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KRIENS: Parteien fordern visionäre Lösungen für den Verkehr

Wie soll man die Krienser Verkehrsprobleme lösen? Der Gemeinderat bevorzugt die Priorisierung des ÖV. Langfristig stehen hingegen grosse Bauprojekte zur Debatte.
Verkehrsgrossprojekte - drei Vorschläge für Kriens. (Bild: Grafik: Lea Siegwart)

Verkehrsgrossprojekte - drei Vorschläge für Kriens. (Bild: Grafik: Lea Siegwart)

Robert Knobel

Der Krienser Gemeinderat will den ÖV fördern, etwa mit Busbevorzugung. Der Autoverkehr soll hingegen zurückgebunden werden, beispielsweise mit Dosierungsampeln. Das sorgt für rote Köpfe (Ausgabe von gestern). Zwar sind diese Pläne das Resultat einer breit abgestützten Verkehrskommission, in der alle Parteien, Wirtschaftsverbände und Anwohner vertreten waren. Allerdings beklagen sich mehrere Beteiligte unabhängig voneinander, dass ihre Ideen und Anregungen gar nicht ernst genommen worden seien – da das Ziel des Gemeinderats schon von vornherein festgestanden sei. Und dieses Ziel widerspricht beispielsweise den Vorstellungen des Gewerbeverbands. Dessen Komitee «Staufreies Kriens» plant die Lancierung einer Initiative, welche die Verkehrsprobleme durch Strassenausbauten lösen will.

Buslinie nach Littau?

In den Köpfen der Initianten schwebt die alte Idee eines Umfahrungstunnels von Obernau Richtung Schlund. Eine weitere Massnahme wäre in den Augen des Komitees der Ausbau der Rengglochstrasse. Dieser ist zwar bereits im Strassenbauprogramm des Kantons im Topf A (prioritär) vermerkt – für 38 Millionen Franken. Das Komitee will aber sicherstellen, dass der Ausbau auch die Kapazität erhöht – für Autos, Lastwagen und allenfalls auch für eine neue Buslinie Richtung Littau. Das würde die Luzernerstrasse Richtung Innenstadt entlasten (siehe Grafik). Unterstützung erhalten die Pläne von der SVP. Der Ausbau der Strassenkapazität sei wichtig – gerade im Renggloch. «Es muss ja nicht immer alles Richtung Luzern fahren», sagt SVP-Einwohnerrat Martin Heiz. Grünen-Präsident Erich Tschümperlin hält hingegen gar nichts davon. «Wenn schon so viel Geld ausgeben, dann lieber für ein Tram oder einen Bahnanschluss.» Es stelle sich zudem die Frage, weshalb man die Wegfahrt aus Kriens derart fördern will. «Wollen wir, dass die Leute noch schneller im Länderpark sind? Wir sollten lieber dafür sorgen, dass das Einkaufen in Kriens attraktiv bleibt.» Auch SP/Juso-Fraktionschef Peter Fässler sagt: «Es gibt keinen anderen Weg, als den ÖV und den Langsamverkehr auszubauen. Alles andere ist utopisch.» Ziel müsse sein, den nicht motorisierten Verkehr so attraktiv zu machen, dass der Autoverkehr von alleine zurückgeht.

CVP-Fraktionschefin Kathrin Graber findet, man solle sich der Diskussion um Grossprojekte nicht von vornherein verschliessen. Allerdings seien dies nur langfristige Optionen. «Wir müssen auch kurz- bis mittelfristig etwas zur Lösung der Verkehrsprobleme tun», sagt Graber.

Häuser abreissen für Busspur

Im Grunde unterstützt auch die SVP das Ziel des Gemeinderats, den ÖV attraktiver zu machen – solange dies nicht zu Lasten des Autoverkehrs geht. Deshalb müsse man auch radikalere Ideen ins Auge fassen, findet Martin Heiz – etwa den Abriss von einzelnen Gebäuden für eine neue Busspur. Eine weitere Idee, die Martin Heiz ins Spiel bringt, betrifft den fehlenden Bahnanschluss von Kriens. Heiz schlägt eine neue unterirdische Bahnlinie zwischen Mattenhof und Malters vor – mit Halt im Zentrum von Kriens. So hätte Kriens attraktive Verbindungen Richtung Stadt sowie Richtung Malters/Bern.

Solche Pläne sind zwar visionär, finden sich aber in der Planung von Bund und Kanton bisher nirgends. Das sei gar nicht das Hauptproblem, findet FDP-Einwohnerrat Enrico Ercolani: «Es braucht jetzt grosse, mutige Lösungsvorschläge – auch wenn sie erst in 30 Jahren realisiert werden können. Wenn wir jetzt nichts tun – und mit den Planungen erst in 30 Jahren beginnen, warten wir noch 60 Jahre auf die Verbesserung.»

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