KRIENS: Wahrlich gewaltige Krienser Fasnachtsgewaltige

Im Pilatussaal hängt ein riesiges Fasnachtsbild. Der Künstler investierte 120 Stunden in die Vorlage – und lüftet jetzt das Rätsel des Hasen.

Luca Wolf
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Urs Krähenbühl (links) vor dem nach seiner Vorlage entstandenen grossformatigen Bild im Krienser Pilatussaal. (Bild Nadia Schärli)

Urs Krähenbühl (links) vor dem nach seiner Vorlage entstandenen grossformatigen Bild im Krienser Pilatussaal. (Bild Nadia Schärli)

Es war ein witziges Bild neulich im Pilatussaal. Vorne brütete das Parlament im Halbkreis über so furztrockene Themen wie das Schottern von Naturwegen. Im Hintergrund jedoch tanzte der Bär. Respektive tobten ausgelassen die Krienser Fasnachtsgewaltigen. Denn: Entlang der ganzen Längswand des Pilatussaals hängt seit einigen Tagen das Riesenwandgemälde von Urs Krähenbühl (55).

18 mal 15 Meter gross

Das Werk hat die beachtlichen Masse von 18 mal 15 Metern. Der umtriebige Krienser Künstler hat im Auftrag der Galli-Zunft die obersten Zünftler karikiert – bereits zum siebten Mal in Folge. «Meine Originalzeichnung ist nur 72 mal 20 Zentimeter gross. Diese Vorlage wurde dann am Computer vergrössert und auf diese Riesenblache gedruckt», erklärt Krähenbühl nicht ohne Stolz.

Etwa zwei Wochen oder 120 Stunden hat er in die Originalzeichnung investiert. Ein ordentlicher Teil davon ging für die Vorbereitung drauf, für das Überlegen, welche Person wie gezeichnet werden soll. Für seine Vorlage ist Krähenbühl von der Galli-Zunft zwar entlöhnt worden – freilich nicht zu einem normalen Stundenansatz, das wär viel zu teuer geworden.

Was hoppelt da der Hase rum?

Nun prangen in der Bildmitte überlebensgross der Gallivater Thomas Müller samt Partnerin respektive Gallimutter Helene Bucheli. Weil Müller ein ebenso engagierter Dessert-Esser wie Feuerwehrmann ist, hat Krähenbühl dies ins Bild einfliessen lassen. So weit, so einfach zu deuten. Kniffliger ist der wuschelige Hase, der zu Gallimutters Füssen herumhoppelt. Ist die Blondine etwa ein Hasenfuss?

Krähenbühl dementiert und klärt amüsiert auf: «Das braucht schon etwas Fantasie – ihr Lieblingsfilm ist die deutsche Komödie Keinohrhasen!»

Der Rest ist dann wieder einfacher zu verstehen: Links aussen stehen Weibel Aldo Smania mit Weibelin Ursi Smania-Felder, beides ausgewiesene Camping- und Jassexperten. Rechts im Bild steigt Zunftpräsident und Velonarr Hansruedi Bolliger in die Pedale und zieht Zunftmutter Madeleine Bolliger fröhlich durch die Lande.

Köpfe malen ist am schwierigsten

«Am schwierigsten zu zeichnen waren die Köpfe der Zünftler», erklärt Krähenbühl. «Die mussten sehr präzise sein. Denn auf meinem Original sind die Köpfe nur etwa einen Zentimeter gross. Auf dem Riesenplakat werden sie dann bis auf einen halben Meter vergrössert. Da zeigt sich natürlich jede Ungenauigkeit.»

Krähenbühl, selbst ein langjähriger Fasnächtler, malt sonst ganz normale Bilder und macht damit Ausstellungen. Weil das nicht zum Leben reicht, arbeitet er Teilzeit als Metallbauschlosser. In der Fasnachtskunstbranche ist er aber ein alter Bekannter. Auf die Frage, was er etwa an Fasnachtsplaketten schon entworfen hat, folgt eine respektable Aufzählung: «Die aktuelle Luzerner Fasnachtsplakette, die mache ich schon zum vierten Mal. Dann zweimal die Krienser Plakette, dreimal die Emmer, dreimal die Sarner und zweimal die Wolhuser.»

Hinweis

Werke des Krienser Künstlers Urs Krähenbühl sind im Kunstraum Vitrine an der Kellerstrasse 25 ausgestellt. Die Ausstellung dauert bis 24. Februar. Öffnungszeiten: Do 14–21 Uhr, Fr 15–19 Uhr, So 14–18 Uhr. www.kunstraum-vitrine.ch