Kriens muss jetzt vorwärtsmachen

Lena Berger, Redaktorin Stadt/Region über die Abstimmung «Zukunft Kriens – Leben im Zentrum»

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Die Luzerner Agglomerationsgemeinden entwickeln sich rasant. Während etwa in Emmen rund um den Seetalplatz die neue Viscosisstadt, Hunderte Wohnungen, Arbeitsplätze und ein neuer Filmpalast entstehen, liegt das Krienser Zentrum seit Jahren praktisch brach. Notwendige Sanierungen wurden aufgeschoben. Letzten Sommer leckte gar das Dach im früheren Hotel Pilatus, wo die Sitzungen des Krienser Parlaments stattfinden. Die Politiker von Kriens tagen in einem Gebäude, in dem bei starkem Regen Töpfe aufgestellt werden müssen, damit der Boden nicht überschwemmt wird. Das lässt tief blicken. Man kann es nicht anders sagen: Das Herz von Kriens wirkt verlottert.

In Anbetracht der angespannten Finanzlage und der steigenden Verschuldung ist es nur allzu verständlich, wenn die Krienser grundsätzlich zurückhaltend sind, wenn es ums Ausgeben von rund 60 Millionen Franken geht. Dass man erst spart, bevor man sich etwas Grösseres anschafft, ist eine gesunde Einstellung und schützt so manchen privaten Haushalt davor, Schulden anzuhäufen. Wenn es ums Krienser Zentrum geht, geht diese Strategie nicht mehr auf. Es muss investiert werden. Und zwar dringend.

Kriens wird überholt. Andere Gemeinden wie Horw, Malters und Root planen grosse Investitionen in ihre Zentren. Sie hoffen auf Wachstumsimpulse und darauf, für Zuzüger und Gewerbe attraktiver zu werden. Das gilt auch für Kriens. Allein die 200 neuen Wohnungen sollen zusätzliche Steuereinnahmen von 600 000 Franken pro Jahr generieren. So würden die 1,3 Millionen Franken relativiert, welche die laufende Rechnung ab 2018/19 aufgrund des Zentrumprojekts zusätzlich belasten werden. Netto blieben 700 000 Franken jährliche Kosten übrig.

Sagen die Krienser jetzt Nein, wird die Planung um zehn Jahre zurückgeworfen. Zahlen muss Kriens trotzdem. Der Gemeinderat rechnet damit, dass bei einer Ablehnung 25 Millionen Franken in die Sanierung der bestehenden Liegenschaften investiert werden müssten – ohne dass dafür ein Mehrwert entstünde. Jährlich würden laut Gemeinderat deshalb gar 1,1 Millionen Franken anfallen, welche die Rechnung ohne das Zentrumsprojekt belasteten.

Vor diesem Hintergrund zog Gemeindeammann Matthias Senn denn auch im Oktober in unserer Zeitung das Fazit: «Ohne die Umsetzung des Zentrumsprojekts mit seinen Wachstumsimpulsen ist die Wahrscheinlichkeit einer Steuererhöhung ab 2015 grösser als mit dem Projekt.» Dieses Versprechen einzuhalten, daran wird der Gemeinderat zu messen sein.

Die SVP bekämpft das Zentrumsprojekt. Sie argumentiert – nicht zu Unrecht –, dass der Zeitpunkt für grosse Investitionen nicht ideal ist. Auch weil weitere Investitionen anstünden – etwa bei den Schulhäusern. Man müsse die Projekte gestaffelt finanzieren. Nicht zu vergessen ist aber der zusätzliche Nutzen, der durch die einzelnen Zentrumsprojekte entsteht. Das Areal Schappe Süd soll als Kultur-/Jugendzentrum und von der Musikschule genutzt werden. Im Eichenspes erhalten Mitarbeiter von Feuerwehr und Werkhof eine dringend nötige moderne Infrastruktur. Auf dem Areal Gemeindehaus/Teiggi ist eine Wohn- und Geschäftsüberbauung geplant, die auch Alterswohnungen anbietet. Auf dem Areal Pilatus schliesslich ist der Bau eines Geschäftsgebäudes geplant, in dem auch die Verwaltung und die Luzerner Polizei untergebracht werden.

Für all diese Nutzungen müssten bei einem Nein Übergangslösungen gesucht werden müssen. Möglicherweise massiv teurere. Denn das Projekt «Zukunft Kriens – Leben im Zentrum» wird zu einem grossen Teil privat finanziert. Mit der Bruttoinvestition von rund 60 Millionen Franken seitens der Gemeinde, werden Gesamtinvestitionen von 130 Millionen ausgelöst. Die Gemeinde braucht den Wachstumsschub, den diese Gelder auslösen werden. Die Krienser sollten dem Zentrumsprojekt deshalb zustimmen.

«Feuerwehr / Werkhof Eichenspes» (Bild: PD)
18 Bilder
«Feuerwehr / Werkhof Eichenspes» (Bild: PD)
«Werkhof / Eichenspes» (Bild: PD)
Spatenstich am 26. Januar 2015 für das Feuerwehrlokal und den Werkhof im Eichenspes. (Bild: PD)
«Teiggi mit Gemeindehaus» (Bild: PD)
«Teiggi mit Gemeindehausplatz» (Bild: PD)
«Kultur / Jugend / Gewerbe Schappe Süd (mit Musikschule)» (Bild: Visualisierung PD)
«Schappe Süd» (Bild: PD)
Schappe Süd (Bild: PD)
Langmatt (Bild: PD)
«Zentrum Pilatus» (Bild: Visualisierung PD)
«Teiggi» (Bild: PD)
«Wohnpark Teiggi / Gemeindehaus-Areal» (Bild: Visualisierung PD)
«Schappe Süd» (Bild: PD)
Vorplatz mit Zentrum Pilatus aus Richtung Bellpark. (Bild: PD)
«Pilatussaal» (Bild: PD)
Zentrum Pilatus. (Bild: PD)
Die vier Teilprojekte in der Übersicht. (Bild: PD)

«Feuerwehr / Werkhof Eichenspes» (Bild: PD)