Die Stadt Kriens investiert Millionen für den Informatik-Ausbau an Schulen

Die Stadt Kriens will für 2,7 Millionen Franken elektronische Geräte für Schulkinder sowie Lehrpersonen beschaffen und W-Lan ausbauen. Die Finanzierung wird aber zur Knacknuss.

Stefan Dähler
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Die Stadt Kriens muss sparen und hat dafür eine entsprechende Finanzstrategie erarbeitet. Trotzdem sind gewisse Ausgaben nötig. So muss gemäss Lehrplan 21 die Informatik im Unterricht an der Volksschule mehr Gewicht erhalten. Der Kanton Luzern empfiehlt daher, dass ab der 3. Primarstufe für jedes zweite Kind ein mobiles Gerät zur Verfügung steht – mittelfristig eines pro Kind. An der Sek soll von Beginn weg jedes Kind über ein Gerät verfügen.

In Kriens ist das derzeit noch nicht der Fall. Das soll sich bald ändern, wie die Stadt mitteilt. Sie plant wie bereits andere Gemeinden in der Agglomeration die Beschaffung von Geräten für alle Volksschulstufen. Ausnahme ist der Kindergarten, obwohl der Kanton auch dort zwei Geräte pro Klasse empfiehlt. In der 1. und 2. Klasse ist ein Tablet für vier Kinder vorgesehen, in der 3. bis 6. ein Notebook für zwei Kinder, in der Sek eines pro Kind. Auch die Lehrpersonen erhalten ein Gerät. Insgesamt rechnet der Krienser Stadtrat für die Beschaffung mit einer Investition von 1,1 Millionen Franken, für den WLAN-Ausbau mit 1,6 Millionen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise bis 2022.

Müssen Investitionen verschoben werden?

Die Finanzierung stellt aufgrund der knappen Stadtkasse eine Knacknuss dar. In der Finanzstrategie ist bis 2024 ein jährlicher Investitionsplafonds vorgesehen, der vom Cashflow abhängt und angesichts der geplanten Schulhausumbauten bereits knapp bemessen ist. Für die Aufrüstung der IT müssen daher wohl Bauprojekte im Bildungs- und Kulturbereich verschoben werden. Welche das sind, ist noch nicht klar. «Das müssen der Stadtrat und der Einwohnerrat im Rahmen des Budgets entscheiden und Prioritäten setzen», sagt Bildungsvorsteherin Judith Luthiger (SP). Die Finanzierung hängt auch davon ab, wie strikt der Einwohnerrat die Finanzstrategie letztendlich umsetzt.

Dass der Stadtrat im Kindergarten keine Geräteausrüstung gemäss kantonaler Vorgaben anstrebt, habe dagegen keine finanziellen Gründe. «Aus pädagogischer Sicht sind Geräte in diesem Alter noch nicht nötig, die Kinder sollen spielen», sagt Luthiger.

Fit für die «Arbeitswelt der Zukunft»

Derzeit verfügt Kriens in der 1. und 2. Primar über ein Gerät pro Klassenzimmer, in der 3. bis 6. grösstenteils über vier. Auf der Sekstufe sind es drei, hinzu kommen noch PC-Räume. Mit dieser Infrastruktur «kann der Lehrplan 21 in den geforderten Ansprüchen nicht umgesetzt werden», schreibt der Stadtrat. Zudem seien bereits heute gewisse Lehrmittel nur noch digital erhältlich, künftig dürften es noch mehr sein. Weiter gebe es «Medien und Informatik» nicht mehr als eigenständiges Fach, für das man in den PC-Raum wechseln kann. Die Themen würden in die anderen Fächer integriert. Schüler sollen «befähigt werden, die riesige Wissensbasis aus dem Internet für sich nutzbar zu machen, Daten zu verarbeiten, Ergebnisse nachhaltig zu präsentieren, in virtuellen Teams zu arbeiten, Kernkompetenzen in virtuellen Netzwerken einzubringen und mit künstlicher Intelligenz umgehen zu können», so der Stadtrat. Das sei wichtig, um «in der Arbeitswelt der Zukunft zu bestehen».

Der Einwohnerrat wird den Planungsbericht im Juni beraten.

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