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KRIENS: Zukunft der Schülerhorte ist unklar

Jetzt ist bekannt, wer die Gemeinde zum öffentlichen Ausschreiben der Horte aufgefordert hat: Es war die Small Foot AG. Der konkurrierende Frauenverein pocht derweil auf einen baldigen Entscheid.
Sandra Monika Ziegler
Kitaleiterin Andrey Meyer in der neuen Small-Foot-Kita in Malters. (Bild: Philipp Schmidli (Malters, 24. Oktober 2017))

Kitaleiterin Andrey Meyer in der neuen Small-Foot-Kita in Malters. (Bild: Philipp Schmidli (Malters, 24. Oktober 2017))

«Wo kein Kläger, da kein Richter» – damit könnte argumentiert werden, warum die Gemeinde Kriens den Betrieb der Schülerhorte bis heute nie öffentlich ausgeschrieben hat. Die letzten zehn Jahre führt der Gemeinnützige Frauenverein Kriens fünf Horte mit 116 Plätzen, darunter auch derjenige im Bellpark. Erst als die Gemeinde in einem Schreiben von einem privaten Unternehmen angefragt wurde, nach welchen Richtlinien die Vergabe der Schülerbetreuung vonstatten gehe, wurde reagiert, wie die Krienser Bildungsvorsteherin Judith Luthiger (SP) an der letzten Einwohnerratssitzung erklärte (Artikel vom 3. November).

Privater Anbieter fordert mehr Transparenz

Das Schreiben kam von der Small Foot AG. Das private Unternehmen bietet familienergänzende Betreuungsangebote an. «Wir wollten mit unserem Schreiben mehr Transparenz in der Vergabe und nicht, dass der Auftrag unter der Hand wie in den Vorjahren vergeben wird. Wir wollen niemandem etwas wegnehmen oder jemandem schaden», sagt Fabian Haindl, Geschäftsleitungsmitglied bei Small Foot. Dies umso mehr, da die vier Gründer des Unternehmens alles Krienser seien und damit «ihre Verantwortung» wahrnehmen wollen.

Das private Unternehmen wolle durch die öffentliche Ausschreibung eruieren, ob es selber zu den gleichen Preisen die gleiche Qualität und Leistung anbieten könnte. Auch sei unklar, was genau im Leistungsvertrag über die 1,04 Millionen Franken alles enthalten sei. Fabian Haindl betont aber: «Wir sind weit davon entfernt, die Kinderhorte dem Gemeinnützigen Frauenverein wegzunehmen.»

Ob Small Foot bei einem Zuschlag die 30 Angestellten des Gemeinnützigen Frauenvereins übernehmen würde oder die Horte mit eigenem Personal betreiben will, steht aktuell nicht zur Debatte, wie Haindl weiter ausführt: «Wir könnten uns verschiedene Optionen vorstellen. So wäre auch denkbar, das Personal vom Gemeinnützigen Frauenverein zu übernehmen. Aber wir sind noch weit davon entfernt, überhaupt ein Mandat zu übernehmen.»

Small Foot war bisher in der Betreuung von Kindern im Alter von drei Monaten bis fünf Jahren tätig. Will das Unternehmen mit einem Schülerhort in ein neues Geschäftsfeld einsteigen? «Als Unternehmen muss man sich weiterentwickeln, wir sind auch im Kanton Aargau bereits in Abklärungen für ein ähnliches Projekt, nur viel grösser, was die Anzahl Plätze betrifft», sagt Haindl.

«Situation ist unbefriedigend»

Für den Gemeinnützigen Frauenverein ist die Betreuung der fünf Horte inzwischen das «Hauptgeschäft». Wird die Leistungsvereinbarung nicht erneuert, so muss sich der Verein in anderen Sparten neu orientieren, wie Edith Müller Loretz, Vorsitzende der Geschäftsleitung, sagt. Der Verein begrüsst die Überprüfung des Leistungsvertrages, kritisiert aber nach wie vor den Zeitbedarf. «Bereits im April wurde uns anlässlich unserer GV gesagt, dass es zur Überprüfung der Leistungsvereinbarung kommen wird. Nun soll es Frühling 2018 werden, bis sich der Gemeinderat entscheidet. Für unsere Planungssicherheit ist diese Situation unbefriedigend.» Vorerst wartet der Verein ab, wie sich die Gemeinde entscheidet. «Bekommen wir den Zuschlag, machen wir weiter.» Falls nicht, sei im Sommer 2018 Schluss, so Müller.

Für die Gemeinde stehen gleich mehrere Szenarien im Raum: Sie könnte alles beim Alten lassen, und der Gemeinnützige Frauenverein Kriens führt die Schülerhorte wie bisher weiter, oder sie könnte einem Drittanbieter, wie etwa Small Foot, den Zuschlag geben. Eine weitere Möglichkeit wäre aber auch, dass die Gemeinde die Horte künftig selber führt, wie dies andere Gemeinden auch tun. Letztere Variante hätte den Vorteil, dass es keine öffentliche Ausschreibung braucht.

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

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