KRIENS: Noch ein Hochhaus für Luzern-Süd geplant

Die geplante Grossüberbauung von Amberg und Epper neben der A2 beim Südpol soll mindestens einen Turm erhalten. Bei der Planung müssen die Initianten aber nun über die Bücher, weil der Bypass früher kommt – und wegen des Lärmschutzes.
Roman Hodel
Wo heute an der Krienser Arsenalstrasse die Garage Epper steht, soll mindestens ein Hochhaus gebaut werden. (Bild: Visualisierung: PD)

Wo heute an der Krienser Arsenalstrasse die Garage Epper steht, soll mindestens ein Hochhaus gebaut werden. (Bild: Visualisierung: PD)

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

Zwischen der Autobahn A2 und der Arsenalstrasse, gegenüber dem Südpol, planen die Garage Epper und die Gebrüder Amberg Bauunternehmung gemeinsam eine Wohn- und Gewerbeüberbauung. Auf den beiden Parzellen befinden sich heute eine Scheune und die Garage Epper. So viel war bislang bekannt (Artikel vom 24. Juni 2016).

Nun kommt Bewegung in die Sache. Grund dafür ist das Bundesamt für Strassen (Astra). Es will einerseits den Bypass bereits ab 2025 statt erst 2035 realisieren und andererseits schlägt es vor, dass die neuen Häuser entlang der Autobahn eine Lärmschutzfunktion übernehmen sollen. «Das stellt uns vor neue planerische Herausforderungen», sagt Stefan Epper. So beeinflusst dies etwa den Fahrplan: «Es würde nun wohl Sinn machen, wenn wir unser Projekt zur selben Zeit bauen wie der Bypass», sagt Epper und zieht als Vergleich die Allmend heran, wo sich ihr anderer Garagenbetrieb befindet: «Dort wurden Stadion, Messe und S-Bahn-Station auch gleichzeitig erstellt – das war zwar für uns eine mühsame Zeit, aber lieber alles auf einmal in drei Jahren als verteilt auf 15 Jahre.»

Ein dicker Turm – oder doch lieber zwei schlanke?

Das Projekt Amberg-Epper existiert erst in groben Zügen. Klar ist: Im Gewerbeteil würden die Garage Epper und weitere Mobilitätsanbieter Platz finden – und es soll ein Hochhaus geben, laut Zonenplan sind bis zu 60 Meter möglich. Es befände sich in bester Gesellschaft: Auf dem Nidfeld-Areal nebenan ist ebenfalls ein 60-Meter-Hochhaus projektiert, im Mattenhof wachsen derzeit zwei 45-Meter-Hochhäuser in die Höhe, und bei der künftigen Pilatus-Arena sind zwei Türme projektiert, wovon einer mit 104 Metern der höchste der Zentralschweiz würde. «Möglich sind auch zwei schlankere Türme statt eines dickes Turms», sagt Epper. «In einem Hochhaus könnte man beispielsweise Wohnungen im mittleren Preissegment, im anderen ein Hotel unterbringen.»

Zudem soll der Planungsperimeter auf Wunsch der Gemeinde neben den beiden Grundstücken von Amberg und Epper neu auch noch jenes von Bern Invest umfassen. Dort befindet sich heute das Gewerbehaus Richner. «Das macht Sinn – es geht vor allem um eine gemeinsame Erschlies­sung», sagt Epper.

Dass ihr Projekt mit Blick auf die momentan zahlreichen Baustellen in Luzern-Süd zu spät auf den Markt kommen und sie auf den Wohnungen und Büroflächen sitzen bleiben könnten, glaubt er nicht: «Ich nahm kürzlich an einem Fachanlass teil; ein Experte meinte, dass man sich nicht von den vielen Baukränen blenden lassen soll. Der Leerwohnungsbestand in der Region liege unter dem Schweizer Durchschnitt, und die Lage von Luzern-Süd sei dank der guten Verkehrsanbindung und der Nähe zur Stadt hervorragend.»

Vom Potenzial von Luzern-Süd überzeugt ist auch Jürgen Friedrichs, Gesamtprojektleiter des Nidfeld bei Losinger Marazzi: «Der Markt verträgt unsere geplanten Wohnungen, allerdings werden wir sie mit Blick auf die hohe Bautätigkeit rundherum in zwei Etappen erstellen.» Losinger Marazzi plant auf den Baufeldern A und B, wo einst der alte Pilatus-Markt stand, im Auftrag von Eigentümerin Coop rund 500 Mietwohnungen mit 11/2 bis 51/2 Zimmern, teilweise Maisonette. Ab nächster Woche wird das Vorprojekt ausgearbeitet. Der Gesamtprojektleiter rechnet mit der Baueingabe bei der Gemeinde bis Ende Jahr. Der Baustart sei für Herbst 2019 angedacht.

«Das Nidfeld wird zu einer Smart City»

Dass das Astra den Gebäuden entlang der Autobahn neu eine Lärmschutzfunktion zuschreibt, sei beim Nidfeld schon berücksichtigt, so Friedrichs: «Die Wohnungen sind beispielsweise bewusst um die ruhigen Innenhöfe angeordnet.» Ausserdem sind beim 60-Meter-Hochhaus auf der Seite Autobahn bis zum 11. Obergeschoss nur Büros vorgesehen, erst darüber auch Wohnungen. Punkten soll das Nidfeld nicht zuletzt mit seinen Zusatzleistungen wie beispielsweise Concierge-Service, Aquafit-Gesundheitszentrum oder Gemeinschaftsräumen. «Das Nidfeld wird zu einer Smart City.»

Während die Baufelder A und B noch in der Planung stecken, geht es auf dem Baufeld C des Nidfeld zügig vorwärts: Hier wächst der Prodega-Transgourmet-Markt in die Höhe – Eröffnung ist voraussichtlich im März nächsten Jahres.

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