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KRIENS: Grüne: Schützenhilfe von rechts

Der SVP-Chef unterstützt den Grünen Cyrill Wiget bei der Gemeindepräsidentenwahl – aus taktischen Gründen. Die Grünen danken es mit einer indirekten Wahlempfehlung für Patrick Koch.
Robert Knobel
«Die Kandidaturen der FDP und der CVP sind ein Angriff auf die Konkordanz.» Peter Portmann, SVP-Präsident Kriens (Bild: Neue LZ / Roger Grütter)

«Die Kandidaturen der FDP und der CVP sind ein Angriff auf die Konkordanz.» Peter Portmann, SVP-Präsident Kriens (Bild: Neue LZ / Roger Grütter)

Robert Knobel

Am 23. August wird in Kriens der Nachfolger von Paul Winiker (SVP) gewählt. Dabei kämpfen die beiden bisherigen Gemeinderäte Cyrill Wiget (Grüne) und Matthias Senn (FDP) ums Gemeindepräsidium. Überraschend: Im Unterstützungskomitee für Cyrill Wiget befindet sich auch der Krienser SVP-Präsident Peter Portmann. Er betont, dass er vorläufig noch als Privatperson im Komitee vertreten sei, da die SVP erst Anfang August entscheiden wird, welchen Kandidaten sie offiziell unterstützen will.

SVP will bürgerlichen Finanzchef

Dass sich der SVP-Präsident für den Grünen Wiget einsetzt, hat vor allem taktische Gründe: Würde nämlich Matthias Senn ins Gemeindepräsidium gewählt, würde zusätzlich zum bereits vakanten Finanzdepartement auch das Baudepartement frei. Eines von beiden müsste dann wohl Cyrill Wiget übernehmen. Doch die SVP möchte weder einen grünen Finanz- noch einen grünen Bauvorsteher im Gemeinderat.

Kommt hinzu, dass mit der geplanten Departementsreform das Gemeindepräsidium eine neue Ausrichtung erhält – der Präsident soll eine Art «Aussenminister» für Kriens werden. Diese Rolle würde gut zu Cyrill Wiget passen, findet Peter Portmann.

FDP-Kandidat im Gegenwind

Portmanns Unterstützung von Cyrill Wiget hat aber noch andere Gründe. Bei der SVP ist man nämlich sauer auf die bürgerlichen Parteien CVP und FDP, welche bei den Gemeinderatswahlen gegen die SVP antreten. Neben Patrick Koch, der für die SVP den Gemeinderatssitz verteidigen soll, kandidieren auch Simon Konrad (FDP) und Franco Faé (CVP). «Das ist ein Angriff auf die Konkordanz», ärgert sich Peter Portmann. Insbesondere Simon Konrad ist für die SVP ein rotes Tuch. Sie wirft dem FDP-Kandidaten vor, bei seiner Kandidatur eine falsche Berufsbezeichnung angegeben zu haben. So liess sich Simon Konrad auf der Gemeindekanzlei als «eidg. dipl. Textilkaufmann» registrieren – eine Bezeichnung, die es gar nicht gebe, so die SVP. Konrad sei deshalb «nicht wählbar», sagt Portmann. Simon Konrad war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Inzwischen hat er aber auf seiner Homepage die Bezeichnung geändert in «Dipl. Textilkaufmann» und gleich auch das entsprechende Diplom angehängt.

Grüne wollen SVP im Boot behalten

Auch für die Grünen ist Simon Konrad «keine Option», wie sie in einer Mitteilung am Samstag verlauten liessen. Die anderen beiden Kandidaten für den Gemeinderat, Patrick Koch (SVP) und Franco Faé (CVP), sind für die Grünen hingegen wählbar.

Eine offizielle Wahlempfehlung geben die Grünen zwar nicht ab. Doch für Parteipräsident Erich Tschümperlin ist klar: «Die SVP hat aufgrund ihrer Stärke ein Anrecht auf einen Sitz im Gemeinderat.» Wieso hat man dann keine Wahlempfehlung für den SVP-Kandidaten Patrick Koch abgegeben? «Wir konnten uns nicht zu einer Wahlempfehlung durchringen», sagt Tschümperlin. Koch sei ein valabler Kandidat, wenngleich nicht ganz unumstritten bei den Grünen. Bei einer anderen Konstellation hätte es möglicherweise für eine grüne Wahlempfehlung gereicht. «Wir haben vor acht Jahren ja auch Paul Winiker unterstützt», sagt Tschümperlin, der keinen Hehl daraus macht, dass er Winiker gerne weiterhin im Krienser Gemeinderat behalten hätte – «um die Sanierung der Gemeindefinanzen abzuschliessen».

CVP-Entscheid steht noch aus

Und wie positionieren sich die übrigen Parteien für die Ersatzwahlen von Ende August? Bei der FDP ist der Fall klar – sie tritt sowohl für den Gemeinderat als auch fürs Präsidium mit eigenen Kandidaten an. Die CVP wird demnächst entscheiden, wen sie fürs Gemeindepräsidium unterstützt. Die SP hat diesen Entscheid bereits gefällt: Sie unterstützt Cyrill Wiget. Wen die SP bei der Gemeinderatswahl favorisiert, ist hingegen noch offen. Klar ist gemäss SP-Präsident Raphael Spörri einzig, dass der FDP-Kandidat nicht in Frage kommt. Bleiben also noch Koch und Faé. Beim SP-Vorstand hat der CVP-Kandidat tendenziell bessere Chancen – ganz einfach, weil er der SP politisch näher steht als der SVP-Kandidat. Franco Faé von der CVP wird bei den Sozialdemokraten denn auch zum Hearing antreten. Definitiv entscheiden wird dann die SP-Versammlung Anfang August.

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