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KRIENS: Hartes Ringen um Bahnhof Mattenhof

Wegen der regen Bautätigkeit rund um die S-Bahn-Station Mattenhof muss diese aus­gebaut werden. Wer wieviel zahlt, ist aber noch offen.
Die S-Bahn-Station Kriens Mattenhof. (Bild: Archiv Neue LZ (Roger Grütter))

Die S-Bahn-Station Kriens Mattenhof. (Bild: Archiv Neue LZ (Roger Grütter))

Christian Glaus

Nun geht es vorwärts im Gebiet Mattenhof. Am 25. Juni hat die Mobimo AG ihre Pläne für ihre neue Grossüberbauung öffentlich vorgestellt. Bereits im Herbst beginnen die ersten Bauarbeiten. Bis Anfang 2019 sollen alle Gebäude bezugsbereit sein. Es entstehen rund 300 Mietwohnungen, über 20 000 Quadratmeter Bürofläche, über 7000 Quadratmeter Ladenfläche und ein Hotel mit 155 Doppelzimmern (Ausgabe vom 26. Juni). Bereits am Laufen sind etwas entfernt die Bauarbeiten für die Überbauung Schweighof. Dort entstehen bis zu 600 Mietwohnungen sowie vier Gewerbe- und Dienstleistungsgebäude.

Bis zu 10 000 Passagiere pro Tag

Wenn in die neuen Gebäude Leben kommt, wird auch die S-Bahn-Station Mattenhof massiv mehr beansprucht. Heute liegt die Frequenz bei 1000 Personen pro Tag. Künftig dürfte sie – je nach Schätzung – zwischen 5000 und 10 000 Personen liegen. Die Station Mattenhof soll deshalb ausgebaut werden. Die Pläne werden von der Gemeinde Kriens in Zusammenarbeit mit Zentralbahn, Verkehrsverbund Luzern, Verkehrsbetriebe Luzern, Kanton, Mobimo und Stadt Luzern erarbeitet.

Neue Unterführung geplant

Auf der Krienser Seite der Haltestelle wird sich das Erscheinungsbild stark verändern. Die Ringstrasse, die unter den Bahngleisen durchführt, wird gemäss Auskunft der Gemeinde Kriens auf einem kurzen Abschnitt überdacht. Darüber wird sich der neue Bahnhofplatz erstrecken. Er reicht bis an die neuen Gebäude, welche die Mobimo erstellt, und liegt somit auf dem Grundstück der Investorin. Die Bushaltestellen Mattenhof werden beide vor der S-Bahn-Haltestelle liegen. Zudem ist eine neue Personen­unterführung in der Mitte der S-Bahn-Haltestelle geplant, sodass die Passagiere keine Umwege mehr laufen müssen. Die beiden bestehenden Unterführungen bleiben erhalten.

Platz für längere Züge

Im Zuge des Ausbaus werden die Perrons überdacht und verlängert: um 30 auf neu 190 Meter. «Wir haben diese Länge als Mindeststandard für unsere Haltestellen definiert», sagt Richard Blättler, Leiter Entwicklung Infrastruktur der Zentralbahn. So habe man noch Spielraum, falls künftig längere Züge verkehren sollten. Die Arbeiten werden gemäss Cyrill Wiget, Krienser Gemeindepräsident a. i., in zwei Etappen ausgeführt: Der Bahnhofplatz nördlich der Ringstrasse bis 2018, später folgen der südliche Teil des Bahnhofplatzes sowie der Umbau der Haltestelle inklusive Personenunterführung. Am Mattenhof werden nicht nur Busse der ­Linie 16 (Horw Spitz-Kriens ­Busschleife), sondern neu auch der Linie 14 (Horw Zentrum-Brüelstrasse) halten.

Mobimo muss mitzahlen

Geht es um die Kosten für den Ausbau – und insbesondere um die Kostenverteilung – gibt sich Wiget zurückhaltend. Fakt ist, dass sich neben der Gemeinde Kriens und der Stadt Luzern auch die Mobimo finanziell beteiligen muss. Dies wurde vor dem Verkauf des Krienser Grundstücks an die Mobimo so vereinbart. In der Botschaft des Gemeinderats zur Abstimmung vom 3. Februar 2013 hiess es: «Die Arealentwicklerin muss einen finanziellen Anteil an die Erweiterung und Gestaltung der ­S-Bahn-Station Mattenhof mit Bahnhofplatz leisten.» Ein eigentlicher Kostenteiler oder die Höhe des Beitrags wurden vor dem Verkauf des Mattenhofareals an Mobimo aber offenbar nicht ausgehandelt. Die Verhandlungen dazu laufen. Laut Wiget geht es um «namhafte Beträge», die Mobimo leisten muss.

Bei Mobimo hat man bereits eine klare Vorstellung, wie die Beteiligung aussieht. Mediensprecherin Christine Hug erklärt auf Anfrage: «Mobimo stellt der Gemeinde Kriens den Bahnhofplatz inklusive Belag zur Verfügung sowie die bauliche Anpassung der bestehenden Unterführung.» Über Kosten könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts gesagt werden. Der Gemeinderat dürfte sich wohl eine grössere Beteiligung von Mobimo vorgestellt haben. Cyrill Wiget sagt dazu lediglich, die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen.

«Fairer Verhandlungspartner»

Wie zu vernehmen ist, verhandelt Mobimo hart, versucht also die Beiträge tief zu halten. Wiget äussert sich dazu nicht, sagt aber: «Ich glaube daran, dass die Mobimo Wort halten wird». Christine Hug betont: «Mobimo ist ein fairer Verhandlungspartner. Wir legen grossen Wert auf eine gute Partnerschaft mit der Gemeinde Kriens, der Stadt Luzern und den weiteren Geschäftspartnern.» Mobimo hatte das 5400 Quadratmeter grosse Grundstück der Gemeinde Kriens für 4,3 Millionen Franken erworben. Die Grünen und Jungen Grünen ergriffen erfolgreich das Referendum, weil sie den Preis für zu tief hielten. In der Abstimmungsbotschaft liess der Gemeinderat durchblicken, dass ein höherer Landpreis erzielt werden könnte. Er schrieb: «Dem Gemeinderat ist die Philosophie der Stadt­entwicklung als Mikrokosmos wichtiger als die Optimierung des Landpreises.» Um eine hohe Qualität der Überbauung zu ermöglichen und weil sich Mobimo bereit erklärte, den Ausbau der Haltestelle mitzufinanzieren, verzichtete man darauf, beim Landpreis ans Limit zu gehen.

Bleibt Kriens auf Kosten sitzen?

Dass die Gemeinde vor dem Verkauf keinen Kostenverteiler oder fixen Beitrag von Mobimo vereinbart hat, ärgert Bruno Bienz, Fraktionschef der Grünen im Krienser Einwohnerrat: «Der Gemeinderat hat es verpasst, Nägel mit Köpfen zu machen», sagt er. «Nun besteht die Gefahr, dass man das Land zu günstig an Mobimo verkauft hat und auch noch auf den Kosten für den Ausbau der ­S-Bahn-Station sitzen bleibt.» Ganz so dramatisch sieht das Cyrill Wiget nicht, baut aber Druck auf die Mobimo auf: «Sie wird schliesslich an der Qualität der Überbauung und an ihrer Unterstützung für den Ausbau der Infrastruktur gemessen.»

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