KRIENS: «Wir führen das Konzert auf alle Fälle durch»

Nach einer Diskussion aller Beteiligten am runden Tisch scheint klar: Trotz aller Einwände findet das umstrittene Konzert im Krienser «Froschkönig» statt.

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Afrim Baftiroski. (Archivbild Michael Buholzer/Neue LZ)

Afrim Baftiroski. (Archivbild Michael Buholzer/Neue LZ)

«Wir führen das Konzert am 3. Oktober auf alle Fälle durch», sagte Baftiroski, der der Club  seit Ende November zusammen mit Markus Fortwängler betreibt, auf Anfrage. Und: «Wir halten den Kopf dafür hin, dass alles glatt über die Bühne geht.» Man werde für einen «perfekten» Ablauf des Konzerts sorgen und allen Besuchern einen «angenehmen Abend» garantieren.

Einerseits werde man mit entsprechenden Sicherheitsmassnahmen aufwarten, andererseits genau überprüfen, welche Songs von Marko Perkovic alias Thompson gespielt werden dürfen. Die Anzahl der Besucher werde limitiert. «Zudem lassen wir niemandem mit faschistischem Hintergrund hinein», verspricht Baftiroski. All dies geschehe in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kriens.

Auch Fehler eingestanden
Auch ihm seien in dieser Sache die Hände gebunden, da es sich um einen Fremdveranstalter handle. Baftiroski gesteht aber auch eigene Fehler ein: «Im Nachhinein ist klar, dass wir die Band besser unter die Lupe hätten nehmen müssen.» Doch es sei ja nicht das erste Mal, dass man Konzerte mit Acts aus Kroatien durchführe – und bis jetzt habe ja auch immer alles reibungslos geklappt. «Wir hätten nie damit gerechnet, dass es wegen des Konzerts so grossen Wirbel gibt – da müssen wir jetzt einfach durch.» Gegen Abend hin werde man diesbezüglich auch noch eine breit gestreute Medienmitteilung verschicken.

«Gesetzliche Grundlagen fehlen»
Bereits eine Medienmitteilung versandt hat die Gemeinde Kriens: Am runden Tisch habe der Gemeinderat aus Sorge um Sicherheit und Ordnung, aber auch zum Schutz moralischer und ethischer Grundwerte den Betreibern des Clubs nahegelegt, das Lokal nicht für den Auftritt zur Verfügung zu stellen. Mehr könne man jedoch nicht tun: «Der Gemeinderat respektiert die Gewerbefreiheit auch in einem Lokal der Unterhaltungsszene. Für die Durchsetzung eines Konzert-Verbots fehlen ihm deshalb die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen.» Abklärungen insbesondere auch mit der Polizei hätten ergeben, dass Konzerte des Musikers aufgrund der gewaltverherrlichenden Texte in einer Atmosphäre von Hass und Unruhe stattfinden und nicht selten auch von entsprechenden Aktionen im Umfeld begleitet seien. «Dagegen wehre sich der Gemeinderat in aller Deutlichkeit, gleichzeitig aber auch im Rahmen seiner Möglichkeiten.»

Juso will demonstrieren
Bereits in den Startplätzen stehen die Jungsozialisten des Kantons Luzern. Im Vorfeld hatte Grossstadtrat David Roth angekündigt, dass die Juso im Falle einer Durchführung des Konzerts eine «friedliche» Protestaktion durchführen werden.

Dave Schläpfer