Krienser Parlament will unterirdische Verkehrsführung am Mattenhof prüfen

Der Einwohnerrat von Kriens hat den Planungsbericht für das Gebiet Luzern Süd grösstenteils positiv aufgenommen. Dennoch sorgte das Geschäft für intensive Diskussionen.

Stefan Dähler
Drucken
Teilen
So könnte das Gebiet Mattenhof in Kriens künftig aussehen. In der Mitte ist die Pilatus-Arena abgebildet. Visualisierung: PD

So könnte das Gebiet Mattenhof in Kriens künftig aussehen. In der Mitte ist die Pilatus-Arena abgebildet. Visualisierung: PD

Mehrere Hochhäuser rund um den Kreisel Mattenhof, die Umgestaltung des Knotens in eine Kreuzung - das sind zentrale Punkte des Planungsberichts Luzern Süd der Stadt Kriens (wir berichteten). Weiter soll ein neuer Verbindungsweg - der sogenannte Bogenweg - zwischen Mattenhof und dem Gebiet Hinderschlund entstehen. Weiter sieht der Bericht auf der Überdachung der A2 den sogenannten Autobahnpark mit Naturräumen, Spiel- und Sportplätzen vor (siehe Grafik).

Am Donnerstag hat nun der Einwohnerrat den Bericht behandelt. Dieser stiess grösstenteils auf positives Echo. «Es bietet sich die riesige Gelegenheit, eine Stadt neu zu planen», sagte etwa Räto Camenisch (SVP). «Wir müssen vermeiden, dass es eine Retortenstadt wird.» Das vorliegende Planwerk sei dafür gut geeignet. Mehrere Fraktionen betonten, dass dieses nun rasch in einen Teilrichtplan münden soll, der behördenverbindlich ist. 

Während der Detailberatung wurden dann zahlreiche Anträge auf Bemerkung diskutiert. So forderte die SVP vergebens, auf Fahrtenkontingente zu verzichten oder die Umgestaltung des Kreisels Mattenhof in eine Kreuzung abzulehnen. «Mit einer Kreuzung könnten wir Fläche für die Schaffung des Mattenplatzes gewinnen», sagte Bauvorsteher Matthias Senn (FDP). Er betonte aber, dass für die Umgestaltung zuerst klar sein müsse, wie die Gebiete an der Industriestrasse erschlossen würden.

Angenommen wurde dagegen ein Antrag der SP, dass der Mattenplatz fussgängerfreundlich und mit möglichst grosser Aufenthaltsqualität gestaltet sein soll. Während der Diskussion zu diesem Thema kam zudem die Idee auf, auch eine unterirdische Verkehrsführung im Mattenhof zu prüfen. Ein entsprechender Antrag wurde schliesslich ebenfalls überwiesen.

Wiese soll erhalten bleiben

Aber nicht nur der Mattenplatz sorgte für Gesprächsstoff. So hatte die SP Erfolg mit einem Antrag, dass oberirdische Parkierungsanlagen möglichst mit Mantelnutzungen wie etwa Wohnungen realisiert werden sollen, um die Anlagen städtebaulich zu integrieren. Keinen Erfolg hatte die Fraktion dagegen mit der Forderungen, dass mögliche Standorte für ein Quartierzentrum evaluiert werden sollen und dass der Mitwirkung der Bevölkerung grosse Wichtigkeit beizumessen sei.

Wiederum überwiesen wurde ein Antrag der Grünen, die Magerwiese auf dem Autobahnpark-Abschnitt Schällenmatt nicht zu Gunsten öffentlicher Anlagen zu opfern. Dies, damit die dortige Biodiversität erhalten bleibt. Ebenfalls überwiesen wurde ein SVP-Antrag zum Thema Bypass. Die Mehrwertabschöpfung aus den Aufzonungen entlang der Autobahn soll zu wesentlichen Teilen in eine siedlungsverträgliche Umsetzung des Bypasses fliessen.

Kritik musste sich der Stadtrat dann doch noch anhören. So gaben mehrere Einwohnerräte zu Protokoll, dass der enorm umfangreiche Planungsbericht mit mehreren beiliegenden Plänen und weiteren Unterlagen für Milizparlamentarier kaum zu bewältigen sei.