KRIENS: Krienser Froschretter erhält Umweltpreis

Der mit 1500 Franken dotierte Krienser Umweltpreis geht dieses Jahr an den Primarschullehrer Matthias Kopp aus Kriens. Damit wird Kopps langjähriger und unentgeltlicher Einsatz zum Schutz der Amphibien im Gebiet Schlund honoriert.

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(Bild Keystone)

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Hunderte von Frösche, Kröten und Molche hat Matthias Kopp gemäss Medienmitteilung jährlich vor dem sicheren Tod bewahrt. Zusammen mit seinen Schülerinnen und Schülern stand er oft bis spät abends im Einsatz und sammelte die orientierungslosen Amphibien mit Kesseln ein. Angefangen hat alles mit der Schliessung einer Autobahnunterführung.

Massensterben im Schlund
Ab 1997 mit Beginn der Sanierungsarbeiten an der Autobahn A2 im Gebiet Schlund wurden die angestammten Wanderrouten der Amphibien zu ihren Laichplätzen beim heutigen Pilatus Markt zerschnitten. Als Folge davon verendeten Hunderte der Tiere in den Baugruben und auf den Baupisten oder sie fielen dem Strassenverkehr zum Opfer. Matthias Kopp erlebte diese Tragödie tagtäglich auf seinem Arbeitsweg mit und entschloss, zu handeln. Zusammen mit seinen Schülerinnen und Schülern sammelte er in seiner Freizeit täglich bis zu 200 Frösche, Kröten und Molche ein, welche dann im Biotop beim Schulhaus Spitz wieder freigelassen wurden.

Zehnjähriges Engagement für die Frösche
Wegen der fehlenden Laichplätze setzte sich Matthias Kopp mit seinen Schulklassen immer wieder dafür ein, dass im Gebiet Schlund ein «sicheres» Ersatzbiotop für die Amphibien geschaffen wird. Mit der Erstellung des Teiches neben dem Schlundbach konnte dieser Forderung schlussendlich Rechnung getragen werden. Rund zehn Jahre lang stand Matthias Kopp mit seinen Schulklassen während den Wanderphasen der Frösche unermüdlich im Einsatz. Mittlerweilen haben sich die Amphibien an das Ersatzbiotop und an die neuen Wanderrouten gewöhnt. Die Anzahl der auf den Strassen verendeten Frösche im Gebiet Schlund ist dank Matthias Kopps Einsatz heute fast vernachlässigbar klein.

Engagement wird gewürdigt
Seit 2004 zeichnet die Gemeinde Kriens jährlich Personen und Institutionen aus, die sich für den Umwelt- und Naturschutz einsetzen oder eingesetzt haben. Mit der Vergabe des diesjährigen Umweltpreises würdigt die Gemeinde Kriens Matthias Kopps langjährigen Einsatz zur Rettung der Amphibien im Schlund. Markus Welter, Präsident der Umwelt- und Naturschutzkommission Kriens bedankt sich im Namen der Gemeinde Kriens für diese Arbeit und überreicht dem Preisträger dazu einen Check über 1500 Franken. Gleichzeitig hofft die Gemeinde Kriens, dass Kopps naturbezogener Unterricht bei seinen Schulkindern bleibende Spuren hinterlassen hat und sie auch in Zukunft mit Respekt dem Leben gegenübertreten werden.

scd