KRIENS: Zentrum: Nein zu Etappierung

Das Parlament stellt sich hinter das Zentrumsprojekt und gegen eine Etappierung der vier Teile. Doch die grösste Hürde steht erst noch bevor – die Volksabstimmung.

Luca Wolf
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Oben links: «Zentrum Pilatus». Oben rechts: «Kultur / Jugend / Gewerbe Schappe Süd (mit Musikschule)». Unten links: «Wohnpark Teiggi / Gemeindehaus-Areal». Unten rechts: «Feuerwehr / Werkhof Eichenspes». (Bild: Visualisierung PD)

Oben links: «Zentrum Pilatus». Oben rechts: «Kultur / Jugend / Gewerbe Schappe Süd (mit Musikschule)». Unten links: «Wohnpark Teiggi / Gemeindehaus-Areal». Unten rechts: «Feuerwehr / Werkhof Eichenspes». (Bild: Visualisierung PD)

Zwar ging es gestern im Krienser Einwohnerrat erst um den Planungsbericht zum Zentrumsprojekt. Über den Kredit wird erst am 9. November abgestimmt, und am 9. Februar entscheidet das Volk.
Trotzdem sorgte die geplante Aufwertung des Zentrums für insgesamt 130 Millionen Franken im Parlament für
Zündstoff. Dabei war immerhin klar: Fast alle Politiker finden das Vorhaben, das die Gemeinde netto 46 Millionen kosten würde, eine gute Sache. Stein des Anstosses war aber der Antrag der SVP. Denn für die SVP ist laut Michael Günter klar: «Die vier Teile des Zentrumsprojekts sind alles gute Projekte.

Doch wir müssen unsere finanziellen Möglichkeiten darauf abstimmen und deshalb das Projekt etappieren.»
Jugendzentrum später bauen? Konkrekt schlägt die SVP vor, zuerst die zwei Teile neues Dienstleistungszentrum Pilatus und neue Wohn- und Arbeitsüberbauung Teiggi- und Gemeindehausareal
zu realisieren. Der Umbau des Gebäudes Schappe-Süd zu einem Jugend-, Kultur- und Vereinszentrum
sowie der Neubau für die Feuerwehr und den Werkhof sollen später angegangen werden. «Alles zusammen würde das Fuder überladen. Das Volk würde sonst niemals zustimmen, zumal damit eine Steuererhöhung verbunden wäre.» Nur mit einer Etappierung könne man die Aufwertung des Zentrums vor dem Absturz retten. Für alle anderen Parteien war aber klar: Das Projekt muss ohne Aufsplittung vors Volk.

«Feuerwehr / Werkhof Eichenspes» (Bild: PD)
18 Bilder
«Feuerwehr / Werkhof Eichenspes» (Bild: PD)
«Werkhof / Eichenspes» (Bild: PD)
Spatenstich am 26. Januar 2015 für das Feuerwehrlokal und den Werkhof im Eichenspes. (Bild: PD)
«Teiggi mit Gemeindehaus» (Bild: PD)
«Teiggi mit Gemeindehausplatz» (Bild: PD)
«Kultur / Jugend / Gewerbe Schappe Süd (mit Musikschule)» (Bild: Visualisierung PD)
«Schappe Süd» (Bild: PD)
Schappe Süd (Bild: PD)
Langmatt (Bild: PD)
«Zentrum Pilatus» (Bild: Visualisierung PD)
«Teiggi» (Bild: PD)
«Wohnpark Teiggi / Gemeindehaus-Areal» (Bild: Visualisierung PD)
«Schappe Süd» (Bild: PD)
Vorplatz mit Zentrum Pilatus aus Richtung Bellpark. (Bild: PD)
«Pilatussaal» (Bild: PD)
Zentrum Pilatus. (Bild: PD)
Die vier Teilprojekte in der Übersicht. (Bild: PD)

«Feuerwehr / Werkhof Eichenspes» (Bild: PD)

Lieber Mehrwert statt Flickwerk

«Seit über 10 Jahren wird an diesem Projekt gearbeitet, jetzt ist Zeit, vorwärtszumachen», sagte Judith Mathis (CVP) Für die Entwicklung und Ausstrahlung von Kriens sei das Zentrumsprojekt von grosser Bedeutung. Zumal alle Bevölkerungsgruppen davon profitieren würden. Und: «Die Sanierung der bestehenden Bauten ist keine Alternative. So müssten wir 25 Millionen investieren, würden aber keinen Mehrwert erzielen, sondern
ein Flickwerk erhalten.» Auch Roger Erni (FDP) wehrte sich gegen eine Etappierung: «Wir haben vier
sehr gute Teilprojekte und wollen diese als Einheit vors Volk bringen.» Nur so könnten alle Bevölkerungsgruppen profitieren. Finanziell sei die Belastung durchs Projekt in der laufenden Rechnung
mit 1,2 Millionen «ein Klacks». Mario Urfer (SP) erinnerte noch an das Nein der Krienser zur Fusion mit
Luzern. «Wir haben damals Ja zur Eigenständigkeit gesagt, jetzt wollen wir damit vorwärtsmachen.» Der Handlungsbedarf im Zentrum sei gross und die Finanzierung vertretbar. Auch Maurus Frey (Grüne) sah das so: «Jetzt nichts machen, kommt teurer.» Bei einer Etappierung bestehe die Gefahr, dass das auf später
vertagte Jugendzentrum gar nie verwirklicht würde. Betreffend weitere Steuererhöhung sei zudem längst klar, dass diese «unabhängig vom Zentrumsprojekt notwendig ist».

Demonstration mit Waage

Auch Gemeindeammann Matthias Senn argumentierte fürs Zentrumsprojekt und gegen eine Aufsplittung. Er
demonstrierte den Effekt mit einer Waage. Links legte er Schoggitaler als Symbol für die 46 Millionen Investitionskosten in die Schale. Dann füllte er Stück für Stück die rechte Schale mit Glasmurmeln
und zählt dabei jedesmal einen Vorteil für Kriens auf (etwa Aufwertung, Belebung, Gewinn für alle,
zentrale Verwaltung), bis die Waage auf die rechte Seite kippte. Senn mahnte auch: «Ein Auseinanderreissen des Zentrumsprojekts ist enorm schwierig, weil derart viele Abhängigkeiten zwischen den Teilen bestehen.» Finanzchef Paul Winiker schliesslich lobte, dass mit dem investierten Geld ein sehr hoher Nutzen
erzielt werden könne. «Im Herbst werden wir detailliert aufzeigen, wie das Projekt finanziert werden kann.» Dann zeige sich auch, ob es eine weitere Steuererhöhung brauche oder nicht. Ausschliessen könne man es nicht.

Am Schluss stimmte der Einwohnerrat mit 24 gegen 8 Stimmen gegen eine Etappierung. Mit dem gleichen Resultat wurde der Planungsbericht zustimmend zur Kenntnis genommen.