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KRIENS: Neuerungen im Grosshof bleiben aus

Als Folge der Randale im Jugend-Asylzentrum ist es zu einer Aussprache gekommen. Die Meinungen über den Verlauf gehen auseinander.
Im Asylzentrum Grosshof in Kriens sind rund 90 jugendliche Asyl­suchende untergebracht. (Bild: Nadia Schärli (24. November 2017))

Im Asylzentrum Grosshof in Kriens sind rund 90 jugendliche Asyl­suchende untergebracht. (Bild: Nadia Schärli (24. November 2017))

Nach den Ausschreitungen im Durchgangszentrum Grosshof in Kriens kam es letzten Samstag zu einem Gespräch zwischen den Jugendlichen und der zuständigen Stelle, der Dienststelle Flüchtlings- und Asylwesen des Kantons Luzern. Die rund neunzig minderjährigen Asylsuchenden konnten dabei bei der Dienststellenleiterin Silvia Bolliger ihre Anliegen vorbringen.

Das Ganze geschah aller-dings nicht ganz freiwillig: Wie unsere Zeitung weiss, wurden die Jugendlichen im Vorfeld an die Hausregeln erinnert: Wer nicht zu einem vereinbarten Termin ­erscheint, der muss folglich eine Busse von 10 Franken bezahlen.

Konstruktiv oder einseitige Belehrung?

Gemäss Silvia Bolliger verlief das Gespräch konstruktiv: «Die Jugendlichen haben ihre Haltung äussern können und wir haben unsere Beweggründe für unser Handeln klar dargelegt. Von unserer Seite ging es vor allem um die Rechtsordnung der Schweiz und den spezifischen Schutzauftrag für minderjährige Asylsuchende.» Damit es aufgrund der Sprache zu keinen Missverständnissen kommt, hat man Dolmetscher eingesetzt.

Etwas anders sehen es die ­jugendlichen Asylsuchenden: Aus ihrer Sicht ist das Gespräch wenig zufriedenstellend verlaufen. Sie seien nicht wirklich angehört worden. Die Teenager wollten beispielsweise eine neue Zimmerordnung. So, dass jene zusammen sind, die am Morgen jeweils früh raus müssen. Das würde für mehr Ruhe sorgen, sind sie sich einig. Wie unsere Zeitung von der Seite der Jugendlichen erfahren hat, habe Silvia Bolliger sie mit diesem Wunsch an die Betreuer verwiesen – wie sie es gemäss den anwesenden Asylsuchenden offenbar bei fast allen Anliegen getan habe. Ins­gesamt habe das Treffen eher den Charakter einer einseitigen Belehrung gehabt, so die jugendlichen Asylsuchenden. Fest steht: Änderungen wurden am Samstag keine vereinbart.

20 von 90 Bewohnern haben randaliert

Mitte Januar, nach den Ausschreitungen im Durchgangszentrum Grosshof in Kriens, ­haben die minderjährigen Asylbewerber via Brief Silvia Bolliger um dieses Gespräch gebeten. ­Zuvor hatten 20 der 90 minderjährigen Asylsuchenden im Grosshof randaliert, weil sie ­unzufrieden waren. Zu dieser Unzufriedenheit hat unter anderem die Reduktion der wirtschaftlichen Sozialhilfe geführt.

Die Rädelsführer wurden ­einen Tag nach den Randalen in ein anderes Zentrum gebracht. Dies hat erneut zu Unruhen ­geführt. Zweimal in Folge musste die Luzerner Polizei mit mehreren Patrouillen ausrücken. Bei den Unruhen ist geringer Sachschaden entstanden (wir berichteten).

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

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