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Kriens: Polnische Lehrer staunen über Schulküchen und Werkräume

Polnische Lehrpersonen nahmen in Kriens das Schweizer Schulsystem unter die Lupe. Sie entdeckten Unterschiede in der Infrastruktur - und waren überrascht über die hohe Anzahl fremdsprachiger Schüler.
Hannes Bucher
Wegweiser nach Polen - hier im Krienser Schulhaus Roggern.Bild PD

Wegweiser nach Polen - hier im Krienser Schulhaus Roggern.
Bild PD

Im Krienser Sekundarschulhaus Roggern 2, konkret im Englisch-Zimmer von Lehrerin Aleksandra Bossert, hängt seit Wochen eine polnische Nationalflagge. Doch da ist noch mehr «Polnisches» an den Wänden: Bilder und Lebensläufe von Chopin, Marie Curie, Papst Johannes Paul II. und weiteren polnischen Persönlichkeiten. Die Plakate haben die Sekundarschüler des Schulhaus Roggern gestaltet, sie haben sich in Workshops Ende Mai intensiv mit Polen, mit Land. Leuten, Geschichte und Kultur, befasst. Als Vorbereitung für den angesagten Schulbesuch aus Polen. Am Dienstag ist dieser nun eingetroffen; neun polnische Lehrerinnen und Lehrer aus der Kreisstadt Krotoszyn weilten bis Samstag in Kriens.

«Es geht auch mit weniger. Wir müssen halt kreativ sein»

Wie haben die polnischen Lehrer die Schweizer Volksschule erlebt? Im Gespräch zeigten sich die Besucher beeindruckt über die grosszügigen Räumlichkeiten, die moderne Infrastruktur und gerade auch die Klassengrössen. «Eine Schulküche, Werkräume, Spezialzimmer, in dieser Art kennen wir dies zu Hause nicht», sagt die mitgereiste Schuldirektorin Katarzyna Macieyewska, und Sportlehrer Slawomir Chlebowski lobt die Sportanlagen. Nein, frustriert darüber, in Polen mit weniger Infrastruktur Schule machen zu müssen, sind sie alle nicht. «Es geht auch mit weniger, wir müssen halt kreativ sein», sagen sie.

«Inspiriert» worden sind sie jedoch von vielen konkreten Unterrichts-Impulsen und Ideen, die sie in Kriesn gesehen haben. Teamarbeit, projektartiges Arbeiten seien auch bei ihnen vermehrt anzutreffen. Überrascht zeigen sich die Gäste aber über die grosse Anzahl Fremdsprachiger. «Bei uns sprechen praktisch alle Schüler Polnisch als Muttersprache.» Mit Reformen und Veränderungen müssen auch die polnischen Lehrkräfte leben. So etwa soll das schulische Niveau an den Gymnasien mittels Übertrittsprüfungen erhöht und die Matura-Quote gesenkt werden; die praktische Berufsausbildung will Polen dafür forcieren. Das Lehrerimage in Polen? Nun, das habe sich geändert, der Lehrer habe an gesellschaftlichem Stellenwert verloren. Auch in Polen werden die Männer in den Schulzimmern Rarität. Die Besoldung sei wohl ein Hauptgrund dafür.

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