Krienser Buben wohnen hinter dem Berg

Lästermäuler in Kriens – das war einmal. Die 39. Bööggerätschete der Galli-Zunft ist längt eine hoch professionelle Bühnenshow geworden.

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Der Entertainer Pädy. (Bild: PD)

Der Entertainer Pädy. (Bild: PD)

Die Darbietung des Duos The Zimmis war hohe Kunst der optischen Täuschung. Die Tambourengruppe Rädäpläm zeigte einmal mehr, was echte Knebelkunst ist, und beendete ihr rhythmisches Feuerwerk auch mit tatsächlichem Funkensprühen, ausgelöst im Takt, versteht sich. Und der Entertainer Pädy könnte mit seinen Sprüchen und seiner Zaubershow auf jeder anderen Bühne bestehen. Die fasnächtliche Spontaneität und die frechen Aussagen, eben die Rätschete, wurden schmerzlich vermisst.

Die Vorstellung hatte durchaus viel Lokalkolorit zu verzeichnen. Wie Pädy eine Geschichte zu erzählen wusste, indem er alle Honoratioren von Kriens mit ihren Namen einfliessen liess, war hohe Schule und wurde mit vielen Lachern quittiert. Und zum Glück sorgte der Läferibueb zwischen den einzelnen Nummern mit einem neuen Kompagnon – sein angestammter Partner sass als Zunftweibel im Publikum – für träfe Sprüche. Mit dem Besen in der Hand konstatierte der Läferibueb, dass im Saal keine Orangen liegen geblieben sind. «Das ist wie am Donnerstag in Luzern. Da gab es auch keine Orangen, weil der Orangenwagen schon vor dem Umzug kaputtging.»

Was in Kriens politisch Schlagzeilen schrieb, wurde bloss am Rand thematisiert. Die Steuererhöhung etwa. Immerhin entpuppte sich die neue Krienser Weihnachtsbeleuchtung als Running Gag. Im hervorragend gespielten «Kasperlitheater» des Theaters HTK bestaunten die Mitwirkenden die «neue, leichte, feine Weihnachtsbeleuchtung», wobei der Läferibueb frotzelte, dass «mancher Balkon in Kriens besser beleuchtet war als die Luzernerstrasse».

Im Zentrum des Geschehens stand Gallivater Thomas Müller, der sich aus einem Frosch in einen «ganz ansehnlichen jungen Mann» (HTK) verwandelte. Und nicht zuletzt zu Müllers Ehren sangen The Zimmis: «Be e Chrienser Bueb, be e chliine Chrienser Bueb ond ech wohne henderem Bärg.»

Christian Bertschi

Weitere Aufführungen am Samstag um 18 Uhr und um 20.30 Uhr jeweils im Scala an der Luzernerstrasse in Kriens.

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