KRIENS: Wird Wiget Krienser Gemeindepräsident?

Die Parteien bringen sich in Stellung für die allfällige Nachfolge von Paul Winiker. Gemeinde-ammann Matthias Senn (FDP) winkt ab. Der Grüne Cyrill Wiget hingegen wäre nicht abgeneigt.

Robert Knobel und Christian Glaus
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Cyrill Wiget ist bereit, allenfalls in die Fussstapfen von Paul Winiker als Gemeindepräsident zu treten. (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)

Cyrill Wiget ist bereit, allenfalls in die Fussstapfen von Paul Winiker als Gemeindepräsident zu treten. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Robert Knobel und Christian Glaus

Am 10. Mai fallen die Würfel auch für Kriens definitiv: Wird Paul Winiker (SVP) in den Regierungsrat gewählt, braucht Kriens einen neuen Gemeindepräsidenten. Es ist davon auszugehen, dass die SVP ihren Gemeinderatssitz und das Präsidium verteidigen will und mit einem eigenen Kandidaten für die Winiker-Nachfolge antritt (siehe Kasten). Doch auch die übrigen Gemeinderäte machen sich bereits jetzt Gedanken, wie es nach einem Ausscheiden Winikers weitergehen könnte.

Der Vizepräsident übernimmt

Naheliegend wäre insbesondere, dass einer der Bisherigen das Präsidium übernehmen will. Cyrill Wiget (Bild, Grüne) ist Vize-Gemeindepräsident. Sollte Winiker tatsächlich per Sommer aus dem Gemeinderat ausscheiden, wird Wiget von Amtes wegen die präsidialen Geschäfte ad interim weiterführen. «Ich bin bereit, in meinem Betrieb personell aufzustocken, um mich hauptsächlich um das Amt zu kümmern», sagt Wiget, der Inhaber des Velogeschäfts Velociped ist. Das Präsidentenamt wird in einem 80-Prozent-Pensum geführt. Könnte sich Wiget vorstellen, es auch definitiv zu übernehmen? Dazu wolle er sich erst nach einer allfälligen Wahl Winikers äussern, sagt Wiget. Er lässt aber durchblicken, dass er durchaus interessiert wäre und dass er sich auch beruflich entsprechend einrichten könnte. Wigets Wahlchancen wären intakt – er erzielte bei den letzten Wahlen 2012 das beste Resultat aller Gemeinderäte. Ob der hemdsärmlige Grüne als Gemeindepräsident ebenso beliebt wäre, ist allerdings eine andere Frage. Wiget selber sagt: «Ein Cyrill Wiget als Chef Umwelt, Verkehr, Sicherheit war vielleicht für einige einfacher zu wählen als einen grünen Gemeindepräsidenten.» Er fügt hinzu: «Hauptsache ist, dass für Kriens eine optimale Lösung gefunden wird.»

Lieber bauen als präsidieren

Auch für Gemeindeammann Matthias Senn (FDP) wäre es zumindest aus zeitlicher Sicht kein Problem, das Amt des Gemeindepräsidenten zu übernehmen. Als Vorsteher des Baudepartements arbeitet er jetzt schon im 92-Prozent-Pensum. Damit bewege sich die Arbeitsbelastung im ähnlichen Rahmen wie beim Präsidial- und Finanzdepartement. Dennoch sagt Senn: «Meine aktuellen Aufgaben reizen mich mehr als das Gemeindepräsidium.» Als Beispiele nennt Senn, der von Beruf Bauingenieur ist, die Entwicklung von Luzern Süd oder das Zentrumsprojekt, an dem er seit sieben Jahren arbeitet. «Eine Kandidatur als Gemeindepräsident ist für mich aus heutiger Sicht kein Thema.» Dies, obwohl seine Partei, die FDP, durchaus mit dem Präsidium liebäugelt.

Wie sieht es mit den Ambitionen der übrigen Gemeinderäte aus? Lothar Sidler (CVP) sagt: «Ich bin gerne Sozialvorsteher und möchte das auch bleiben.» Judith Luthiger-Senn (SP) ist ferienabwesend und war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Soll man auf Wahl verzichten?

Wird Paul Winiker Regierungsrat, tritt er dieses Amt noch vor den Sommerferien an. Wann die Ersatzwahl in Kriens stattfinden würde, ist noch unklar. Der Gemeinderat wird an seiner nächsten Sitzung in einer Woche das weitere Vorgehen besprechen. Speziell ist, dass in rund einem Jahr ohnehin Gesamterneuerungswahlen stattfinden. Soll der freie Sitz bis dahin überhaupt noch besetzt werden? Die rechtlichen Aspekte dazu werden zurzeit noch von der Gemeinde abgeklärt. Cyrill Wiget könnte sich vorstellen, auf eine Ersatzwahl zu verzichten: «Wir wären in der Lage, das bis zum nächsten Frühling auch zu viert durchzuziehen, wenn jeder sein Pensum vorübergehend aufstocken würde.»