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Krienser Parteien nehmen Mehrkosten zur Kleinfeld-Baustelle zähneknirschend hin

Dass die auf der Kleinfeld-Baustelle entdeckte Schwermetalldeponie vollständig abgetragen wird, ist politisch unbestritten. Einige Fragen bleiben dennoch.
Hugo Bischof
Beim Aushub für den Bau des Stadions Kleinfeld in Kriens stiess man auf eine Schadstoff-Deponie. Deshalb verzögert sich die Eröffnung um mehrere Wochen. (Bild: Manuela Jans-Koch, 5. Juli 2018)

Beim Aushub für den Bau des Stadions Kleinfeld in Kriens stiess man auf eine Schadstoff-Deponie. Deshalb verzögert sich die Eröffnung um mehrere Wochen. (Bild:
Manuela Jans-Koch, 5. Juli 2018)

Auf der Kleinfeld-Baustelle ist überraschend eine Schwermetall-Deponie zum Vorschein gekommen. Die Eröffnung des neuen Stadions des Fussballclubs SC Kriens (SCK) wird sich nun weiter verzögern – der erste Match soll nun am 28. September oder 7. Oktober stattfinden. Der Krienser Gemeinderat hat entschieden, die Deponie vollständig abzutragen; das wird die Gemeinde mehrere Hunderttausend Franken kosten.

«Mehrere hunderttausend Franken, das ist schon sehr viel Geld», sagt CVP-Fraktionschef Andreas Vonesch. «Dennoch ist der Entscheid des Gemeinderats, das Gelände nachhaltig zu sanieren, richtig.» Die Alternative wäre gewesen, nur die oberste belastete Schicht abzutragen und den Rest zu belassen. «Das wäre aber Pflästerlipolitik», sagt Vonesch. «Irgendwann würden die Schadstoffe dann doch wieder zum Vorschein kommen.»

Gemeinderat soll Kanton um Kostenbeteiligung bitten

Auch die anderen im Einwohnerrat vertretenen Parteien unterstützen den Entscheid des Gemeinderats zur Totalsanierung. «Bei einer Teilabtragung würde ein erhebliches Risiko bestehen, dass sich der Boden stetig senkt», sagt FDP-Fraktionschef Beat Tanner. «Dadurch würde der für das neue Stadion vorgesehene Kunstrasen beschädigt und unbrauchbar.» Die Sanierung des Kunstrasens und die Beseitigung der Altlasten würden «noch höhere Kosten bedeuten».

«Wir müssen diese Mehrkosten wohl oder übel verkraften», so Tanner. «Es ärgert uns aber sehr, dass mit diesem Geld kein Mehrwert für die Bevölkerung geschaffen werden kann.» Tanner verweist darauf, dass der Kanton der Bevölkerung seit diesem Jahr Sonderbeiträge für Altlastensanierungen mit den Steuern in Rechnung stellt. Der Gemeinderat solle sich beim Kanton für eine Kostenbeteiligung aus diesen Geldern einsetzen.

«Die FDP begrüsst den Sport und weiss, was der SCK für die Jugend macht», bekräftigt FDP-Einwohnerrat Enrico Ercolani. Auch ökologische Gründe sprechen für die totale Sanierung: «Schwermetall hat auf dem Kleinfeld nichts zu suchen.» Es sei deshalb «unvorstellbar, dass die Mehrkosten nicht akzeptiert werden». Ebenso klar sei, dass man die Situation aufgrund der angespannten Finanzlage der Gemeinde wohl «zähneknirschend zur Kenntnis nehmen wird».

Auch SP-Fraktionschef Cla Büchi findet das Vorgehen des Gemeinderats richtig: «Sonst bleibt diese Deponie eine Zeitbombe.» Nach dem Verlegen des Kunstrasens könnte es Absenkungen geben, so dass die Schadstoffe wieder zum Vorschein kommen könnten.» Büchi bedauert – wie auch die Sprecher der anderen Parteien –, dass der Verursacher der Deponie unbekannt ist. Er empfiehlt in dieser Sache zusätzliche Recherchen: «Wenn dabei etwas herauskommt, müsste der Gemeinderat versuchen, Schadenersatz einzufordern.» Die Deponie stammt vermutlich aus den 1940er Jahren.

«Nicht immer wieder die gleichen Fehler machen»

Auch für SVP-Fraktionschef Räto Camenisch ist wichtig, dass der Boden «so saniert wird, dass er für immer sauber ist». Dies sei Aufgabe der Gemeinde, da ihr der Boden gehöre. «Deshalb müssen wir die Mehrkosten schlucken», sagt Camenisch. Man könne die Arbeiten über die Sommerferien erledigen. Die Verzögerung bei der Eröffnung des Stadions sei «tragbar». Auf Grundstücken seien früher leider häufig Sonderabfälle «entsorgt» worden, ohne sie zu erfassen, sagt Bruno Bienz, Fraktionschef der Grünen. «Wichtig ist, dass diese entdeckt und sauber entsorgt werden.» Auch für Bienz ist klar: «Die jetzt entdeckte Deponie muss vollständig abgetragen werden. Es kann ja nicht sein, dass wir die gleichen Fehler immer wieder machen. Es gibt noch genug Altlasten, die wir der zukünftigen Generation hinterlassen. Zudem werden solche Flickwerke immer teurer.»

Kritik übt Bienz an der Kommunikation des Gemeinderats bezüglich der entstehenden Kosten. «In der Medienmitteilung spricht er von mehreren Hunderttausend Franken», so Bienz. «Bei einer Vorinformation an die Fraktionschefs der Parteien sprach er hingegen von 1,2 Millionen Franken.» Da gäbe es Erklärungsbedarf: «Wir erwarten vom Gemeinderat die volle Transparenz bezüglich der Kosten.»

Kosten bis zu 1,2 Millionen Franken möglich

Wie viel die Sanierung dereinst kosten werde, könne man heute noch nicht mit Sicherheit sagen, sagt dazu Bruno Weishaupt, Abteilungsleiter Immobilien bei der Gemeinde Kriens. «In einer groben Schätzung gehen wir von 800 000 bis 900 000 Franken aus.» Dabei könne es aber eine Abweichung von 20 bis 30 Prozent geben. Macht man die Rechnung, könnten die Kosten so bis zu 1,2 Millionen betragen, im besten Fall aber auch deutlich weniger als 800 000 Franken.

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