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Krienser Stadion-Eröffnung verzögert sich wegen überraschendem Fund

Auf der Baustelle des Krienser Kleinfeld-Stadions ist eine Abfall-Deponie zum Vorschein gekommen - trotz Sondierbohrungen vor Baubeginn. Das hat Folgen für den SCK und die Gemeinde.
Roman Hodel
SCK-Präsident Werner Baumgartner auf der Kleinfeld-Baustelle (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 19. April 2018))

SCK-Präsident Werner Baumgartner auf der Kleinfeld-Baustelle (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 19. April 2018))

Auf sein erstes Heimspiel im neuen Kleinfeld-Stadion hätte sich der SC Kriens zwar sowieso gedulden müssen - zum Saisonstart der Challenge League am 20. Juli wäre es noch nicht bereit gewesen. Man hatte aber wenigstens den siebten Spieltag im Visier - also das Heimspiel gegen Chiasso am 22. September. Und die Eröffnungsfeier war auf den 8. September terminiert - voraussichtlich.

Doch daraus wird nun nichts. Die Eröffnungsfeier findet - so der neue Plan - am 13./14. Oktober statt und das erste Heimspiel entweder am 28. September oder 7. Oktober. Grund dafür ist eine Schadstoff-Deponie, die erst vor gut einem Monat beim Aushub auf einem Teil des Spielfelds zum Vorschein kam. «Zwar wurden vor dem Baubeginn im vergangenen Herbst Sondierbohrungen durchgeführt - aber natürlich nicht auf jedem der rund 8000 Quadratmeter, die das Grundstück misst», sagt SCK-Präsident und Gesamtprojektleiter Werner Baumgartner. Entdeckt habe man damals im Bereich des Hauptgebäudes bloss vergrabenen Bauschutt.

Gemeinde trägt Kosten von «mehreren 100'000 Franken»

Der Krienser Gemeinderat hat nach einer vertieften Analyse an seiner Sitzung vom Mittwoch entschieden, dass die Deponie noch diesen Monat ausgehoben und das Material - hauptsächlich Schwermetall –fachgerecht in einer dafür vorgesehenen Deponie entsorgt wird. Die Kosten dafür muss die Gemeinde als Grundeigentümerin übernehmen, wie sie am Donnerstagnachmittag mitteilte. Die nötigen finanziellen Mittel hat der Gemeinderat im Rahmen des neuen Finanzhaushaltsgesetzes als dringliche, gebundene Ausgabe gesprochen.

Man habe diesen Entscheid nach umfassender Abklärung und der Prüfung verschiedener Varianten für das weitere Vorgehen bewusst gefällt, schreibt der Gemeinderat weiter. Zum einen wolle er seine Verantwortung wahrnehmen und die Hinterlassenschaft früherer Generationen beseitigen. Zum anderen soll dadurch die Qualität des neuen Spielfeldes und der gesamten Sport- und Freizeitanlage langfristig gesichert werden. Und: Insbesondere wolle der Gemeinderat damit auch die anstehenden weiteren Bauarbeiten nicht verzögern.

Der Gemeinderat wird den Einwohnerrat an der September-Sitzung informieren und Optionen sowie Argumente aufzeigen, die zur jetzt umgesetzten Lösung führten. «Bis dann lässt sich auch der für die Entsorgung nötige finanzielle Aufwand genau beziffern», heisst es in der Mitteilung. Wie Bruno Weishaupt, Abteilungsleiter Immobilien bei der Gemeinde Kriens, auf Anfrage sagt, dürfte das Ganze «mehrere 100'000 Franken» kosten.

Laut Berechnungen misst die Deponie ungefähr 3000 Kubikmeter – dies in einer Tiefe von 1 bis 4 Meter unter dem Spielfeld. «Das Erdreich enthält in diesem Teil Schwermetallpartikel – das kann von Blei bis Zink alles Mögliche sein», sagt Weishaupt. Zum Vorschein gekommen sei die Deponie während des Aushubs für das Spielfeld. «Plötzlich war die Farbe des Erdreichs viel dunkler und es roch auch seltsam.» Man habe sofort reagiert und auch den Kanton eingeschaltet.

Wer hat's deponiert?

Wer die Schadstoffe deponiert hat und wann, liesse sich nicht mehr eruieren. Die Deponie war nicht in den Planunterlagen der Gemeinde eingetragen. «Zudem erschien sie auch nicht auf den früheren Katasterplänen des Kantons zu belasteten Gebieten», sagt Weishaupt. Die Deponie stamme vermutlich aus den 1940er Jahren. Seit den 1950er Jahren wird hier Fussball gespielt, seit 1968 im Kleinfeld-Stadion. Zumindest gesundheitsschädigend soll die Deponie für die Fussballer nicht gewesen sein: «Theoretisch hätte man laut Kanton auch nur die oberste Schicht abtragen können und den Rest belassen, doch dem Gemeinderat war eine nachhaltige Lösung wichtig.»

Die Verzögerung - das Wort mag der SCK-Präsident Werner Baumgartner selber nicht - nimmt er entspannt: «Es geht nur um wenige Wochen und wir haben immer betont, dass der Zeitplan sportlich ist». Darum sei stets auch von «voraussichtlich» die Rede gewesen.

Sofern es keine weiteren Überraschungen mehr gibt und das Wetter trocken bleibt, sollte der Kunstrasen Anfang September verlegt werden können. Klar ist: Der SCK wird seine ersten Heimspiele gegen Rapperswil-Jona (28. Juli, 2. Spieltag) und gegen Wil (26. August, 5. Spieltag) in der Swissporarena austragen. Falls wegen des überraschenden Funds noch ein weiteres Heimspiel auswärts ausgetragen werden müsste, so könnte der SCK ebenfalls im FCL-Stadion spielen. Baumgartner sagt: «Wir stehen betreffend Spielplan mit der Swiss Football League in Kontakt.» Er sei froh, dass der Gemeinderat bezüglich Deponie-Beseitigung zügig handle: «Es gab Befürchtungen, dass sich das Ganze bis Weihnachten hinziehen könnte - und das wäre fatal gewesen.»

Ein neues Stadion für 20 Millionen Franken

Der Zeitplan für den Neubau des Krienser Kleinfeld-Stadions war von Anfang an sportlich: Es ist noch nicht einmal zwei Jahre her, als das Baugesuch eingereicht wurde: Anfang September 2016. Wobei der Einwohnerrat den Weg dazu mit der Genehmigung des Bebauungsplans im Sommer des gleichen Jahres geebnet hatte. Die Baubewilligung lag im Dezember 2016 vor - die Bauarbeiten starteten im Februar 2017. Die Luzerner Pensionskasse erstellt als Investorin das neue Stadiongebäude für rund 15 Millionen Franken, das schon im kommende August bereit ist. Es beherbergt die Sportschule des Kantons Luzern (Betriebsaufnahme am 20. August), ein Fitnesscenter (Eröffnung 7. September), die Haupttribüne, Restaurant (ab 20. August), SCK-Büroräume und -Shop sowie Infrastrukturanlagen für über 700 SCK-Aktive. Der Club hatte für den Innenausbau 282'000 Franken per Crowdfunding gesammelt. Die Gemeinde Kriens investiert 5,2 Millionen Franken - primär in die Aussensportanlagen. Das Fassungsvermögen des neuen Stadions beträgt 3200 Zuschauer, 900 davon können auf der Haupttribüne sitzen. (red)

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