Krienser Quartierverein bangt um Buslinie in Richtung Sidhalde

Der Verkehrsverbund Luzern spielt mit dem Gedanken, den Linienast 15 zwischen der Busschleife und Sidhalde in Kriens aufzulösen. Gegen diesen Plan wehrt sich nun das Quartier.

Simon Mathis
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Die Kantonsstrasse in Kriens auf Höhe des Schappencenters mit Bussen der VBL. (Bild: Pius Amrein, Kriens, 26. Juli 2017.)

Die Kantonsstrasse in Kriens auf Höhe des Schappencenters mit Bussen der VBL. (Bild: Pius Amrein, Kriens, 26. Juli 2017.)

Im Rahmen des Programms «Agglo Mobil 4» will der Verkehrsverbund Luzern (VVL) bis 2027 diverse neue Buslinien in Betrieb nehmen. Er plant allerdings auch, den Bus in die Krienser Quartiere Guetrüti und Sidhalde zu streichen. Bedient wird dieses Gebiet vom Linienast der Linie 15, der zwischen den Stationen Busschleife und Sidhalde verkehrt. Die Nachfrage für diese Linie sei sehr gering, schreibt der VVL.

Das Vorhaben des VVL bringt den Quartierverein Schattenberg-Himmelrich auf den Plan. Mit einer Petition will er den VVL sowie den Krienser Stadt- und Einwohnerrat dazu bewegen, den Linienast Sidhalde zu erhalten. «Ohne die Buslinie wird ein grosser Teil des Quartiers vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten», heisst es im Petitionstext. Die Unterschriftsammlung dauert noch bis 8. September. «Wir haben die Pläne des VVL mit Besorgnis und Befremden zur Kenntnis genommen», sagt Leo Sigg, Präsident des Quartiervereins Schattenberg-Himmelrich.

Besonders die Aussage des VVL, die Erschliessung sei auch ohne den Linienast weiterhin gewährleistet, habe für Unverständnis gesorgt. «Wenn man sich nur die Luftlinie anschaut, kann man allenfalls argumentieren, dass der Weg zur nächsten Bushaltestelle im Zentrum vertretbar ist», sagt Sigg. «Der VVL beachtet aber zu wenig, wie steil der Weg zur Sidhalde ist.»

30 Minuten Fussweg ins Zentrum

Der stotzige Weg sei vor allem für jene Personen ein Problem, die in der Mobilität eingeschränkt seien. «Ältere Personen benötigen zu Fuss mindestens eine halbe Stunde, um ins Stadtzentrum zu gelangen», erläutert Sigg. Den Einkauf danach den Berg hinauftragen zu müssen, sei schlicht nicht zumutbar. Sigg:

«Mobil eingeschränkte Leute werden praktisch dazu gezwungen, zu Hause zu bleiben oder in ein besser erschlossenes Quartier zu ziehen.»

Erschwerend komme hinzu, dass im Winter die Trottoirs nur spät geräumt werden und teilweise über Tage nicht vollständig.

Die Petitionäre plädieren dafür, dass der VVL nicht nur dem finanziellen Aspekt der Hauptlinien Rechnung tragen solle, sondern auch der Erschliessung der Quartiere mit älteren Personen und jüngeren Familien. Dass der Linienast schlecht frequentiert sei, lässt der Quartierverein als Argument nicht gelten. Laut dem Verein habe die Nutzung in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

In einer Stellungnahme von Ende Juli betont der VVL, dass die Aufhebung des Linienastes Sidhalde nicht in Stein gemeisselt sei. Eine Entscheidung stehe noch aus. Der VVL sei sich bewusst, dass eine vollständige Einstellung für die Quartierbevölkerung eine einschneidende Massnahme wäre. Bereits heute sei die Linie 15 in Sachen Betriebsmitteleinsatz stark optimiert. Ob es bei einer allfälligen Einstellung in Zukunft eine alternative ÖV-Erschliessung für die Quartiere Sidhalde und Guetrüti gebe, sei noch offen.

Die Mitwirkung zum Planungsbericht Agglo Mobil 4 läuft noch bis Ende September. Der VVL hat den Quartierverein Schattenberg-Himmelrich zur Mitwirkung eingeladen. Der Verein wird innerhalb der Vernehmlassungsfrist offiziell Stellung nehmen.

Definitiver Entscheid fällt wohl Anfang 2020

Der Krienser Stadtrat hat hingegen noch keine Haltung zu den VVL-Plänen. «Wir werden die Stellungnahme von Kriens nach den Sommerferien beraten und diese dann dem VVL zustellen», schreibt Bauvorsteher Matthias Senn auf Anfrage.

Voraussichtlich Anfang 2020 soll die Entscheidung darüber fallen, welche Massnahmen umgesetzt werden sollen.