Kommentar

Grüne Welle? Für den Wahlsieg in Kriens gibt es noch weitere Gründe 

Stefan Dähler, stv. Leiter Ressort Stadt/Region, analysiert das Wahlergebnis in Kriens.

Stefan Dähler
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Auch das Coronavirus hat die grüne Welle nicht gestoppt. In Kriens geht die Partei aus den Exekutiv- wie auch den Legislativwahlen als Siegerin hervor. Das hat nicht nur mit dem nationalen Trend zu tun.

Die Grünen politisieren in Kriens schon länger eigenständig und sind auch mit der SP nicht immer auf einer Linie. Zuletzt fuhren sie pointiert einen Stadtrats-kritischen Kurs. Damit stiessen sie bei einem erheblichen Teil der Bevölkerung auf offene Ohren.

Denn das Resultat ist nicht nur ein Sieg für die Grünen, es ist auch eine Klatsche für die Bisherigen. Von ihnen schafft es nur Judith Luthiger (SP) unter die ersten fünf Plätze. Zwar hat die Stadt Kriens in den letzten vier Jahren auch viel Positives erreicht. Doch die Streitereien um die Stadtratslöhne und -pensen oder die Kostenüberschreitungen bei Bauprojekten haben Spuren hinterlassen, das Vertrauen der Bevölkerung in den Stadtrat hat offensichtlich gelitten.

Zu spüren kriegt das vor allem die CVP. Das ist bitter, denn die Partei spielt im Einwohnerrat als Mehrheitsmacherin oft eine konstruktive Rolle. Als solche und mit zwei amtierenden Stadträten steht sie aber auch sinnbildlich für die bisherige Politik der Stadt – und wurde dafür abgestraft.

Weiter ist das Resultat ein Sieg für die Linke als Ganzes, auch die SP-Stadtratskandidierenden schnitten gut ab. Gut möglich, dass dies eine Folge der Entwicklung von Kriens in Richtung Stadt ist. Eine Rolle spielte aber auch die Wahltaktik. Während die Linken – ausser beim Präsidium – geeint auftraten, kämpfte jede bürgerliche Partei für sich – und das teils auch mit mehreren Kandidaten. Um im zweiten Wahlgang zu reüssieren, muss die CVP und allenfalls auch die FDP ihre Kräfte bündeln. Das wird nicht einfach, doch immerhin haben die Parteien und Kandidaten wegen Corona nun genug Zeit für den Entscheidungsprozess.

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