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KRIENS: Jenische werden in Kriens vorübergehend geduldet

Die Fahrenden, die seit dem Wochenende ein Gelände im Luzerner Vorort Kriens besetzen, werden dort vorübergehend geduldet. Kanton und Stadt suchen nun einem provisorischen Durchgangsplatz. Spätestens am 27. April am Abend müssen die Fahrenden den Platz aber geräumt haben.
Das besetzte Gebiet beim Pilatusmarkt in Kriens. (Bild: Philipp Schmidli)

Das besetzte Gebiet beim Pilatusmarkt in Kriens. (Bild: Philipp Schmidli)

Eine "hochwertige Delegation" von städtischen und kantonalen Vertretern traf sich am Montagnachmittag in Kriens mit Vertretern der Bewegung der Schweizer Reisenden, wie Stadtrat Adrian Borgula gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. "Hochwertig deshalb, weil es auch uns ernst ist", so Borgula. Die Gespräche verliefen kooperativ. Niemand habe Interesse an einer Eskalation.

Die Jenischen würden nun noch bis am 27. April am Abend in Kriens geduldet, sagte Borgula. In der Zwischenzeit suchen der Kanton und die Gemeinden einen neuen, provisorischen Standplatz für rund 25 Wagenplätze, wie diese in einer Medienmitteilung schreiben. Das Areal in Kriens wird ab dem 28. April für die Zentralschweizer Frühlingsmesse Luga benötigt. Zu möglichen Standorten wollte sich Borgula nicht äussern.

Weiter wurde vereinbart, dass mit Blick auf eine dauerhafte Lösung eine Arbeitsgruppe eingesetzt wird. Die Bereitstellung der Standorte liegt im Zuständigkeitsbereich der Gemeinden, heisst es. Der Kanton Luzern wird sich an dem Prozess ebenfalls beteiligen. Ebenso soll die Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" involviert werden.

Als nächstes wollen die Fahrenden den Kanton Schwyz ins Visier nehmen. Dort stünden auch keine Plätze zur Verfügung, sagte Mike Gerzner, Präsident der Bewegung gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF1. Obschon die Schwyzer Regierung Ende 2012 das Konzept "Fahrende im Kanton Schwyz" verabschiedet hatte und die Situation für Fahrende verbessern wollte. Gerade, weil im Kanton Schwyz überdurchschnittlich viele Schweizer Fahrende heimatberechtigt sind.

Leider fehle oft der Wille, Plätze zu eröffnen, sagte Gerzner weiter. Und leider gehe es nur mit solchen Protestaktionen vorwärts. Ihr Recht auf angemessene Halteplätze anerkannte das Bundesgericht 2003, 1998 wurden Fahrende vom Bund als Minderheit anerkannt.

Protestaktion in Kriens

Am Wochenende hatten sich laut Angaben der Fahrenden 50 bis 60 Wagen und gegen 500 Schweizer Jenische in der Nähe des Krienser Pilatusmarkts niedergelassen. Das Areal befindet sich zwar auf Boden der politischen Gemeinde Kriens, gehört aber der Stadt Luzern.

Mit der unbewilligten Besetzung forderte die Bewegung der Schweizer Reisenden vom Kanton Luzern zwei bis vier dauerhafte Durchgangsplätze sowie ab sofort zwei bis vier provisorische Durchgangsplätze. Zudem will sie eine Sitzung mit der kantonalen Raumplanungsbehörde. In der Stadt Luzern verlangen die Fahrenden "ab sofort" einen festen Standplatz.

In der Stadt Luzern stünde eigentlich im Gewerbegebiet Ibach ein Platz zur Verfügung. Der wird von den Fahrenden aber kritisiert, weil er sich direkt neben dem Strassenstrich befindet. Das sei nicht menschenwürdig, sagte Gerzner.

Fahrende besetzten in den vergangenen Jahren wiederholt Grundstücke in Schweizer Städten. Vor rund zwei Jahren zum Beispiel protestierte eine grössere Gruppe auf der Berner Allmend, um ihrer Forderung nach mehr Stand- und Durchgangsplätzen Gehör zu verschaffen. Die Polizei hatte das Protestcamp der Fahrenden dann geräumt.

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pd/shä/sda

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