Krienser Parteien befürworten
Pilatus-Arena, fordern aber Verbesserungen

Am Donnerstag kommt der Bebauungsplan für die Pilatus-Arena in den Krienser Einwohnerrat. Zu reden geben dürften vor allem die Mehrwertabgabe und die Aussenräume.

Stefan Dähler
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So soll die Überbauung mit zwei Hochhäusern und der Saalsporthalle aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll die Überbauung mit zwei Hochhäusern und der Saalsporthalle aussehen. (Visualisierung: PD)

Das nächste Grossprojekt für Kriens steht an: Auf der Brache beim Bahnhof Mattenhof sollen bis Herbst 2023 eine Saalsporthalle mit Platz für rund 4000 Besucher sowie zwei Wohn-Hochhäuser mit 50 und 110 Metern Höhe und total 415 Wohnungen entstehen. Nachdem die Initianten rund um den Handballclub Kriens und der Eberli Sarnen AG Investoren gewinnen konnten, folgt nun der politische Prozess. Der für das Projekt nötige Bebauungsplan inklusive Zonenplanänderung wird am Donnerstag im Krienser Einwohnerrat in erster Lesung behandelt.

Dort stösst die Pilatus-Arena bei allen Parteien grundsätzlich auf Wohlwollen. «Der Bedarf für eine multifunktionale Saalsporthalle ist ausgewiesen, mit der Pilatus-Arena wird eine Infrastruktur-Lücke in der Region geschlossen», sagt etwa CVP-Fraktionschef Andreas Vonesch auf Anfrage. «Es entsteht ein grosser Mehrwert für die ganze Region sowie den Sport, und das Gebiet wird aufgewertet», so FDP-Fraktionschef Beat Tanner. Die Wohnlage mit besten Verkehrsanschlüssen und diversen Freizeitmöglichkeiten sei sehr attraktiv. Für die SP ist der Mattenhof «der richtige Ort für eine Arena, auch wenn das Grundstück eigentlich zu klein ist, im speziellen für deren Mantelnutzung», so Fraktionschef Cla Büchi. Denn: «Die Erschliessung mit dem ÖV ist sehr gut.» SVP-Fraktionschef Räto Camenisch spricht gar von einem «Sechser im Lotto». Ohne dass die Stadt Kriens einen Beitrag bezahlen muss, erhalte sie eine Sportstätte von überregionaler Bedeutung.

Konkretere Aussagen zur Freizeitanlage gefordert

Die Parteien üben aber auch Kritik. «Es müssen noch einige Verbesserungen vorgenommen werden, sonst behalten wir uns eine Ablehnung vor», sagt etwa Grünen-Fraktionschef Raoul Niederberger. Seine Fraktion wird einen Antrag zur Freizeitfläche einreichen, die die Stadt als Kompensation im Gebiet Luzern Süd realisieren will. «Das Projekt ist noch viel zu wenig konkret. Bis zur 2. Lesung muss der Stadtrat Aussagen zum Standort und der Finanzierung machen können.» Weiter soll noch genauer aufgezeigt werden, warum das Hochhaus 110 Meter hoch sein müsse, um die Finanzierung der Sporthalle zu sichern. «Die Notwendigkeit dieser Höhe ist aus unserer Sicht noch zu wenig ausgewiesen.»

Auch Andreas Vonesch betont, dass aufgrund des grossen Fussabdrucks der Überbauung Wert auf die Gestaltung der sozialen und der Aussenräume gelegt werden. Wie die Grünen fordert die CVP «eine genauere Aussage dazu, wo die neue Freizeitanlage realisiert werden soll».

Mehrwertabgabe durch Investoren zu tief?

SP und FDP üben Kritik an der Mehrwertabgabe von 2 Millionen Franken. Das sei zu wenig, so Cla Büchi. «Dass bei der Berechnung die Kosten für die Arena vom Mehrwert für die Aufzonung abgezogen worden sind, ist aus unserer Sicht nicht in Ordnung.» Beat Tanner kündigt an: «Wir werden in einem Antrag fordern, dass die Stadt nochmals Verhandlungen aufnimmt.» Denn für Kriens stünden im Gebiet ebenfalls grosse Investitionen an, die letztendlich auch den Bauherren zugutekommen: etwa in die Süd-Allee, Schulräume oder die neue Freizeitanlage.

CVP und SP betonen weiter, dass die Promenade auf dem Vorplatz nicht als Spiel- und Freizeitfläche angerechnet werden könne. «Diese wird vielfältig durch Langsamverkehr, Abstellplätze, Erschliessung Arena und das Gewerbe belegt», sagt Cla Büchi. Folglich müssten die Investoren eine Abgabe wegen fehlender Spiel- und Freizeitflächen leisten, die die Stadt in die geplante neue Anlage investieren könnte. 

Parkleitsystem soll Verkehrschaos verhindern

Auch die SVP wird Anträge zu Detailfragen einreichen. «Da die Halle keine Parkplätze für Besucher von Anlässen bietet, fordern wir ein elektronisches Parkleitsystem, damit die Autos auf der Suche nach einem Parkplatz nicht lange im Gebiet herumfahren», sagt Räto Camenisch. Weiter beantragt die SVP, einen Teil des Hallendachs so zu gestalten, damit dieser als Freifläche genutzt werden könnte. Aus statischen Gründen ist das derzeit nicht vorgesehen. Die Forderung Camenischs teilt übrigens auch das kantonale Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement, wie dem Vorprüfungsbericht zum Bebauungsplan zu entnehmen ist.

Hinweis: Die zweite Lesung im Einwohnerrat ist im Mai 2020 geplant.