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Krienser Pflegeheim Grossfeld: Plötzlich ist der Erhalt wieder eine Option

Nach Kritik an den Abriss-Plänen will der Gemeinderat beim Projektwettbewerb nun offen lassen, ob das Pflegeheim einem Neubau weicht oder nicht. Eine weitere Nutzung in der heutigen Form kommt für die Heime Kriens AG aber nicht in Frage.
Stefan Dähler und Beatrice Vogel
Die Raumeinteilung des Pflegeheims Grossfeld ist nicht mehr zeitgemäss. Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 1. Februar 2016)

Die Raumeinteilung des Pflegeheims Grossfeld ist nicht mehr zeitgemäss. Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 1. Februar 2016)

Das Schicksal des Pflegeheims Grossfeld war eigentlich schon besiegelt: Nachdem der Kanton Luzern auf Antrag des Krienser Gemeinderats auf eine Unterschutzstellung verzichtet hatte, schien der Weg für einen Abriss frei zu sein.

Doch nun plant der Gemeinderat einen offenen Projektwettbewerb. Das heisst, den Teilnehmern wäre freigestellt, ob sie «das bestehende Gebäude bei ihrem Lösungsvorschlag gesamthaft, nur Teilbereiche davon oder überhaupt nicht mit einbeziehen», teilt Sozialvorsteher Lothar Sidler (CVP) auf Anfrage mit.

In der Vergangenheit hat der Gemeinderat betont, dass er das sanierungsbedürftige Pflegeheim für rund 54 Millionen Franken durch einen Neubau ersetzen will. Dies, weil die Gebäudestruktur nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspreche (wir berichteten).

Fachgremium gab den Ausschlag

Zum Umdenken geführt hat ein offener Brief der Interessengemeinschaft Baukultur Zentralschweiz vom letzten Dezember. Darin kritisierte sie den geplanten Abriss des von 1966 bis 1968 nach Plänen des Architekten Walter Rüssli erbauten Gebäudes, das im kantonalen Inventar als schützenswert eingestuft ist. Die IG forderte, dass der Erhalt ein «Bestandteil der Wettbewerbsaufgabe» wird. Denkbar sei auch eine Umnutzung des Gebäudes. Weiter wies die IG darauf hin, dass Fachverbände Projekte «falls notwendig boykottieren können» – wie beim nie realisierten Neubau der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern.

In der Folge hat der Gemeinderat eine Stellungnahme bei einem Fachgremium eingeholt, das die Gemeinde bei Bauprojekten in Gestaltungsfragen jeweils berät. Aufgrund dieser Stellungnahme habe man sich für die offene Wettbewerbsvorgabe entschieden, so Lothar Sidler. Vorgesehen sind eine öffentliche Ausschreibung und ein zweistufiges Verfahren. In der ersten Stufe sollen die Teilnehmer Vorstudien erarbeiten. Falls sie das Grossfeld ganz oder teilweise erhalten wollen, müssen sie Umnutzungsvorschläge machen. In der zweiten Stufe geht es darum, konkrete Projektvorschläge zu erarbeiten. Beim Bau muss auch die Denkmalpflege miteinbezogen werden, weil das Grossfeld wie erwähnt als schützenswert gilt.

Wettbewerb wird aufwendiger

Die offene Wettbewerbsvorgabe stelle eine grössere Herausforderung dar als bei einem Neubau, so Sidler. Die Teilnehmer müssen mehr Optionen abwägen, die Jury wird dementsprechend ein breiteres Spektrum an Vorschlägen zu beurteilen haben. Je nach Projekt seien auch höhere Kosten möglich. Bisher rechnete die Gemeinde gemäss einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2011 mit Investitionen von rund 20 bis 25 Millionen Franken für eine Sanierung des Grossfelds.

«Dass ein Erhalt nur als Option im Rahmen eines Architekturwettbewerbes geprüft werden soll, ist ausgesprochen fragwürdig.»

Patrik Bisang,



Präsident SIA Zentralschweiz

Die IG Baukultur begrüsst die Pläne des Gemeinderats «grundsätzlich», wie Patrik Bisang, Präsident der Zentralschweizer Sektion des Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Vereins (SIA), sagt. «Dass ein Erhalt aber nur als Option im Rahmen eines Architekturwettbewerbes geprüft werden soll, ist ausgesprochen fragwürdig.» Die Zukunft des Gebäudes sollte im Vorfeld mit einer Machbarkeitsstudie untersucht werden, entsprechende Erkenntnisse sollten dann in das Wettbewerbsprogramm einfliessen. «Von dem her kann das Vorgehen der Gemeinde nicht abschliessend unterstützt werden», so Bisang. Die IG werde sich «sicher weiterhin für den Erhalt des Grossfelds engagieren und ist für Gespräche mit der Gemeinde offen». Begrüssen würde man etwa «einen fachlichen Austausch mit der Gemeinde über die geplante Wettbewerbsausschreibung».

Wie geht es jetzt weiter? Eine vom Gemeinderat beauftragte Arbeitsgruppe soll zuerst das Wettbewerbsprogramm erarbeiten. Danach befindet die Exekutive darüber, deren Vorschlag und der Kredit müssen vom Einwohnerrat genehmigt werden. Gemäss Aufgaben- und Finanzplan sind für den Wettbewerb 500'000 Franken vorgesehen. Dieser wird von der Gemeinde finanziert, für den Bau muss dann die Heime Kriens AG aufkommen, welche die kommunalen Pflegeheime seit diesem Jahr betreibt.

Heim-AG will Einsitz in Jury nehmen

Ebendiese Heime Kriens AG beurteilt einen allfälligen Erhalt der bestehenden Grossfeld-Anlage kritisch. «Die aktuelle Gebäudestruktur ist für den Betrieb eines Pflegeheims ungeeignet», sagt Marco Borsotti, Verwaltungsratspräsident der Heime Kriens AG. «Die Räume sind zu klein und zu eng, der Bau ist seiner Aufgabe nicht würdig.» Bei einem Erhalt und einer weiteren Nutzung als Heim müsse die Raumaufteilung daher abgeändert werden.

Damit die Bedürfnisse der Heime Kriens AG beim Wettbewerb genügend Gewicht erhalten, fordert Borsotti, «dass wir bei der Ausgestaltung des Verfahrens mitreden und in der Jury Einsitz nehmen können». Diese Anliegen habe man beim Gemeinderat bereits deponiert, sie befänden sich gemäss Borsotti «auf gutem Weg».

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