Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

KRIENS: Kanton spart mit neuem Polizeiposten

Eigentlich hätte die Polizei ins neue Gemeindehaus einziehen sollen. Das ist dem Kanton aber zu teuer. Jetzt bringt er den Polizeiposten im Schappe-Center unter.
Beatrice Vogel
Der Polizeiposten Kriens wird ab diesem Herbst hier im Schappe-Gebäude untergebracht. (Bild Dominik Wunderli)

Der Polizeiposten Kriens wird ab diesem Herbst hier im Schappe-Gebäude untergebracht. (Bild Dominik Wunderli)

Beatrice Vogel

Eine der grössten Befürchtungen des Krienser Gemeinderats ist wahr geworden: Der Kanton Luzern lässt die Polizei nicht ins neue Gemeindehaus, das Zentrum Pilatus, einziehen. Stattdessen wird der Polizeiposten ab Herbst 2016 im Schappe-Gebäude untergebracht, wie Kanton und Gemeinde gestern mitteilten.

Staatsanwaltschaft gab Ausschlag

Für die Gemeinde Kriens ist das ein herber Rückschlag, hatte sie doch damit gerechnet, dass der Polizeiposten gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung ins Zentrum Pilatus einzieht und somit eine behördliche Einheit bildet. Zwar ist bereits seit letztem Herbst bekannt, dass die vorgesehene Miete im Neubau für den Kanton zu hoch ist. Trotzdem sagte damals Gemeindepräsident Cyrill Wiget: «Der Polizeiposten gehört ins neue Gemeindezentrum. Dadurch ergeben sich viele Synergieeffekte.» Und Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann pflichtete bei: «Gemeinde und Kanton haben ein Interesse, dass der Polizeiposten im neuen Gemeindehaus integriert werden kann.» Die Unterbringung im Schappe-Center war damals höchstens als Provisorium vorgesehen (Ausgabe vom 19. November 2015).

Der Sinneswandel des Kantons hat mehrere Gründe. Ausschlaggebend war, dass der Kanton für die neue Abteilung Wirtschaftskriminalität der Staatsanwaltschaft Büroflächen suchte. Gefunden hat er 626 Quadratmeter im Schappe-Gebäude. Auf derselben Etage war eine Restfläche von 330 Quadratmetern verfügbar, die nun für den Polizeiposten gemietet wurde. Die Fläche ist gleich gross wie jene, die im Zentrum Pilatus für die Polizei vorgesehen gewesen war. Die Nähe zur Staatsanwaltschaft sei aus organisatorischen und betrieblichen Gründen sinnvoll, da so die enge Zusammenarbeit erleichtert werde, begründet der Kanton.

Bis 50 000 Franken jährlich sparen

Ein anderer triftiger Grund ist, dass der Kanton Geld sparen kann. Einerseits fällt die Miete im Schappe-Gebäude einiges günstiger aus als im Neubau des Zentrums Pilatus. Andererseits muss nur einmal umgezogen und eingerichtet werden. Denn der jetzige Polizeiposten wird abgerissen. Bis das Zentrum Pilatus steht, hätte die Polizei in ein Provisorium ziehen müssen. Durch die neue Lösung entfällt dieser Zwischenschritt.

Laut Hans-Urs Baumann kann der Kanton mit der neuen Lösung pro Jahr mindestens 26 000 Franken, maximal sogar 50 000 Franken, sparen. Die Vollkosten – Miete, Umzug und Einrichtung – wurden auf zehn Jahre errechnet. «Wir dürfen von einer Win-win-Situation sprechen, da nun auch wieder mehr Fläche im Zentrum Pilatus für die zukünftigen Bedürfnisse der Gemeinde Kriens zur Verfügung stehen», sagt Baumann.

25 000 Franken in den Sand gesetzt

Der Krienser Gemeindeammann Matthias Senn kann der neuen Situation auch etwas Positives abgewinnen: «Das Wichtigste ist, dass Kriens weiterhin einen Polizeiposten hat.» Das Argument, dass die Polizei so nur einmal umziehen muss, sei nachvollziehbar. Aber natürlich sei es sehr schade, da schon ein grosser Aufwand betrieben worden sei und sich Polizeiposten und Gemeindeverwaltung unter einem Dach gut ergänzt hätten. «Wir haben uns sehr stark bemüht, und das Projekt war schon weit fortgeschritten», so Senn. Durch den Rückzieher des Kantons setzt Kriens einiges an Planungskosten in den Sand. «Die Gemeinde hat bisher rund 25 000 Franken an externen Planungskosten und etwa 150 Stunden Eigenleistungen investiert», sagt ­Matthias Senn. Hinzu kommen die Einnahmen aus der Vermietung der Räumlichkeiten an den Kanton, die der Gemeinde nun entgehen. Senn bedauert, dass der Kanton während der Planung nie bereit war, eine Absichtserklärung zu unterschreiben. «Wir mussten das Projekt so weit ausarbeiten, weil der Kanton dies verlangte.» Und jetzt resultiere trotzdem eine Absage. Dennoch gibt es einen weiteren positiven Punkt für die Gemeinde: Nun hat die gesamte Verwaltung im Zentrum Pilatus Platz. «Das Rektorat, die Wasserversorgung und die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde hätten in anderen Gebäuden untergebracht werden müssen», erklärt Matthias Senn. «So findet nun die ganze Verwaltung Platz, ohne dass wir noch Fläche von der Alfred Müller AG dazu mieten müssen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.