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KRIENS: Schloss wird zu wenig genutzt

Der Gemeinde gelingt es nicht, den Betrieb des Schlosses Schauensee kostendeckend zu führen. Nun wird eine klare Strategie gefordert.
Christian Glaus
Das Schloss Schauensee oberhalb Kriens. (Bild Pius Amrein)

Das Schloss Schauensee oberhalb Kriens. (Bild Pius Amrein)

Christian Glaus

Majestätisch thront es über Kriens: Das Schloss Schauensee. Vor 53 Jahren wurde es von der Gemeinde gerettet. Denn am Hügel drohte eine Überbauung. Die Krienser genehmigten im April 1963 einen Kredit von 1,5 Millionen Franken, um das Schloss zu kaufen. Seither steht es der Bevölkerung offen. Beispielsweise für Familien- oder Betriebsfeiern, Hochzeitsfeste oder Apéros (siehe Kasten).

Knapp 30 000 Franken Defizit

Mit der Vermietung hapert es aber, wie auch der Jahresrechnung 2015 der Gemeinde Kriens zu entnehmen ist. Der Aufwand betrug 116 600 Franken, die Einnahmen lagen bei 87 000 Franken. Das Loch von 29 600 Franken musste die Gemeinde decken. Den Einwohnerräten passt dies nicht, wie eine kurze Debatte am Donnerstagabend zeigte. Inzwischen hat Bruno Bienz (Grüne) ein Postulat eingereicht. Darin fordert er eine Strategie für die Nutzung des Schlosses Schauensee. «Dieses Bijou dümpelt einfach vor sich hin. Man sollte mehr daraus machen», sagt Bienz.

Auf Anfrage unserer Zeitung nennt die Gemeinde die Anzahl Anlässe, die 2014 und 2015 im Schloss durchgeführt wurden: 2014 waren es 111 Anlässe, 2015 nur 93. Zur Verfügung steht das Schloss jährlich an rund 355 Tagen, wobei auch mehrere Anlässe pro Tag möglich sind.

Was ist der Grund für die schlechte Auslastung dieses Schlosses, das eine herrliche Kulisse für Feiern und zivile Trauungen bieten würde? Judith Luthiger-Senn (SP) ist Krienser Kulturvorsteherin und von Amtes wegen Präsidentin des Vereins Pro Schauensee, der sich um das Schloss kümmert. Wie Luthiger im Einwohnerrat ausführte, ist die Beschränkung auf maximal 50 Personen eine Schwierigkeit. Viele Interessenten möchten mehr Gäste einladen. Ein weiterer Grund seien die finanziellen Mittel, welche der Gemeinde zur Verfügung stehen. «Wir haben keine Person, die aktiv Promoting macht.» Luthiger betont aber, dass die Werbung etwa auf der Homepage der Gemeinde, im gemeindeeigenen Infoblatt oder auf Internetplattformen verstärkt worden sei. Zudem könnten seit ein paar Jahren auch sonntags Veranstaltungen im Schloss durchgeführt werden. Zweimal pro Jahr organisiert der Verein Pro Schauensee Schlossführungen. Zudem ist der Schlossgarten öffentlich zugänglich.

Kulturelles Angebot sehr gross

Die Gemeinde Kriens und der Verein organisieren mehrmals pro Jahr Anlässe im Schloss. So spielte letztes Jahr beispielsweise ein klassisches Ensemble im Saal. Doch selbst die 50 Plätze konnten nicht besetzt werden. Luthiger: «Kein Anlass ist kostendeckend.» Als Grund vermutet sie, dass das kulturelle Angebot bereits sehr gross ist. «Man müsste eine Nische finden.» Wie will die Gemeinderätin dafür sorgen, dass das Schloss Schauensee stärker genutzt wird? Einen konkreten Ansatz hat Luthiger noch nicht. In Zusammenarbeit mit dem Verein Pro Schauensee würden Lösungen entwickelt, so Luthiger. «Es gibt immer Verbesserungsmöglichkeiten.»

«Innovatives fehlt»

Bruno Bienz findet, dass der Gemeinderat hilflos wirkt, was die Vermarktung des Schlosses betrifft. «Innovatives fehlt.» Eine Lösung, wie die Auslastung verbessert werden kann, hat zwar auch er nicht zur Hand. Zwei Ansätze nennt er jedoch: «Eine Zusammenarbeit mit den Pilatus-Bahnen wäre denkbar. Man könnte zum Beispiel Schlossführungen anbieten. Die Asiaten hätten bestimmt Freude daran.» Ausserdem findet Bienz, dass das Schloss keine Gartenanlage, sondern nur eine grüne Wiese hat. Ist diese nass, müssen Veranstaltungen auf dem Parkplatz durchgeführt werden. «Der Garten hat sicher grosses Potenzial», sagt er.

Der Gemeinderat hat auf Druck eines früheren Vorstosses von Bruno Bienz bereits geprüft, wie die Gartenanlage besser gestaltet werden kann. Das Projekt hat er aber auf unbestimmte Zeit verschoben – aus Kostengründen.

An 355 Tagen offen

Das Schloss Schauensee kann an rund 355 Tagen pro Jahr für Anlässe gebucht werden. Nur an Feiertagen ist es geschlossen. Möglich sind etwa Familienfeiern, Betriebs- und Vereinsanlässe oder von Montag bis Freitag auch Ziviltrauungen. Die Miete ist für Einheimische reduziert. Für eine Familienfeier (bis 7 Stunden, spätestens 24 Uhr) zahlen Einheimische 380 Franken, Auswärtige 600 Franken. Die Miete für eine Ziviltrauung beträgt für alle 150 Franken.

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