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KRIENS: Kontroverse um Neubau des Heims Grossfeld

Die SP will auf den Neubau des Heims Grossfeld verzichten. Das hätte mehrere Vorteile, ist die Partei überzeugt. Doch die Denkmalpflege könnte ihr einen Strich durch die Rechnung machen.
Christian Glaus
Das Alterszentrum Grossfeld in Kriens. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 1. Februar 2016))

Das Alterszentrum Grossfeld in Kriens. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 1. Februar 2016))

Die Differenzen könnten grösser kaum sein: Der Krienser SP-Einwohnerrat und Fraktionschef Cla Büchi stellt in einem Postulat den Neubau des Heims Grossfeld in Frage. Der Gemeinderat soll prüfen, ob das bestehende Heim Zunacher mit seinen 147 Plätzen erweitert werden kann (Ausgabe vom 18. Januar). So könnte auf den Neubau des Grossfelds, das derzeit über 102 Betten verfügt, verzichtet und das Grundstück anderweitig genutzt werden. Doch für den Gemeinderat kommt dies nicht in Frage, wie er nun in einem Bericht zum Postulat schreibt. Eine Erweiterung des Heims Zunacher sei schon 2011 geprüft worden. «Es muss also nicht noch einmal geprüft werden, ob ein Neubau auf der Liegenschaft Zunacher möglich und sinnvoll sei», schreibt der Gemeinderat in seinem Bericht. Er beantragt, dass der Vorstoss nicht überwiesen wird.

Der Gemeinderat führt diverse Gründe auf, weshalb eine Erweiterung des Heims Zunacher aus seiner Sicht nicht sinnvoll ist. So könne der Bedarf insbeson­dere an betreuten Wohnformen nicht gedeckt werden. Gegenüber einem Neubau auf dem Areal Grossfeld könne kaum Geld eingespart werden. Und der Freiraum beim Zunacher würde stark beeinträchtigt werden. «Mit einem Neubau auf der Liegenschaft Grossfeld ist nicht nur die Gefahr einer Übernutzung der Liegenschaft Zunacher, sondern auch die Gefahr einer Ghettoisierung der betagten Personen gebannt», schreibt der Gemeinderat in seinem Bericht.

SP: Zunacher könnte problemlos erweitert werden

Die Argumentation enttäuscht Cla Büchi. Er betont, dass 2014 das Raumplanungsgesetz geändert habe. Seither steht die Verdichtung und der haushälterische Umgang mit dem Boden im Vordergrund. Und: «Würde man die Baukörper etwas anders anordnen als im rudimentären Plan von 2011, müsste der Aussenbereich kaum angetastet werden», ist der Architekt überzeugt. Die benötigten Plätze liessen sich ohne weiteres auf dem Areal Zunacher realisieren. «Möglich wäre dies mit einem fünfgeschossigen Neubau und der Aufstockung des Heims Zunacher 2.»

Eine Erweiterung auf dem Zun­acher-Areal hätte laut Büchi mehrere Vorteile. So könnten Synergien zwischen den Heimen besser genutzt werden, als mit einem Neubau auf dem Areal Grossfeld. Zudem könnten auf dem zentral gelegenen Grundstück Grossfeld andere Zentrumsprojekte realisiert werden. Büchi: «Wir müssen unsere Grundstücke optimal nutzen. Das geht nur mit Verdichtung. Zudem müssen wir bei der heutigen Finanzlage um jede Einnahme froh sein. Da kämen wiederkehrende Einnahmen aus Baurechtszinsen gelegen.»

Büchi schliesst aus der Antwort des Gemeinderats, dass dieser eine Erweiterung des Heims Zunacher um keinen Preis will. «Da ist ihm jedes Argument recht.» Sozialvorsteher Lothar Sidler sagt auf Anfrage: «Es ist mein Ziel, im Grossfeld zu bauen. Der Standort ist dank kurzen Wegen ins Zentrum ideal.» Zudem sei eine Aufstockung der bestehenden Gebäude auf dem Areal Zunacher technisch nicht möglich.

Haus Grossfeld gilt als schützenswert

Wie gross die Differenzen zwischen Gemeinderat und Büchi sind, zeigt sich in folgendem Punkt: Zunacher und Grossfeld seien nur rund 250 Meter von einander entfernt, sagt Cla Büchi. Damit seien beide Grundstücke sehr zentrumsnah. Lothar Sidler spricht von einer Distanz von einem halben Kilometer. Für ­viele Betagte werde der Weg ins Zentrum damit zu weit. Laut Google Maps beträgt die Laufdistanz zwischen beiden Heimen rund 250 Meter, Luftlinie sind es etwa 200 Meter.

So sehr sich Büchi für eine Erweiterung des Heims Zunacher ins Zeug legt – eine höhere Instanz könnte ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Das Haus Grossfeld gilt nämlich als schützenswert. Die Denkmalpflege wollte dieses unter Schutz stellen. Sie hat aber davon abgesehen, weil sie das öffentliche Interesse für den Neubau eines Pflegeheims höher gewichtete als das Interesse am Erhalt des jetzigen Gebäudes. Würde man das Areal nicht für ein neues Pflegeheim nutzen wollen, würde die Denkmalpflege das bestehende Gebäude wohl unter Schutz stellen, ist Sidler überzeugt.

Welche Argumente überzeugender sind, wird sich im Einwohnerrat zeigen. Dieser entscheidet voraussichtlich an seiner Sitzung vom 13. April über Büchis Postulat. Die Kosten für eine Machbarkeitsstudie, wie sie Büchi fordert, liegen im fünfstelligen Bereich. Ergebnisse dürften innert weniger Monate zu erwarten sein.

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

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