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KRIENS: Wiget will Winiker beerben

Nach der Wahl von Paul Winiker in den Regierungsrat kommt der Grüne Cyrill Wiget aus der Deckung: Er will Gemeindepräsident werden. Noch offen ist, wen die SVP nominiert.
Der Grüne Krienser Gemeinderat Cyrill Wiget ist «bereit für eine neue Herausforderung». (Archivbild Pius Amrein)

Der Grüne Krienser Gemeinderat Cyrill Wiget ist «bereit für eine neue Herausforderung». (Archivbild Pius Amrein)

Beatrice Vogel

Am Sonntag ist der Krienser Gemeindepräsident Paul Winiker für die SVP in die Luzerner Kantonsregierung gewählt worden. Er wird sein neues Amt am 1. Juli antreten – Kriens muss darum relativ schnell einen Ersatz für den scheidenden Gemeindepräsidenten finden.

Seit Montag steht fest, dass sich Cyrill Wiget (Grüne), Vorsteher Umwelt, Sicherheit und Sport, für das Amt des Gemeindepräsidenten zur Wahl stellen wird. «Nach meiner über 10-jährigen Erfahrung als Gemeinderat bin ich bereit für eine neue Herausforderung», sagte er gestern auf Anfrage. Kriens befinde sich mit zahlreichen Grossprojekten wie der Zentrumsüberbauung oder der Sanierung der Finanzen im Umbruch – umso mehr sei es wichtig, dass Kontinuität gewährleistet sei, so Wiget. «Mit meinem Erfahrungsschatz könnte ich Garant dafür sein.»

Luthiger: Kandidatur möglich

Eine weitere mögliche Kandidatin ist Bildungs- und Kulturvorsteherin Judith Luthiger-Senn (SP). Sie hat sich bisher nicht dazu geäussert. Jetzt sagt sie: «Ich überlege mir eine Kandidatur.» Sie wolle aber abwarten, welche Kandidaten sonst noch aufgestellt werden. «Erst danach werde ich entscheiden, ob ich kandidiere oder nicht», so Luthiger. Dies auch deshalb, weil sie erst im dritten Amtsjahr als Gemeinderätin sei und es neben ihr andere mögliche Kandidaten mit mehr Erfahrung gebe. «Letztendlich muss die fähigste Person gewählt werden.» SP-Präsident Raphael Spörri sagt zu einer Kandidatur von Luthiger: «Wir überlassen es ihr, ob sie kandidieren möchte.»

Sidler will nicht

Heute kann das Gemeindepräsidium mit allen Departementen kombiniert werden. Je nachdem müssten aber Aufgaben und Pensen neu verteilt werden. Dies kommt nicht für alle Gemeinderäte in Frage. Sozialvorsteher Lothar Sidler (CVP) sagt, er möchte Sozialvorsteher bleiben und bei seinen heutigen Aufgaben keine Abstriche machen. «Mit meinem momentanen 90-Prozent-Pensum wäre das zusätzliche 20-Prozent-Pensum des Präsidialamts zu viel. Eine Verschiebung von einzelnen Aufgaben, um das Pensum zu reduzieren, ist fast nicht möglich, da das Sozialdepartement einen sehr geschlossenen Themenkreis umfasst. Deshalb werde ich nicht für das Amt des Gemeindepräsidenten kandidieren.»

Auch eine Präsidentschaftskandidatur von Gemeindeammann Matthias Senn (FDP) ist kaum zu erwarten. Er war zwar gestern ferienhalber nicht erreichbar, sagte aber im April in unserer Zeitung: «Eine Kandidatur als Gemeindepräsident ist für mich aus heutiger Sicht kein Thema.» Seine aktuellen Aufgaben reizen ihn mehr als das Gemeindepräsidium, so Senn.

«Valable» Kandidaten gefordert

Ob die SVP das Gemeindepräsidium halten will, ist gemäss Parteipräsident Peter Portmann (SVP) noch nicht definitiv. «Für uns ist wichtig, dass wir einen Gemeinderat haben. Das Präsidium ist zweitrangig», sagt er. Noch vor einem Monat klang das ganz anders: Am 1. April sagte Portmann gegenüber unserer Zeitung, die SVP wolle «das Gemeindepräsidium um jeden Preis verteidigen».

Ein SVP-Kandidat für den frei werdenden Gemeinderatssitz wird bei den anderen Parteien wohl auf Akzeptanz stossen – vorausgesetzt er ist «valabel», wie die Parteipräsidenten von SP, FDP, CVP und Grünen unisono verlauten lassen. Einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken kommt allen voran für die FDP in Frage. «Für den Fall, dass der SVP-Kandidat nicht unseren Erwartungen entspricht, werden wir uns vorbereiten und allenfalls einen eigenen Kandidaten aufstellen», sagt FDP-Präsident Robert Marty. Die CVP vertritt eine ähnliche Haltung. «Wir haben das Szenario natürlich intern besprochen», sagt CVP-Präsident Franco Faé. «Wir warten, welchen Kandidaten die SVP nominiert. Je nachdem wird die CVP eine aktive Rolle mit einem eigenen Kandidaten übernehmen.»

Die SP will noch abwarten. Präsident Raphael Spörri: «Einen eigenen Kandidaten werden wir eher nicht aufstellen, lassen dies aber noch offen. Da die Gemeinderatswahl eine Kopfwahl ist, werden wir, abhängig von den Personen, welche die anderen Parteien nominieren, unsere Entscheide treffen.» Die Grünen werden hingegen sicher keinen eigenen Kandidaten aufstellen. «Das wäre, gemessen am Wähleranteil, vermessen», so Grünen-Präsident Erich Tschümperlin.

So warten also alle auf die SVP. Die Partei hält sich bedeckt. «Ich nenne vorläufig noch keine Namen», sagt Peter Portmann. «Diese werden nach der Nominationsversammlung am 22. Mai bekannt gegeben.»

Wahl im August

bev. Das Datum der Ersatzwahl für den Sitz von Paul Winiker (SVP) im Gemeinderat und für das Amt des Gemeindepräsidenten wurde auf den 23. August festgelegt. Die Parteien haben bis zum 6. Juli Zeit, um Kandidaturen einzureichen. Ein allfälliger zweiter Wahlgang würde am 27. September durchgeführt. Zwischen dem Weggang von Paul Winiker am 30. Juni und der Ersatzwahl wird Vizepräsident Cyrill Wiget (Grüne) das Präsidialdepartement interimistisch leiten. Sozialvorsteher Lothar Sidler (CVP) ist während der Vakanz auch für die Finanzen zuständig.

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