80 Jahre Krienser Heimatschutztheater: Sie gelobten, nur in Mundart zu spielen

Das Heimatschutztheater Kriens feiert einen runden Geburtstag. Zum Jubiläum bittet es das Publikum ins Wartezimmer einer Schönheitsklinik.

Yvonne Imbach
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(Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 27. Oktober 2019)
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(Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 27. Oktober 2019)

(Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 27. Oktober 2019)

Wenn sich am Samstagabend der Premierenvorhang zum neuen Stück «Jubel, Trubel, Eitelkeit» des HTK Theaters Kriens öffnet, steht einem rundum amüsanten und unbeschwerten Theatererlebnis nichts im Wege. Bejubelt werden kann ausserdem die Tatsache, dass das HTK Theater Kriens in diesem Jahr seinen stolzen 80. Geburtstag feiert. Gegründet wurde das Heimatschutztheater in schwierigen Zeiten. Die 30er Jahre waren der Krise und der Arbeitslosigkeit ausgesetzt. Die Menschen waren verunsichert, und die politische Lage spitzte sich zu.

In der Vereinsgeschichte ist nachzulesen: «Die schweizerische Landesausstellung hatte dazu ermutigt, für Volk und Heimat einzustehen.» So kam es, dass sechs Männer am 26. Juni 1939 in der Wohnstube von Karl Hartmann das Heimatschutztheater gründeten. Sie gelobten, nur in Mundart zu spielen und für das Volk die Sitten und Bräuche ihrer Heimat zu bewahren.

Aus den ersten 15 Aktivmitgliedern und einem Passivmitglied im Gründungsjahr ist der Verein auf heute über 40 Aktivmitglieder, 18 nichtaktive Ehrenmitglieder und über 300 Passivmitglieder herangewachsen. In diesem Jahr wählte der Verein mit Erika Häberli eine neue Präsidentin, nach Helen Portmann und Bea Bucher ist sie die dritte Frau in diesem Amt.

Bea Bucher (71) war acht Jahre lang Präsidentin und ist seit 41 Jahren treues Vereinsmitglied. Was war die grösste Veränderung in all den Jahren? «Unser Umzug vom alten Pilatussaal ins neue Schappe-Kulturquadrat. Der alte Spielort hatte unglaublich viel Charme», blickt sie im Gespräch zurück, das in einer Probenpause geführt wurde. Sie sagt:

«Für mich heisst Theaterspielen auch, dass ich etwas für mein Gehirn mache.»

Es brauche zum Glück ja immer Jung und Alt, um die Rollen zu besetzen. «Ich spielte schon so viele Charaktere. Spontan fallen mir Putzfrau, Ehebrecherin und Krankenschwester ein.» Dieses Jahr mimt Bea Bucher eine Gräfin, die in einer Schönheitsklinik eingecheckt hat. Dort tummeln sich ausserdem einige kuriose Gestalten. Und nicht alle wollen ihr Gesicht vom Beautydoc verändern lassen, um etwa schöner zu werden. Das Publikum darf sich zwei Stunden lang ins Wartezimmer dazu setzen und erlebt einige Turbulenzen und Gaunereien. Dabei werden die Lachmuskeln eifrig trainiert, so dass man dem Traum eines Sixpacks näher kommen kann, ganz ohne fremde Hilfe.

Hinweis: Premiere Samstag, 2. November, 20 Uhr. Weitere acht Aufführungen bis am 22. November, im Kulturquadrat Schappe, Kriens. Tickets: Telefon 077 443 82 61 oder über die Webseite www.htk.ch.

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