dann ans Parlament weitergereicht.» Zu den inhaltlichen Kritikpunkten, die die Quartiervereine erwähnen, will Thomas Glatthard aktuell noch keine Stellung nehmen.

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