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Krienser Einwohnerrat entscheidet über Zukunft der ehemaligen jüdischen Schule

An der Sackweidstrasse soll eine neue Überbauung entstehen. Der Krienser Stadtrat beantragt beim Parlament dafür eine Umzonung des Areals. Teil des Geschäfts ist zudem der Gewässerschutz.
Stefan Dähler
Die ehemalige Talmud-Schule an der Sackweidstrasse steht seit Jahren leer und soll abgerissen werden. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 25. Juli 2018)

Die ehemalige Talmud-Schule an der Sackweidstrasse steht seit Jahren leer und soll abgerissen werden. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 25. Juli 2018)

Seit rund vier Jahren ist die Talmud-Hochschule an der Sackweidstrasse in Kriens geschlossen. Die Eigentümerin, die Genossenschaft Schweizerische Talmud-Hochschule Jeschiwah, wird dort keine neue Schule mehr eröffnen. Stattdessen sollen dort Wohnungen entstehen (wir berichteten). Dafür muss zuerst das Areal umgezont werden – von der Zone für öffentliche Zwecke in die Wohnzone D. Nach der öffentlichen Auflage im letzten Jahr behandelt der Einwohnerrat das Geschäft im Rahmen einer Teilzonenplanrevision nun am 23. Mai in erster Lesung.

Die Wohnzone D sieht Gebäudehöhen von bis zu 15 Metern vor und eine maximale Ausnützungsziffer von 0,63. Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass eine Überbauung mit rund 60 Wohnungen und 90 Parkplätzen möglich ist. Für den Stadtrat ist zwingend, dass ein Architekturwettbewerb durchgeführt wird, weil an diesem Standort eine hohe bauliche Qualität gefordert ist, wie dem Planungsbericht zur Teilzonenplanrevision zu entnehmen ist. Die Überbauung soll zudem 2000-Watt-kompatibel sein.

Kein Bedarf für öffentliche Nutzung

Eine Beibehaltung des Areals in der Zone für öffentliche Zwecke ist für den Stadtrat keine Option, da an diesem Standort kein Bedarf mehr für öffentliche Bauten bestehe. Durch die Umzonung erhält die Stadt einen Mehrwertabgabe. Um deren Höhe zu berechnen, will der Stadtrat «ein anerkanntes Büro beauftragen», wie er im Bericht und Antrag schreibt. Das Ergebnis sollte bei der zweiten Lesung im Einwohnerrat bekannt sein.

Ob die Genossenschaft Schweizerische Talmud-Hochschule Jeschiwah die Überbauung selbst realisieren oder das Areal verkaufen will, ist noch offen, sagt deren Präsident David Beck auf Anfrage.

Stadt legt Gewässerräume fest

Weiter ist mit dieser Teilzonenplanrevision die Festlegung von Gewässerräumen vorgesehen. Es handelt sich dabei um eine Vorgabe des auf Bundesebene revidierten Gewässerschutzgesetzes. Im Gewässerraum, dessen Umfang von der Breite der sogenannten Gerinnsohle abhängt, gelten diverse Einschränkungen. So ist der Einsatz von Pflanzen- und Düngemitteln ist nicht gestattet. Weiter dürfen grundsätzlich keine Neubauten erstellt werden. Für bestehende Gebäude besteht eine Bestandesgarantie, in dicht bebauten Gebieten kann die Gewässerraumbreite angepasst werden, solange der Hochwasserschutz gewährleistet ist. Unter derselben Voraussetzung will der Stadtrat bei Eindolungen teils auf Gewässerräume verzichten, beispielsweise im Zentrum.

Nach der ersten Lesung im Einwohnerrat ist im Juni während 30 Tagen erneut eine öffentliche Mitwirkung für die Teilzonenplanrevision geplant, wie der Krienser Stadtrat mitteilt. Läuft alles nach Plan, findet die zweite Lesung im November statt. Danach könnte der Regierungsrat die Revision im ersten Quartal des Jahres 2020 in Kraft setzen.

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