Krienser Einwohnerrat will Carparking auf dem Areal Hinterschlund verhindern

Die Stadt Luzern plant, Touristencars nach Kriens zu schicken. Doch das dortige Parlament macht diesem Plan einen Strich durch die Rechnung.

Stefan Dähler
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Blick auf das Areal Hinterschlund (links im Bild).

Blick auf das Areal Hinterschlund (links im Bild). 

Bild: Pius Amrein (Kriens, 12. Juni 2019)

Die Entscheidung war knapp: Mit 14 zu 12 Stimmen hat der Krienser Einwohnerrat am Donnerstag eine dringliche Motion der FDP überwiesen. Deren Ziel ist, ein Carparking auf dem Areal Hinterschlund zu verhindern. Dieses liegt in Kriens, gehört aber der Stadt Luzern. Letztere will dort ein temporäres Carparking als Ersatz für die wegfallenden Parkplätze auf dem Inseli einrichten. Doch diese Pläne dürften nun scheitern.

Denn aufgrund der Motion muss der Krienser Stadtrat nun das Bau- und Zonenreglement anpassen. Für das Grundstück Hinterschlund soll eine Bebauungsplanpflicht eingeführt werden. Weiter würden «befristete Zwischennutzungen» des Areals unterbunden. Stattdessen soll «eine zukunftsträchtige Entwicklung jenseits von Car-Parkplätzen» ermöglicht werden, so der Wortlaut der Motion.

Auch Kriens will etwas von Luzern

Grundsätzlich befürwortet keine der Krienser Parteien ein Carparking im Hinterschlund. Dennoch sprachen sich der Stadtrat, SP, Grüne und Teile der CVP gegen die Motion aus. Hintergrund ist, dass Kriens im Gebiet Luzern Süd eine Freizeitanlage, einen Velo- und Fussweg und allenfalls auch ein Schulhaus auf Boden realisieren will, der ebenfalls der Stadt Luzern gehört. Die Stadträte von Kriens und Luzern befinden sich derzeit in Verhandlungen. «Wir wollen das mit dem Luzerner Stadtrat aushandeln und auch etwas für die Stadt Kriens erreichen», sagte Bauvorsteher Matthias Senn (FDP).

Stadtpräsident Cyrill Wiget (Grüne) warnte: Kriens habe derzeit nicht das Geld, Land von privaten Grundstückeigentümern zu kaufen, um die genannten Projekte zu realisieren. Raoul Niederberger (Grüne) fügte an: «Wir wollen zuerst das Ergebnis der Verhandlungen abwarten.» Sollte dieses nicht zufriedenstellend sein, könne man das Carparking immer noch versenken. Man erreiche nichts, «wenn wir mit dem Holzhammer draufhauen», mahnte Cla Büchi (SP).

Überbauung mit Hochhaus möglich

Motionär Daniel Rösch dagegen argumentierte, dass die Stadt Luzern die negativen Auswirkungen des Cartourismus auslagern will. «Sie will nur das Gelbe vom Ei.» Dass die Cars zur Parkierung vom Luzerner Zentrum nach Kriens fahren müssten, wäre zudem «ökologischer Irrsinn».

Es gehe aber nicht nur ums Verhindern. Die Motion sei ein «erster Schritt für eine nachhaltige Entwicklung des Areals jenseits von Carparkplätzen». Das Grundstück weise ein grosses Potenzial auf. Im Entwicklungskonzept Luzern Süd ist auf dem Areal Hinterschlund eine Wohn- und Gewerbeüberbauung vorgesehen mit einem Hochhaus bis zu 45 Metern. Es liege aber schon sehr lange brach und werde bloss als Parkplatz bei Grossanlässen genutzt, so Rösch. Unterstützung erhielt er von Räto Camenisch (SVP): «Das Grundstück ist auf Krienser Boden, wir haben die Hoheit. Wir sollten unsere Vorgaben nicht jenen Luzerns anpassen.» 

Alternativer Standort gegenüber Südpol?

Dass das Carparking Hinterschlund nun wohl gestorben ist, muss aber nicht das Ende der Verhandlungen der Stadt Kriens mit der Stadt Luzern bedeuten. Matthias Senn erwähnte an der Debatte, dass auf Krienser Boden auch alternative Standorte existierten: Etwa auf dem Areal Rösslimatt gegenüber dem Südpol, wo der Landeigentümer mit einem Carparking einverstanden wäre.

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