Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KRIENS / HORW: Widerstand gegen Aufhebung von Bahnübergängen wächst

Die Gemeinde Kriens, Pro Velo und der VCS Luzern wehren sich mit Einsprachen gegen die geplante Schliessung der Bahnübergänge Wegmatt und Krienserstrasse. Kritisiert wird insbesondere die für Velofahrer «gefährliche» Unterführung Wegmatt.
Ralph Ummel, Cla Büchi und Michael Töngi (von links) beim Bahnübergang an der Krienserstrasse. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 22. Februar 2018))

Ralph Ummel, Cla Büchi und Michael Töngi (von links) beim Bahnübergang an der Krienserstrasse. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 22. Februar 2018))

Stefan Dähler und Roman Hodel

region@luzernerzeitung.ch

Wer von der Kuonimatt zu Fuss oder per Velo nach Horw will – oder umgekehrt –, benützt die Bahnübergänge Wegmatt oder Krienserstrasse. Noch. Denn geht es nach der Zentralbahn, sollen beide aufgehoben und durch die Personenunterführung Wegmatt in Horw ersetzt werden (wir berichteten).

Doch jetzt formiert sich Widerstand gegen die Pläne: So hat der Krienser Gemeinderat entschieden, Einsprache zu erheben. «Diese richtet sich ausschliesslich gegen die Aufhebung der beiden Übergänge und nicht gegen den Neubau der Unterführung», sagt Bauvorsteher Matthias Senn (FDP). «Sollte sich eine Lösung ergeben, die den Vorstellungen der Gemeinde Kriens entspricht, sind wir bereit, die Einsprache zurückziehen.»

Damit reagiert der Gemeinderat auf ein im Einwohnerrat überwiesenes Postulat der SP. Demnach soll sich die Exekutive für den Erhalt der Bahnübergänge einsetzen. «In diesem Gebiet läuft eine gewaltige Entwicklung mit neuen Wohnungen und Arbeitsplätzen für 10000 bis 15000 Leute, genau darum braucht es diese Übergänge», sagt Postulant Cla Büchi, der selber in der Kuonimatt wohnt.

«Man vertreibt die Leute aufs Auto»

Die Einsprache der Gemeinde Kriens ist ohnehin nicht die einzige: Auch Pro Velo und der VCS Luzern erheben gemeinsam eine, wie sie am Donnerstag in einer Medienmitteilung schrieben. Sie ärgern sich beispielsweise darüber, dass auf einer Länge von 2,5 Kilometern durch die Aufhebung der beiden Übergänge die grösste Lücke zwischen zwei Bahnquerungen von heute 480 auf 620 Meter ansteigt. Das bedeutet laut Pro Velo und dem VCS Umwege und längere Reisezeiten von bis zu acht Minuten. Das sei für Velofahrer und Fussgänger unzumutbar – selbst mit Blick auf die Wartezeiten vor der Barriere von maximal bis zu drei Minuten und 40 Sekunden. «So vertreibt man die Leute aufs Auto – dabei ist dieses Gebiet ideal für Velofahrer, weil alles relativ nahe beieinander ist», sagt Michael Töngi, designierter Nationalrat (Grüne) und Präsident des VCS Luzern. Auch würden mit der Aufhebung die beiden letzten «niveaugleichen» Übergänge im ganzen Talboden verschwinden. Die Höhendifferenz durch Unterführungen stelle für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ein grosses Hindernis dar – trotz Rampen.

Grösster Kritikpunkt ist aber die von der Gemeinde Horw geplante Unterführung Wegmatt: «Diese ist viel zu eng geschnitten», sagt Töngi. «So müssten Velofahrer eine 180-Grad-Wendung vollziehen, um von der Unterführung auf die Rampe zu gelangen, völlig unbrauchbar.»

Gar als gefährlich stuft Ralph Ummel, Präsident des Quartiervereins Kuonimatt, die geplante Unterführung ein: «Ich hatte selber schon mit dem Velo einen Unfall in der ähnlich konzipierten Brändi-Unterführung.» Der Quartierverein und mehrere Anwohner wehren sich gegen die Pläne via Sammel-Eingabe, da sie nicht einspracheberechtigt sind.

Aus Platzgründen keine gerade Rampe möglich

«Wir hätten auch gerne eine Unterführung mit beidseitig geraden Rampen, doch das ist aus Platzgründen auf der Seite Kuonimatt unmöglich – man müsste dafür zwei Häuser abreissen», sagt der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP). Die Gemeinde müsse bei diesem 6-Millionen-Bauprojekt ja auch noch andere Anforderungen erfüllen, etwa bezüglich Steigung der Rampe für Menschen mit Behinderung. Kein Thema sei, die Unterführung statt bei der Wegmatt an der Krienserstrasse zu bauen. Zemp: «Dort sind die Frequenzen viel tiefer.»

Die Zentralbahn will gemäss Gunthard Orglmeister, Leiter Infrastruktur, das Gespräch mit den Einsprechern suchen und eine Einigung anstreben. Er betont aber: «Der mit 620 Metern künftig grösstmögliche Abstand zwischen zwei Querungen ist aus unserer Sicht zumutbar und immer noch komfortabel im Vergleich zu vielen anderen Bahnabschnitten im ganzen Land.» Letztlich würden sie einen klaren Auftrag des Bundes umsetzen, wonach niveaufreie Bahnübergänge durch Unter- oder Überführungen zu ersetzen sind.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.