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Krienser Stadtrat stellt Arbeiten am Stadthaus und Kleinfeld vorerst ein

Nach dem Nein des Einwohnerrats zu den Zusatzkrediten sollen die ausstehenden Arbeiten erst ab 2020 vollendet werden. Grössere Einschränkungen habe das gemäss Stadtrat nicht zur Folge – doch etwas wird man im Stadthaus bemerken.
Stefan Dähler
Der Handyempfang im Krienser Stadthaus ist schlecht. Das bleibt vorerst auch so. (Bild: Boris Bürgisser, 21. März 2019)

Der Handyempfang im Krienser Stadthaus ist schlecht. Das bleibt vorerst auch so. (Bild: Boris Bürgisser, 21. März 2019)

Kriens führt im Stadthaus sowie im Stadion Kleinfeld vorerst keine Arbeiten mehr aus – ausser die Kosten können andernorts kompensiert werden. Der Stadtrat hat beschlossen, einzelne Ausgaben für 2020 oder später ordentlich zu budgetieren, sagt Finanzvorsteher Franco Faé (CVP) auf Anfrage. Dies, weil der Einwohnerrat die Zusatzkredite für die beiden Bauten, die aufgrund von Mehrkosten beantragt worden waren, abgelehnt hatte. Für das Stadthaus waren es 1,4 Millionen, für das Kleinfeld 0,56 Millionen Franken (wir berichteten).

Ausnahme sei die Kühlung des IT-Raumes im Stadthaus. «Diese ist wichtig, weil sonst die Geräte beschädigt würden», sagt Faé. Ursprünglich sei man davon ausgegangen, dass der Kellerraum kühl genug sei, doch inzwischen habe sich gezeigt, dass dort die Temperatur auf über 30 Grad steigen könne.

Kosten etwas tiefer als angenommen

Immerhin kostet die Kühlung nun weniger als die budgetierten 40'000 Franken. «Das Stadthaus ist ein Minergie-P-Bau, die Zertifizierungsinstanz hat nun eine einfachere Ausführung der Kühlung genehmigt als die ursprünglich geplante Variante», erklärt Faé. Diese werde etwa halb so viel kosten, der Betrag werde zu Lasten des Unterhaltskontos verbucht.

Der Baustopp werde keine grösseren negativen Auswirkungen haben. Faé:

«Was man am ehesten merkt, ist der schlechte Handyempfang im Stadthaus.»

Die Aufrüstung, die 120'000 Franken kostet, ist für 2020 geplant. Weiter wird vorerst auf künstlerischen Schmuck oder Anpassungen der Inneneinrichtung verzichtet. Ebenfalls noch ausstehend war die hindernisfreie Gestaltung eines Parkplatzes. Hier arbeite man an einer Lösung, indem die Stadt und die Alfred Müller AG einen bestehenden Abstellplatz als Behindertenparkplatz nutzen können.

Auch beim Stadion Kleinfeld seien die Auswirkungen gering. Verzichtet wird vorerst auf ein Materialgebäude. Nun würden Lösungen gesucht, um das Material vorübergehend an einem anderen Ort zu lagern. Weiter werden vorerst für Anpassungen bei den Zäunen keine grossen Arbeiten ausgeführt und die Verkleidung des Kassenhäuschen nicht realisiert. Erfreulicherweise zeichne sich zudem ab, dass die Zusatzkosten für das Kleinfeld tiefer sein werden als die beantragten 0,56 Millionen Franken. Grund ist, dass sich ein Bauunternehmer und die CKW sowie die EWL stärker an Baukosten beteiligen, so Faé.

Wird altes Gemeindehaus zwischengenutzt?

Ebenfalls betroffen ist das alte Gemeindehaus. Das Zentrumsprojekt sah vor, das Haus für 0,75 Millionen Franken zu sanieren, damit es vermietet werden kann. Das Projekt wurde jedoch nach Bekanntwerden der Kostenüberschreitungen vorerst sistiert. «Wir klären ab, ob eine Zwischennutzung möglich ist und welche Arbeiten dazu notwendig sind. Denn wenn das Haus leer steht, entgehen uns Mieteinnahmen», sagt Faé. Der Stadtrat wird voraussichtlich nach dem Sommer über die weiteren Schritte befinden.

Externe Untersuchung läuft

Die vom Krienser Stadtrat angekündigte unabhängige externe Untersuchung der Kostenüberschreitungen beim Zentrumsprojekt und dem Stadion Kleinfeld hat bereits begonnen. Damit beauftragt ist der ehemalige Emmer Gemeindepräsident Dr. Thomas Willi. Das sagt der Krienser Stadtpräsident Cyrill Wiget (Grüne), der für die Untersuchung zuständig ist, auf Anfrage. «Thomas Willi ist selbstständiger Rechtsanwalt und hat seine Dissertation im Luzerner Gemeinderecht verfasst», so Wiget. Er war für die CVP im Gemeinderat, habe aber bestätigt, «dass er zurzeit keine Mandate oder sonstwelche Verpflichtungen gegenüber der CVP hat».

In einer ersten Phase soll Willi Probleme lokalisieren und Empfehlungen für das weitere Vorgehen und den Umfang der weiteren Untersuchungen abgeben. «Zuerst wird er Parlamentsgeschäfte untersuchen und mit der Bauabrechnung abgleichen, um zu sehen, ob die Bauausführung dem Auftrag des Einwohnerrats entspricht», sagt Wiget. Die Erkenntnisse sollen spätestens zur Sitzung der Kommission für Finanzen und Gemeindeentwicklung vom 18. September vorliegen. Dies als Vorbereitung für die Einwohnerratssitzung am 26. September. An dieser entscheidet das Parlament über die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK). «Wenn eine PUK eingesetzt wird, kann diese entscheiden, ob sie mit Thomas Willi weiterarbeiten will oder nicht», sagt Wiget. «Sie kann aber sicher seine ersten Untersuchungen nutzen und darauf aufbauen, insofern ergeben sich keine Doppelspurigkeiten»

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