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KRIENS: Japan «adelt» Krienser Aikido-Kämpfer

Seit über 32 Jahren ist Aikido die grosse Leidenschaft von Armin Müller (48). Seine Leistung wird sogar in Japan gewürdigt.
Gian Kamlesh
Der Krienser Armin Müller (links) ist der erste Zentralschweizer, der den 6. Dan im Aikido erhalten hat. (Bild Manuela Jans)

Der Krienser Armin Müller (links) ist der erste Zentralschweizer, der den 6. Dan im Aikido erhalten hat. (Bild Manuela Jans)

Mit stoischer Ruhe und zentriertem Blick packt Armin Müller seinen Schüler mit einem festen Griff am Arm: Schnell und hart fällt dieser auf den grünen Mattenboden des Luzerner Aikido-Dojos, der Trainingsstätte der Aikido-Sportler. Nur wenige Menschen in der Schweiz beherrschen die Kunst des Aikido in solcher Perfektion, wie es der Softwareentwickler und Ingenieur tut. Im Januar dieses Jahres wurde dem Krienser durch das Hombu Dojo in Japan der 6. Dan (6. Schwarzgurt) verliehen. Das ist eine ganz spezielle Würdigung. Die höchsten Dan-Grade werden nur für besondere und langjährige Bemühungen im Namen des Aikidos verliehen. Damit ist Armin Müller der einzige Zentralschweizer, dem diese Ehre je zuteil wurde.

Aikido ist ein Lebensweg

Mit 16 Jahren entdeckte Müller den Aikido-Kampfsport im Dojo des Judo Club Gütsch für sich. Mittlerweile kann er sich ein Leben ohne diese Kampfkunst nicht mehr vorstellen. «Die Leute vom Aikido sind meine zweite Familie geworden, und der Sport selbst ist ein sehr grosser Teil meines Lebens. Er bedeutet mir sehr viel», erzählt der 48-Jährige in derselben Ruhe, mit der er seine Duelle angeht. Seine Leidenschaft für den Sport manifestiert sich auch in seinem unnachgiebigen Trainingswillen: In den USA trainierte der Aikidoka, wie Aikido-Trainierende genannt werden, zwischen 1998 und 1999 ein ganzes Jahr lang sieben Tage die Woche unter den Fittichen seines Meisters und Vorbilds Frank Doran.

Müllers Familie kennt keine Landesgrenzen, so fühlt er sich in jedem Dojo ausserhalb der Schweiz zu Hause. Berührungsängste kennt man in dieser Kampfsportart nicht: «Die Aikidokas sind eine sehr offene Gruppe. Man kann einfach irgendwo auf der Welt ein Dojo besuchen, trainieren und ist stets herzlich willkommen.» Da das Aikido keinen Wettkampf oder Turniere kennt (siehe Kasten), steht das eigene Individuum im Zentrum: «Aikido ist ein Lebensweg, man misst sich mit sich selbst. Dein Gegenüber ist nicht ein Feind, sondern dein Partner. Respekt ist alles», erzählt der Krienser von seiner Leidenschaft. Dieser gegenseitige Respekt wird insbesondere auch gegenüber seinen Schülern – allesamt erfahrene Aikido-Lehrmeister – ersichtlich: Jeder Einzelne wird vom «Urgestein des Aikidos Luzern» mit einer herzlichen Umarmung empfangen.

Kampf für den Erhalt des Sportes

Seit über 32 Jahren widmet sich der Aikidoka, der in seiner sonstigen Freizeit mit der Fotokamera unterwegs ist oder die Stille der Natur geniesst, diesem Kampfsport. Auch nach dem Erhalt des 6. Dan ist für ihn noch lange kein Ende in Sicht: «Ich kann mir vorstellen, wie mein Meister Frank Doran Sensei, auch mit 80 Jahren noch zu trainieren.» Seinem alten Lehrmeister aus Kalifornien verdankt er, dass er überhaupt für eine Nomination in Frage kam. «Der Vorschlag der Nominierung erfolgte durch meinen Lehrer Doran Sensei, und jeweils zu Jahresbeginn werden die Neugradierungen in Japan vergeben. Es hat ein bisschen was von einer Oscarverleihung.»

Wenig Action, keine Sponsoren

Für die Zukunft kennt Armin Müller nur ein Ziel: den Erhalt der Aikido- Kultur in Luzern. Ein schwieriges Unterfangen, wie Müller selber feststellen musste. «Aikido ist keine Shaolin-Show. Es ist schwierig, sich in dieser modernen Konsumwelt zu behaupten. Unser Sport ist weniger attraktiv als andere Kampfsportarten, da wir weniger Action bieten. Sponsoren haben wir keine.»

Für seine Trainings erhält der Krienser eine minimale Spesenentschädigung. Mehrmals in der Woche gibt er Unterricht am Aikido-Dojo Luzern. «Vom Aikido kann man nicht leben. Aber hinter all der Arbeit steckt viel Herzblut.»

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