Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Krienser Fussgängerstreifen sollen für Millionenbetrag saniert werden

Die Übergänge in Kriens sollen sicherer werden. Der Stadtrat rechnet dafür in den nächsten Jahren mit Kosten von rund 1,5 bis 2,5 Millionen Franken. Zahlreiche Übergänge dürften aber auch aufgehoben werden.
Stefan Dähler
Dieser Fussgängerstreifen im Mattenhof ist einer von 158 untersuchten Krienser Übergängen. (Bild: Manuela Jans-Koch, 27. Oktober 2019)

Dieser Fussgängerstreifen im Mattenhof ist einer von 158 untersuchten Krienser Übergängen. (Bild: Manuela Jans-Koch, 27. Oktober 2019)

Fehlende Mittelinseln oder schlechte Sicht – bei zahlreichen Krienser Fussgängerstreifen besteht Handlungsbedarf. «Für die nächsten Jahre werden Kosten von rund 1,5 bis 2,5 Millionen Franken angenommen», schreibt der Stadtrat im Bericht zu einem SVP-Postulat. In diesem Jahr seien Massnahmen für maximal 250'000 Franken budgetiert. Danach sieht der Aufgaben- und Finanzplan bis 2022 jeweils 435'000 Franken pro Jahr für die Sanierung von Fussgängerstreifen vor. Auch in den Folgejahren seien finanzielle Mittel nötig.

Der Stadtrat beruft sich dabei auf einen Bericht aus dem Jahr 2016, den er damals in Auftrag gegeben hatte. Insgesamt wurden 158 Fussgängerstreifen auf Gemeinde- und Privatstrassen untersucht. Bei 129 Übergängen empfiehlt der Bericht Sofortmassnahmen, bei 105 auch mittel- bis langfristige Sanierungsmassnahmen.

50 Übergänge zur Aufhebung empfohlen

Weiter empfiehlt der Bericht die Aufhebung von rund 50 Fussgängerstreifen. «In Tempo-30-Zonen werden Fussgängerstreifen nur angebracht, wenn besondere Vortrittsbedürfnisse für Fussgänger dies erfordern, beispielsweise bei Schulen und Pflegeheimen», schreibt der Stadtrat. Übergänge müssten die gesetzlichen Normen erfüllen, sonst würden sie eine falsche Sicherheit vortäuschen. Gemäss Schweizerischem Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) seien Fussgängerstreifen nur zulässig, «wenn die Sichtweite, die Erkennungsdistanz, die Fussverkehrs- sowie Fahrzeugmenge gegeben ist», schreibt das Krienser Bau- und Umweltdepartement auf Anfrage.

Wenn ein Fussgängerstreifen entfernt wird, müsse die Bevölkerung über die Gründe informiert werden. Bei rund 25 Fussgängerstreifen sei aber «noch abzuwägen, ob sie aufgehoben oder saniert werden sollen», so der Stadtrat in seiner Stellungnahme.

Die Kosten spielen bei den Überlegungen des Stadtrats eine Rolle, wie er schreibt:

«Bei vielen zu sanierenden Fussgängerstreifen muss ein erheblicher Sanierungsbetrag aufgewendet werden.»

Für die Abschätzung der Gesamtkosten sei daher zuerst eine Schätzung zu erstellen. Einige Sofortmassnahmen dagegen wurden bereits umgesetzt, so der Stadtrat. Als solche gelten neue Signalisationen oder Markierungen, eine andere Beleuchtung und das Zurückschneiden von Pflanzen für eine bessere Sicht, aber keine bauliche Massnahmen.

Kreisel soll Sicherheit erhöhen

Eine bauliche Massnahme, die derzeit realisiert wird, ist der neue Kreisel Horwerstrasse/Arsenalstrasse/Lauerzweg. Dadurch werde die Verkehrssicherheit für Fussgänger erhöht, wie das Bau- und Umweltdepartement auf Anfrage mitteilt. Nächstes Jahr soll zudem der Übergang am Mattenhof für den Fuss- sowie den Veloverkehr verbessert werden. Konkret ist geplant, den südlichen Fussgängerstreifen näher zum Knoten zu verschieben und durch eine Velofurt zu ergänzen. Die Kosten werden auf 90'000 Franken geschätzt (wir berichteten). Weitere Fussgängerstreifen, die umfassend saniert werden sollen, kann die Stadt noch nicht nennen.

Im Bericht von 2016 hervorgehoben werden zudem die Fussgängerstreifen entlang der Horwerstrasse. Dort sollen Mittelinseln errichtet werden. Diese verhindern, dass es an der entsprechenden Stelle zu gefährlichen Überholmanövern kommt. Konkrete Massnahmen sind noch nicht bekannt, im Gesamtverkehrskonzept ist für die Strasse jedoch die Einführung von Tempo 30 vorgesehen. «Darum müssen die Sanierungsmassnahmen mit den langfristigen Projekten abgestimmt werden und die Planung mit einem Betriebs- und Gestaltungskonzept weiter bearbeitet werden», so das Bau- und Umweltdepartement.

Fussgänger sollen Probleme melden

Der Verein Fussverkehr Schweiz, Region Luzern, hat ein Problemstellen-Meldefenster aufgeschaltet. Damit können Schwachstellen für Fussgänger online gemeldet werden. Der Verein will diese analysieren und den verantwortlichen Stellen mit Verbesserungsvorschlägen melden. «Damit soll der Fussverkehr, die klimafreundlichste Fortbewegungsart, im Kanton Luzern attraktiver und sicherer gemacht werden», heisst es in der Mitteilung des Vereins. Präsident Silvio Bonzanigo sagt: «Dank den Meldungen kennen wir Gefahrenstellen für Fussgänger, die sonst unbekannt blieben. Damit können wir den Bauämtern gezielt Verbesserungen vorschlagen.» Zusätzlich zur Beschreibung können auch Bilder der Situation hochgeladen werden. (ras)
Meldefenster: www.fussverkehr.ch/problemstelle-luzern

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.