Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KRIENS: Grüne wollen lieber Gewerbe statt Wohnungen

Die Firma Andritz Hydro lagert die Produktion nach Deutschland aus. Dadurch wird viel Platz im Zentrum frei. Dessen Nutzung könnte zum Zankapfel werden.
Die Firma Andritz Hydro im Krienser Zentrum. Bis Ende 2016 werden hier bis zu 35 Stellen in der Produktion abgebaut. (Bild Philipp Schmidli)

Die Firma Andritz Hydro im Krienser Zentrum. Bis Ende 2016 werden hier bis zu 35 Stellen in der Produktion abgebaut. (Bild Philipp Schmidli)

Guy Studer und Dominik Weingartner

Die Hiobsbotschaft kam Anfang Juli: Die Firma Andritz Hydro verlagert die Produktion von Kriens nach Deutschland. In Kriens will man sich auf den Service sowie die Modernisierung von Wasserkraftwerken konzentrieren. Heute sind auch die Bereiche Wasserturbinen-Laufradfertigung und Beschichtung in Kriens angesiedelt. Bis Ende 2016 gehen damit in Kriens bis zu 35 Stellen verloren. Ein Sozialplan werde ausgearbeitet. Die Andritz-Gruppe ist ein weltweit tätiger Konzern mit Hauptsitz in Graz. Er liefert Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen für Wasserkraftwerke und beschäftigt 24 850 Mitarbeiter.

Durch den Abbau in Kriens wird ein grosser Teil des Firmenareals zwischen dem Schappe-Center und dem Krien­- ser Zentrum nicht mehr genutzt. Rund 12 000 Quadratmeter werden frei. Allenfalls könnten dort Wohnungen entstehen, ein Konzept dafür wurde aber noch nicht erstellt, hiess es Anfang Juli.

Bereits viele Wohnungen

Aufgrund der Lage und der Grösse hat die Gemeinde Kriens längst ein Auge auf das Gelände von Andritz Hydro geworfen. Denn gleich daneben entsteht in den nächsten Jahren das Zentrumsprojekt mit vier grossen Überbauungen. Insgesamt sollen im Gemeindezentrum unter anderem rund 150 neue Wohnungen entstehen. Bereits fertig ist der erste Teil, eine Wohnüberbauung der Luzerner Pensionskasse mit 67 Mietwohnungen. Diese liegt gleich neben dem Gelände von Andritz Hydro.

Sollen daneben also bald noch mehr Wohnungen entstehen? Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne) kann diese Frage derzeit noch nicht beantworten. Er sagt aber: «Wir haben bereits im Rahmen der Revision der Bau- und Zonenordnung bei Andritz Hydro nachgefragt, was geplant ist – ob man das Gelände weiter gewerblich oder allenfalls anders nutzen wolle.» Bisher habe der österreichische Konzern allerdings keinen offiziellen Antrag auf eine Zonenänderung gestellt.

Nutzungsmöglichkeiten diskutiert

Nun hat sich die Situation geändert. Ein möglicher Verkauf oder eine Umnutzung durch Andritz Hydro ist in Sichtweite. Der Standortleiter von Andritz Hydro in Kriens, Heinz Duner, bestätigt auf Anfrage, dass bereits ein erstes Gespräch mit dem Gemeinderat stattgefunden hat. Dabei seien verschiedene Nutzungsmöglichkeiten diskutiert worden. Jedoch werde es noch «viele Monate dauern, bis alle Möglichkeiten geprüft sind», so Duner. Auch die Frage, ob Andritz Hydro das Areal behalten oder verkaufen wird, kann der Standortleiter zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Jedoch zeichnet sich eine Umnutzung des Areals ab: «Vermutlich wird aus heutiger Sicht eine Umzonung erforderlich», sagt Duner.

Cyrill Wiget stellt klar: «Zuerst benötigt die Gemeinde einen Umzonungsantrag, danach ist eine differenzierte städtebauliche Betrachtung notwendig.» Eine sorgfältige Analyse solle zeigen, welche Nutzungen für eine gute Durchmischung «an dieser zentralen und wichtigen Lage von Kriens» sorgen könnten. «Ziel ist ein lebendiger Dorfkern.»

«Letzte Möglichkeit nicht verspielen»

Die Grünen haben bereits Pläne für das Andritz-Hydro-Areal. Bruno Bienz, Chef der grünen Einwohnerratsfraktion, fordert in einem Postulat, dass der Gemeinderat «alle nötigen Schritte für ein Handwerkerzentrum für Handwerker und Kleingewerbe auf dem Areal der Firma Andritz Hydro unternimmt». Man habe jetzt die «einmalige Chance, im Zentrum entscheidende Schritte für unsere KMU zu machen», so Bienz. Es dürfe keinesfalls passieren, dass dieses Areal ausschliesslich in die Wohnzone umgezont wird und «wir wahrscheinlich die letzte Möglichkeit zur Ansiedlung von KMU verspielen», heisst es im Postulat weiter.

Seit 2010 geplant

Die Idee eines Handwerkerzentrums in Kriens steht schon seit längerer Zeit im Raum. Bereits 2010 hat der Gemeinderat das Projekt «Handwerkerzentrum Kriens» lanciert – zusammen mit dem Gebietsmanagement Luzern Süd. Dies, weil «eine grosse Nachfrage nach Räumen für das Bauhandwerk besteht», wie der Gemeinderat damals in einer Postulatsantwort schrieb.

Gemeindepräsident Wiget sagt auf Anfrage, dass der Gemeinderat sich die Überlegung mit dem Handwerkerzentrum auch gemacht habe. «Wir werden das in die Variantenprüfung miteinbeziehen», so Wiget.

Bild: Grafik: Oliver Marx

Bild: Grafik: Oliver Marx

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.