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Krienser Kinder dürfen nun auch am Wochenende auf den Spielplatz

Die Spielgeräte beim Schulhaus Brunnmatt sind seit der Eröffnung der Anlage jeweils am Wochenende abgesperrt – obwohl das einer Weisung der Gemeinde widerspricht. Nun lässt der Gemeinderat die Gitter abmontieren. Trotz Widerstands der Anwohner.
Beatrice Vogel
Der Kleinkinderspielplatz beim Schulhaus Brunnmatt in Kriens ist künftig auch am Wochenende zugänglich. (Bild: Pius Amrein, 28. August 2018)

Der Kleinkinderspielplatz beim Schulhaus Brunnmatt in Kriens ist künftig auch am Wochenende zugänglich. (Bild: Pius Amrein, 28. August 2018)

Lärm und Littering: Die Anwohner des Schulhauses Brunnmatt sorgen sich um die Ruhe im Quartier. Deshalb haben sie vor neun Jahren erwirkt, dass ein Teil des Spielplatzes auf dem Schulgelände, der Kleinkinderspielplatz, jeweils am Wochenende geschlossen bleibt. Der Krienser Gemeinderat beugte sich damals der Forderung – im Sinn eines Kompromisses. Dies, obwohl in einer 2008 ausgearbeiteten Weisung festgehalten ist, dass Pausenplätze als öffentliche Räume gelten, die am Wochenende von der Bevölkerung benutzt werden können. Die Sonderregelung beim Schulhaus Brunnmatt ist eine Ausnahme in Kriens.

Nun gehört sie der Vergangenheit an. Der Gemeinderat hat nämlich entschieden, die gesamte Spielanlage gemäss der besagten Weisung künftig auch am Wochenende zu öffnen. Die Absperrgitter werden entfernt. Zurzeit finden im Rahmen der Schulhaussanierung Umgebungsarbeiten statt. Sobald diese abgeschlossen sind, können die Spielgeräte täglich genutzt werden. «Wir möchten damit den Grundsatz durchsetzen, dass öffentliche Räume belebt und für die ganze Bevölkerung zugänglich sein sollten», sagt Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne) auf Anfrage.

Anwohner: «Spielgeräte müssen weg»

Die Anwohner hätten zwar die bisherige Regelung lieber beibehalten. Um ihnen entgegen zu kommen, wird der Ordnungsdienst beauftragt, die Schulanlage Brunnmatt öfter zu kontrollieren. Finanziell habe das kaum Folgen, so Wiget.

«Ich zweifle, ob das mit dem Ordnungsdienst funktioniert», sagt ein Anwohner, der anonym bleiben möchte, gegenüber unserer Zeitung. Er ist nicht erfreut über die Entfernung der Absperrgitter: «Während des Schulbetriebs haben wir uns an den Lärm gewöhnt, aber am Wochenende will man auch mal in Ruhe ein Buch auf dem Balkon lesen.» Dem Anwohner sind vor allem die Spielgeräte ein Dorn im Auge – sie stünden zu nah an den angrenzenden Liegenschaften. «Die Spielgeräte müssen weg», sagt er denn auch entschieden. Das sei vom Gemeinderat schriftlich zugesichert worden, für den Fall, dass die Absperrung um den Spielplatz entfernt werde.

Ganz so definitiv klingt dies von Seiten des Gemeinderats jedoch nicht: Die Standorte der Spielgeräte sollen überprüft und allenfalls optimiert werden. «Wir verstehen die Bedürfnisse der Nachbarn genauso wie jene der Kinder und Jugendlichen. Mittels Ordnungsdienst, falls notwendig mittels Lärmoptimierungen beim Standort, möchten wir den grösstmöglichen Nutzen für alle herausholen», sagt Cyrill Wiget.

Sperrung ohne Erfahrungswerte beschlossen

Dass die wochenendliche Sperrung überhaupt thematisiert wurde, geht auf CVP-Einwohnerrätin Anita Burkhardt-Künzler zurück. Sie hatte mittels Postulat gefordert, eine vollständige Öffnung des Spielplatzes zu prüfen (Ausgabe vom 6. Februar). Entsprechend freut sie sich über den Entscheid des Gemeinderats. «Ich habe auch aus der Bevölkerung ein grosses positives Echo auf meinen Vorstoss erhalten. Viele konnten nicht verstehen, warum Spielgeräte weggeschlossen werden.» Für Burkhardt ist es erstaunlich, dass der Gemeinderat sich damals dem Druck der Anwohner gebeugt hat.

Tatsächlich erstaunt der voreilende Gehorsam, schliesslich wurde die Wochenendsperre beschlossen, bevor der Spielplatz überhaupt eröffnet wurde. Es gab also keine Erfahrungswerte, ob die Befürchtungen der Nachbarn tatsächlich eintreffen. Cyrill Wiget, der damals an der Aushandlung des Kompromisses beteiligt war, sagt dazu: «Bei der damaligen Umgestaltung des Pausenplatzes wurden mehr Geräte aufgestellt. Einige davon waren nahe an den Gärten der Nachbarhäuser. Das ging fast nicht anders. Deswegen waren wir bereit, auf einen Kompromiss einzugehen.»

Schliessung günstiger als Umbau

Wie der Gemeinderat in seinem Bericht zum Postulat von Anita Burkhardt schreibt, habe man 2009 mit rund 50 Quartierbewohnern die Situation diskutiert. Die exponierten Spielgeräte durften gemäss Kompromiss stehen bleiben, mussten aber am Wochenende abgesperrt werden. Wiget erklärt: «Die Schliessung des Spielplatzes am Wochenende war einiges günstiger, als die frisch aufgestellten Spielgeräte wieder zu entfernen respektive zu verschieben.»

Anwohnerin Ruth Murer findet, dass man jetzt abwarten müsse, wie sich die Situation entwickelt. Sie betont jedoch, dass der grösste Teil der Spielfläche beim Brunnmatt-Schulhaus immer offen war. «Auf dem Pausenplatz wird Basket- und Fussball gespielt, was entsprechenden Lärm verursacht.» Wichtig ist für sie, dass bei einer vollständigen Öffnung der Anlage, diese entsprechend betreut wird.

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