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KRIENS: Wer vermisst eine Venus samt Cupido?

Schon vor 16 Jahren wurden zwei Bilder polizeilich beschlagnahmt, die sich in einem Schliessfach befunden haben. Wem sie gehören blieb bis heute unklar. Sie könnten aus einem Luzerner Haushalt stammen.
Bankangestellter öffnet ein Kundentresorfach im Tresorraum einer Bank. (Symbolbild) (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Bankangestellter öffnet ein Kundentresorfach im Tresorraum einer Bank. (Symbolbild) (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Eine spezielle «Amtliche Bekanntmachung» im Luzerner Kantonsblatt macht neugierig: Die Rede ist darin von zwei Bildern, welche am 26. März 2001 in Zürich polizeilich beschlagnahmt worden seien und «trotz umfangreicher Abklärungen» keinem Berechtigten hätten zugeordnet werden können. «Begründete Ansprüche auf die Bilder» sind laut der Bekanntmachung bei der Staatsanwaltschaft Abteilung 1 Luzern in Kriens ­anzumelden – unter Angabe der Akten-Nummer ASL 01 6661 05.

Das wirft Fragen auf: Warum wird in Luzern nach Eigentümern von Kunstwerken «gefahndet», wenn diese doch in Zürich sichergestellt wurden? Und warum wurden die Bilder überhaupt ­beschlagnahmt, wenn niemand Anspruch darauf erhebt?

Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Strafanwaltschaft, liefert auf Anfrage unserer Zeitung und nach kurzer Recherche erhellende Zusatzinformationen. Und bringt einen dritten Standort ins Spiel: Baden im Kanton Aargau. Dort sei an besagtem Tag im Jahr 2001 ein Mann wegen Ladendiebstahls festgenommen worden. «Die Polizei fand bei ihm damals einen Schlüssel für ein Schliessfach in Zürich.» Darin, so Kopp, habe der Verhaftete sechs Bilder aufbewahrt. Offensichtlich Diebesgut.

«Vier der Kunstwerke konnten seither ihren rechtmässigen Besitzern zurückgegeben werden.» Bei den verbleibenden zwei handle es sich um die nun im Kantonsblatt ausgeschriebenen. Das damalige Tätigkeitsfeld des Diebes lasse darauf schliessen, dass die beiden Bilder aus Luzerner Haushalten stammen könnten.

Staatsanwalt wird Fragen stellen

Unklar bleibt, warum zwischen der Sicherstellung der Bilder und der Ausschreibung im Kantonsblatt 16 Jahre vergingen. Ganz bewusst keine Antwort gibt Simon Kopp auf die Frage nach dem Wert der beiden Bilder – wie er auch keine Fotos der Kunstwerke zur Verfügung stellt: «Wer Anspruch auf die Bilder stellt, muss der Staatsanwaltschaft bezüglich Bildinhalt und Herkunft der Kunstwerke Fragen beantworten können.»

So müssen wir uns anhand der Beschreibung im Kantonsblatt ein Bild von den Bildern machen: Beim ersten handelt es sich um ein Ölgemälde auf Leinwand, 75 mal 99 Zentimeter gross, aus dem Rahmen herausgeschnitten. Es zeigt wohl eine mythologische Szene: Unter anderem werden Venus und Cupido, also römische Liebesgötter, darauf vermutet. «Eine Frau hält einen Speer in der Hand. Im Hintergrund sind eine Baumgruppe sowie Hügel und das Meer zu sehen.»

Das zweite Kunstwerk ist kein Original, sondern ein Offsetdruck nach einem Gemälde des deutschen Marinemalers Hugo Schnars-Alquist aus dem 19. Jahrhundert. Das 28 mal 42 Zentimeter grosse Bild zeigt ein Segelschiff auf hoher See und hat einen goldfarbenen Rahmen.

Wer hat ein Déjà-vu?

Christian Peter Meier

christian.meier@luzernerzeitung.ch

Kundentresorfaecher im Tresorraum in der Bank (Symbolbild) (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Kundentresorfaecher im Tresorraum in der Bank (Symbolbild) (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

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