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Krienser Parlament kämpft weiter für Spielplätze - und gegen provisorische Schulhäuser

Die Gemeinde Kriens braucht mehr Schulraum. Auch wenn der Gemeinderat langfristig feste Neubauten plant, will er kurzfristig mit mobilen Bauen weiterarbeiten. Doch der Einwohnerrat hat genug davon.
Beatrice Vogel
Die beiden modulen Schulbauten auf der Krauerwiese in Kriens. (Bild: Boris Bürgisser, 3.Juni 2016)

Die beiden modulen Schulbauten auf der Krauerwiese in Kriens. (Bild: Boris Bürgisser, 3.Juni 2016)

In den nächsten Jahren werden in Kriens die Schülerzahlen wachsen, schon in fünf Jahren soll es 2000 Primarschüler geben, heute sind es deren 1400. Dies ist unter anderem der regen Bautätigkeit geschuldet, allen voran im Gebiet Luzern Süd, wo derzeit viele neue Wohnungen entstehen. Der Gemeinderat zieht deshalb den Bau eines neuen Schulhauses in Luzern Süd in Erwägung. Zuvor sollen aber die bestehenden Schulanlagen zu ihrem maximalen Potenzial ausgebaut werden. Insbesondere für die Schulhäuser Kuonimatt und Roggern sollen erweitert werden (wir berichteten).

Der Einwohnerrat unterstützt diese Stossrichtung mehrheitlich, wie sich an der Sitzung vom Donnerstag bei der Behandlung des Planungsberichts Schulraum zeigte. Dass es mehr Schulraum brauche, sei ausgewiesen, so der Tenor, wobei zunächst die bestehenden Schulanlagen erweitert und nicht auf Vorrat gebaut werden soll. Die meisten Fraktionen sprachen sich zudem dafür aus, künftig mehr auf feste statt auf module Schulbauten zu setzen. Zudem machen sich die Parlamentarier über die Kosten Sorgen, ist Kriens finanziell doch nicht gerade auf Rosen gebettet.

Dauerhafte Lösungen gefordert

Nicht wirklich zufrieden waren die Linken. «Mir scheint, wir haben die Entwicklung ein wenig verschlafen. Reagieren statt agieren beherrscht unser Tun», sagte Raphael Spörri (SP). Durch das Wachstum in den Entwicklungsgebieten brauche es möglichst bald Schulraum. Die Frage sei allerdings wo dies geschehen soll, ohne Freiflächen zu strapazieren, und wie der Schulraum finanziert werden soll. «Wir müssen jetzt mit fixen Bauten anfangen, damit die mobilen Bauten bald abgebaut werden können», so Spörri.

Die Grünen stiessen ins gleiche Horn und echauffierten sich über die «180-Grad-Kehrtwende» des Gemeinderats. «Einst hiess es, dass die mobilen bald durch feste Bauten ersetzt werden. Jetzt will der Gemeinderat ein Modul von der Krauerwiese ins Kuonimatt verlegen», sagte Bruno Bienz (Grüne). Auch, dass ein Modul auf der Krauerwiese bestehen bleiben soll, sorgte bei Bienz für Kritik: «Das widerspricht der Strategie, dass die Aufenthaltsqualität der Grünflächen kontinuierlich erhöht werden soll.»

Ersatz für belegte Spielwiese

Obwohl die bürgerlichen Fraktionen der Schulraumplanung grösstenteils ihr Wohlwollen aussprachen, bemängelten auch sie das Verschwinden von Freiflächen durch module Schulbauten. Die Freiräume bei Schulhäusern sind ein viel diskutiertes Thema in Kriens, in der Kuonimatt wehrt man sich gegen den neuen Modulbau auf grüner Wiese (wir berichteten). Auch die Krauerwiese, auf der aktuell zwei Modulbauten stehen, von denen einer vorläufig bleiben soll, ist ein solcher Fall. «Man hat uns versprochen, dass die Krauerwiese nach einigen Jahren wieder frei wird. Dass dort nun ein Modul stehen bleiben soll, können wir nicht akzeptieren», sagte Judith Mathis-Wicki (CVP). Bei einem längeren Verbleib des Modulbaus müsse die Grünfläche ersetzt werden. «Die Bevölkerung braucht den Freiraum dringend.» Mathis-Wicki stellte einen Antrag auf Bemerkung, dass in unmittelbarer Nähe der Krauerwiese eine Ersatzfläche für Schüler und Öffentlichkeit zu Verfügung gestellt wird - dieser wurde vom Rat überwiesen - und sie reichte auch gleich ein Postulat zum selben Thema ein.

Gemeinderätin Judith Luthiger (SP) fragte als Reaktion darauf: «Wie wollen wir Schulraum bauen, wenn keine Flächen verloren gehen dürfen?» Kriens müsse für die neuen Schüler bereit sein. Zudem seien die meisten Ausbauten seit drei Jahren angedacht. Langfristig seien für die Kuonimatt Fixbauten geplant. Der Modulbau auf der Krauerwiese bleibe vorläufig stehen, weil unter anderem neue Kindergärten geschaffen werden müssen. «Die Module ermöglichen eine gewisse Flexibilität, die wir derzeit brauchen.»

Der Rat überwies zudem drei Protokollbemerkungen der Kommission für Bildung, Soziales und Gesundheit (KBSG). So soll erstens abgeklärt werden, ob eigene Landreserven im Bereich Meiersmatt für ein Sekundarschulhaus verwendet werden könnten. Zweitens soll der Gemeinderat die Gespräche mit den Investoren der Pilatusarena vertiefen, damit die geplante Saalsporthalle für den Schulsport genutzt werden kann, denn: Auch Turnhallen werden knapp. Drittens soll Land in Luzern Süd für einen allfälligen neuen Schulstandort gesichert und eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Horw geprüft werden.

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