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KRIENS: Umstrittene Antenne wird gebaut

Eine Beschwerde gegen die geplante Mobilfunkantenne auf dem Dach der Pilatusbahnen ist vom Gericht abgewiesen worden. Die Gegner wollen das Urteil nicht weiterziehen, dafür aber politisch aktiv werden.
Beatrice Vogel
Auf die Talstation der Pilatusbahnen in Kriens soll eine neue Antenne. (Symbolbild) (Bild: Boris Bürgisser/LZ)

Auf die Talstation der Pilatusbahnen in Kriens soll eine neue Antenne. (Symbolbild) (Bild: Boris Bürgisser/LZ)

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Mobilfunkantennen haben es in Kriens grundsätzlich schwer. Seit vor rund zehn Jahren zwei Initiativen gegen Handyantennen in Wohnquartieren lanciert wurden und das Komitee gegen Hochleistungsantennen (KGHA) gegründet wurde, gibt es regelmässig Einsprachen gegen den Bau neuer oder den Ausbau bestehender Antennen. Dies, obwohl die Gemeinde das Kaskadenmodell eingeführt hat, welches Standorte für Antennen priorisiert. So darf in Wohnzonen nur eine Antenne gebaut werden, wenn kein Standort ausserhalb der Bauzone, in einer Arbeitszone oder in der Zone für Sport- und Freizeitanlagen respektive für öffentliche Zwecke gefunden wird.

Bereits im Sommer 2015 hatte der Mobilfunkanbieter Salt ein Baugesuch für eine Antenne auf der Talstation der Pilatusbahnen am Schlossweg 1 in Kriens eingereicht. Da sich dort bereits eine Antenne befindet, handelt es sich um einen Ausbau beziehungsweise einen Austausch der Sendeantenne in eine leistungsstärkere. Dagegen hat das KGHA Einsprache erhoben und ist damit vor Kantonsgericht gezogen. Das Gericht hat nun die Beschwerde abgewiesen. Das Komitee zeigt sich enttäuscht vom Entscheid, verzichtet aber auf einen Weiterzug ans Bundesgericht. Dadurch ist klar: Salt darf die Antenne bauen, denn die Baubewilligung ist durch die Gemeinde bereits erteilt worden.

Komitee kritisiert Gemeinderat

Das KGHA schreibt in einer Mitteilung, es könne die «Argumentation des Gerichts wie auch schon zuvor des Gemeinderats nicht verstehen», es gäbe eine bessere Lösung. Auf Anfrage präzisiert KGHA-Präsident Bruno Amrhein, es wäre möglich gewesen, die Antenne ausserhalb der Bauzone auf einem Mast der Pilatusbahn zu realisieren. Doch der Gemeinderat habe diese Möglichkeit verworfen, «ohne eine saubere Evaluation des Standorts zu erstellen». Nur per Mail beim Kanton anzufragen, sei keine seriöse Prüfung. Amrhein sagt, das Problem sei, dass bei Bewilligungsverfahren nur die Grenzwerte einzelner Antennen betrachtet würden. Dass es in der Nähe andere Antennen gibt, durch die sich die Strahlung kumuliert, werde nicht berücksichtigt. «Das Kaskadenmodell sollte der Gemeinde ermöglichen, bei der Standortwahl Einfluss zu nehmen. Wird es so locker angewendet, bringt es nichts.»

Der Weiterzug vor Bundesgericht sei für Einzeleinsprecher mit einem hohen Kostenrisiko verbunden, das lohne sich nicht, begründet Amrhein. Stattdessen will das Komitee wieder vermehrt politisch aktiv werden und plant bereits Vorstösse im Einwohnerrat. «Das Kaskadenmodell soll so angewendet werden, dass in Wohngebieten möglichst wenig direkte Strahlung resultiert, wie es das Bau- und Zonenreglement auch verlangt», so das Ziel des KGHA.

Gemeinderat ist für Ausbau statt Neubau

Der Gemeinderat verteidigt sich gegen die Vorwürfe des Komitees: Das Kaskadenmodell sei «sehr wohl angewendet» worden, sagt Gemeindeammann Matthias Senn (FDP). Salt habe zuerst ein Baugesuch für eine neue Antenne auf einem Wohngebäude an der Gehristrasse eingereicht. Dieses befindet sich in der Wohnzone. «Die Talstation der Pilatusbahn ist in der Zone für öffentliche Zwecke und ist damit gemäss Kaskadenmodell besser geeignet.»

Im gewünschten Suchkreis habe sich kein Standort in der Arbeitszone befunden. «Zudem war die Gemeinde der Meinung, dass es besser sei, die bestehende Mobilfunkantenne auszubauen, als eine neue Antenne im Wohnquartier zu bauen», so Senn. Betreffend die Frage, ob die Antenne auf einem Mast der Pilatusbahn realisiert werden könnte, hätten die Abklärungen beim Kanton Luzern ergeben, dass dieser voraussichtlich keine Bewilligung für eine Antenne ausserhalb der Bauzone erteile, wenn es einen Standort innerhalb der Bauzone gebe. «Mit dem Urteil des Kantonsgerichts wurde das Vorgehen der Gemeinde vollumfänglich als richtig bestätigt», so Senn.

Sobald das Urteil rechtskräftig ist, kann die Antenne gebaut werden. «Das Projekt sollte im zweiten Halbjahr 2017 abgeschlossen sein», schreibt die Salt-Medienstelle auf Anfrage. Die bestehende Antenne könne keine 3G senden, weshalb der Austausch zwingend nötig sei. Die neue Antenne wird eine Leistung von 4G (LTE) – die aktuell schnellste Datenverbindung – ermöglichen. Die Vorschriften und Grenzwerte würden auch nach dem Ausbau eingehalten, so Salt.

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