Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KRIENS: Skeptisches Ja zur «Heim-AG»

Die Bevölkerung stimmt der Auslagerung der Heime in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft nur knapp zu. Selbst für den Gemeinderat ist das nicht überraschend.
Eine Pflegerin hilft einem Bewohner im Haus Zunacher. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 12. September 2017))

Eine Pflegerin hilft einem Bewohner im Haus Zunacher. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 12. September 2017))

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Nüchtern analysiert Sozialvorsteher Lothar Sidler (CVP) das Abstimmungsergebnis. 52,5 Prozent der Krienser haben Ja gesagt zur Auslagerung der Heime in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft. Ein knappes Ergebnis. «Damit mussten wir rechnen», sagt Sidler. In den Gesprächen habe er gemerkt, dass die Bevölkerung gespalten sei. «Viele haben nicht aus dem Herzen Ja gestimmt. Sie waren der Meinung, dass die Heime zu den Kernaufgaben der Gemeinde gehören. Sie haben aber auch gesehen, dass man mit der Auslagerung einen Schritt vorwärtskommt.»

Sidler spricht vor allem den Neubau beim Grossfeld an, der Hauptgrund für die Auslagerung war. Die Gemeinde könnte diesen in etwa 20 Jahren realisieren, die AG kann dies deutlich früher. Trotz knappem Ergebnis ist Lothar Sidler «rüüdig froh, dass es geklappt hat. Jetzt können wir vorwärtsmachen, das gibt uns neuen Schub.»

Auch bei den Heimen ist man glücklich: «Wir haben auf ein Ja gehofft», sagt Heimleiter Guido Hübscher. Bei den Bewohnern sei das Interesse an der Abstimmung erstaunlicherweise gering gewesen. Hübscher wertet dies als Vertrauensbeweis. Er ist überzeugt, dass die Attraktivität der Heime mit der Auslagerung gesteigert werden kann. Einerseits dank des Grossfeldneubaus. Andererseits könne man mit höheren Löhnen auf den ausgetrockneten Markt beim diplomierten Pflegepersonal reagieren.

Auch die Grünen sehen sich als Sieger

Die Grünen haben im Abstimmungskampf gegen den Gemeinderat und alle anderen Parteien gekämpft. «Das Unbehagen der Bevölkerung war gut spürbar. Wir lagen mit unseren Argumenten nicht so falsch», sagt Fraktionschef Bruno Bienz. Nun sei Lothar Sidler gefordert, seine Versprechen, die er im Abstimmungskampf gemacht hat, einzulösen. Dies betreffe die Arbeitsbedingungen, die Höhe der Aufenthaltstaxen in den Heimen und die Pflegequalität. Taxen und Qualität können über die Leistungsvereinbarung gesteuert werden, welche der Einwohnerrat noch genehmigen muss. Die Grünen werden für das Maximum kämpfen, kündigt Bienz an: «Da werden die Fetzen fliegen.» Auch die CVP will gemäss Mitteilung dafür sorgen, dass die abgegebenen Versprechen eingehalten werden.

Lothar Sidler ist sich bewusst: «Wir müssen gute Arbeit abliefern und so Vertrauen gewinnen.» In den nächsten Monaten gibt es für Sidler noch viel zu tun. Er muss nicht nur die Leistungsvereinbarung durch den Einwohnerrat bringen, sondern mit dem Gemeinderat auch die Verwaltungsräte der AG auswählen. Den Präsidenten wollte er schon vor der Abstimmung präsentieren. Noch sei aber kein Name spruchreif: «Wir haben viele sehr gute Kandidaten, die Evaluation ist aber noch nicht abgeschlossen.» Er habe den Aufwand für das Auswahlverfahren unterschätzt, wolle den Verwaltungsratspräsidenten aber so bald wie möglich vorstellen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.