KRIENS: Hochhäuser werden gestutzt

Nach dem Crash im Parlament kommt wieder Schwung ins Projekt Eichhof West: Die Investorin der beiden Eichhof-West-Hochhäuser will die Bauten reduzieren.

Luca Wolf
Merken
Drucken
Teilen
Der Krienser Gemeinderat Matthias Senn oberhalb des Areals zwischen der Eichhof-Brauerei und dem Sonnenbergtunnel. (Bild Dominik Wunderli)

Der Krienser Gemeinderat Matthias Senn oberhalb des Areals zwischen der Eichhof-Brauerei und dem Sonnenbergtunnel. (Bild Dominik Wunderli)

Eigentlich möchte Matthias Senn derzeit nichts sagen, denn das Thema ist brisant. Dem Krienser Gemeindeammann steckt noch der Schock vom 25. April in den Knochen. Damals hat im Parlament eine Mitte-links-Allianz überraschend das Projekt Eichhof West mit den zwei 56- und 68-Meter-Hochhäusern versenkt. Seither möchten der Gemeinderat und die Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK) als Investorin am liebsten in Ruhe ein neues Projekt aufgleisen. Doch weil der Gemeinderat am Montagabend an den «Schlössligesprächen» die Parteien über das weitere Vorgehen informiert hat, sagt Senn auf Nachfrage immerhin: «Es wird eine Projektüberarbeitung geben, mit Berücksichtigung der kritisierten Punkte.» Die Höhe wird folglich reduziert? «Ja, so ist es geplant.» Wie genau das neue Projekt aussehe, sei aber noch nicht klar. Die BVK selber will sich derzeit nicht äussern, dazu sei es zu früh.

Nur noch 33 Meter hoch?

Die beiden Hochhäuser waren ausschlaggebend, dass das Projekt scheiterte – zusammen mit Vorbehalten betreffend Mehrverkehr und Qualitätssicherung. Denn die beiden Wohntürme hätten einigen dahinterliegenden Bewohnern des Sonnenbergs die Aussicht getrübt. Zudem wurde reklamiert, dass solche Bauten nicht an Hanglagen gehörten. Diese Anwohner schlossen sich zum Verein gegen bauliche Willkür zusammen und setzten Politiker und Gemeinderat erfolgreich unter Druck.

Laut Senn soll betreffend Qualitätssicherung ein Fachgremium gegründet werden, das seine Arbeit im Juni aufnimmt. Zudem werden die BVK und die Gemeinde einen runden Tisch mit allen Beteiligten organisieren.

Freude bereitet die neue Entwicklung Katrin Bernet und Erwin Rychener vom Verein gegen bauliche Willkür. Bernet: «Wir begrüssen es sehr, dass nun auch die Betroffenen in die Planung mit einbezogen werden. Und wir verlangen eine bessere Eingliederung des Projektes in die Umgebung.» Die Höhe der Bauten dürfe das Limit von 492 Meter über Meer nicht überschreiten – damit wäre die Aussicht aller Anwohner gewahrt. «Trotz dieser Bedingungen können immer noch Hochhäuser bis 33 Meter gebaut werden», rechnet Rychener vor.

Auch bei den an den Schlössligesprächen anwesenden Politikern herrscht wieder Hoffnung. Wie hoch die neuen Hochhäuser sein sollen, will freilich niemand sagen. Roland Schwizer (CVP): «Ich bin positiv überrascht über die Informationen.» Dass man über die Höhe der Hochhäuser diskutiere, sei richtig. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen Hochhäuser, aber wir setzen uns für kleinere ein. So wird der zweite Wurf ein gutes Projekt.» Ähnlich tönt es bei Thomas Lammer (FDP): «Ich bin zuversichtlich, dass es nun weitergeht.» Die Höhe der Wohntürme zu reduzieren, sei eine Option. Verhalten positiv tönts auch von Bruno Bienz (Grüne): «Der Gemeinderat muss dem Investor die qualitativen Rahmenbedingungen betreffend Verkehr und Raumplanung setzen. Wenn die Qualität des Projekts stimmt, werden sich die Grünen nicht grundsätzlich gegen die Hochhäuser wehren.»

Noch immer sauer über das Nein von Mitte-links im Parlament, sagt Martin Heiz (SVP): «Wir von der SVP stehen nach wie vor hinter dem Siegerprojekt.» Auch deshalb hat Heiz namens seiner Fraktion eine Dringliche Motion eingereicht. Diese verlangt, dass das Parlament im Rahmen der Teiländerung der Ortsplanung auf dem Eichhof-Areal eine maximale Höhe festlegt. Dies hätte eigentlich am 25. April geschehen sollen. Weil das Parlament damals aber nicht einmal auf den Bericht des Gemeinderates eintrat, wurde auch nicht über die Ortsplanung debattiert. «Wir wollen, dass der Einwohnerrat doch noch die maximale Höhe festlegt.»

Kosten: 200 Millionen Franken

Zum 200-Millionen-Projekt Eichhof West gehören nebst den Hochhäusern mit 200 Wohnungen auch ein Hotelschulcampus für 560 Studenten, ein Bürogebäude sowie ein Hotel mit 150 Betten. Die BVK will weiterhin alle Teile davon realisieren.