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KRIENS: Pilatus-Arena: Politiker kritisieren geplante Höhe des grösseren Turms

Bei den Grünen kommt die geplante Höhe des grösseren Pilatus-Arena-Turms gar nicht gut an – auch die CVP äussert sich kritisch. SP, FDP und sogar die SVP reagieren derweil gelassener. Immerhin: In einem Punkt sind sich alle Parteien einig.
Roman Hodel

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

Er bräuchte den Vergleich mit den höchsten Hochhäusern der Schweiz nicht zu scheuen: Dank 103,6 Meter wäre der höhere der beiden geplanten Pilatus-Arena-Türme aktuell das vierthöchste Gebäude der Schweiz. Nur der Roche Turm in Basel (178 Meter), der Prime Tower in Zürich (126 Meter) und der Messeturm in Basel (105 Meter) ragen weiter in den Himmel hoch. Doch damit nicht genug: Es wären auch 15,6 Meter mehr als der momentane Zentralschweizer Spitzenreiter auf der Luzerner Allmend (88 Meter) – und überhaupt das höchste Wohnhaus im Land (Ausgabe von gestern).

Doch genau diese Höhe dürfte noch viel zu reden geben – etwa im Krienser Einwohnerrat. «Die Initianten haben völlig über das Ziel hinausgeschossen», sagt Bruno Bienz, Fraktionschef der Grünen. Grund: Das Parlament gewährt für das Grundstück der Pilatus Arena quasi als Bonus schon eine Sonderhöhe von 80 Metern – normal gelten im Mattenhof 45 Meter. «Nun wird das Ganze noch frech überboten», sagt Bienz. Er findet ohnehin, die Gemeinde mute sich bezüglich Wachstum momentan etwas viel zu: «Wir kommen gar nicht mehr nach mit Infrastruktur bauen.»

Für SP-Fraktionschef Cla Büchi, selber Architekt, stellt das Raumprogramm für das knapp 13'000 Quadratmeter grosse Grundstück eine Überforderung dar: «Es fehlt an Aussenräumen und Querungsmöglichkeiten auf Erdgeschossniveau.» Grundsätzlich aber seien Hochhäuser im Mattenhof am richtigen Ort. «Das Gebiet ist weniger sensibel als etwa der Eichhof», sagt Büchi. Dort wird seit Jahren um ein geplantes Hochhaus gestritten – der Fall liegt beim Bundesgericht. Selbst die Höhe von 103,6 Metern hält Büchi im Parlament für mehrheitsfähig: «Die Allmend-Türme sind Wegbereiter für weitere Hochhäuser.» Wobei deren Höhe ebenfalls umstritten war. Beim ursprünglichen Projekt sollten sie gar bis zu 134 Meter hoch werden. Bereits die Jury stufte dies jedoch als zu hoch ein. Büchi: «Man beurteilte die Höhe damals über die Sichtbarkeit aus der Stadt Luzern heraus – dieses Argument zieht beim Mattenhof nicht mehr.»

«Wo, wenn nicht im Mattenhof, gehören Hochhäuser hin?»

Trotzdem ist SVP-Fraktionschef Räto Camenisch mit Blick auf die Allmend-Hochhäuser überzeugt: «Auch der Pilatus-Arena-Wohnturm dürfte am Ende ein paar Meter niedriger realisiert werden.» Im Grundsatz begrüsse seine «wirtschaftsfreundlich eingestellte Partei» das Projekt aber. Camenisch: «Zumal der Mattenhof ja als Hochhaus-Zone definiert ist.» Das sieht FDP-Einwohnerrat Thomas Lammer ähnlich: «Wo, wenn nicht im Mattenhof, gehören Hochhäuser in Kriens hin?» Auch die Höhe von 103,6 Metern vertrage es. «Die Initianten konnten überzeugend aufzeigen, dass diese nötig ist, um genügend Wohnungen zur Finanzierung der Arena unterzubringen», sagt Lammer und schwärmt vom «sehr guten Projekt», insbesondere von der Halle: «Sie füllt bezüglich Grösse schweizweit eine Lücke für Sportanlässe und andere Events.»

Für CVP-Fraktionschef Andreas Vonesch stellt die Halle ebenfalls eine «spannende Aufwertung des Stadtteils mit positiver Ausstrahlung in die Schweiz» dar: «Zudem ist die Finanzierung solid aufgegleist.» Überrascht sei die CVP allerdings von der Höhe: «Dies entspricht nicht ganz dem, was vorgängig diskutiert worden ist.» Er stehe den 103,6 Metern kritisch gegenüber. Für ihn wird damit aber die politische Meinungsbildung richtig angestossen.

Das letzte Wort wird wohl das Stimmvolk haben

Ein Fragezeichen setzen alle Fraktionsvertreter hinter den Zeitplan: Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) erachtet einen rechtskräftigen Bebauungsplan bis 2019 als realistisch – sofern weder Einsprachen eingehen noch das Referendum ergriffen wird. Vonesch (CVP) hält dies für «sportlich, aber realisierbar» – Lammer (FDP) und Camenisch (SVP) sprechen von «ambitioniert». Büchi (SP) sagt: «Man will doch Parlament und Bevölkerung in den Planungsprozess mit einbeziehen – das beisst sich aber mit dem gedrängten Zeitplan.» Und Bienz (Grüne) doppelt nach: «Wir rechnen mit einer Volksabstimmung, womit der jetzige Zeitplan utopisch ist.»

So muss man sich die Pilatus-Arena mit Wohn- und Gewerbegebäuden vorstellen. Blick vom Mattenplatz Richtung Bahnhof Kriens-Mattenhof. (Bild: Visualisierung: Raumgleiter AG, Zürich)

So muss man sich die Pilatus-Arena mit Wohn- und Gewerbegebäuden vorstellen. Blick vom Mattenplatz Richtung Bahnhof Kriens-Mattenhof. (Bild: Visualisierung: Raumgleiter AG, Zürich)

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