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KRIENSER ZENTRUMSPROJEKT: Faé: «Es gab keine Budget-Fehlentscheide»

Die Aufwertung des Ortszentrums wird teurer als geplant. Die Kosten seien von Anfang an unterschätzt worden, wird kritisiert. Der Finanzvorsteher weist diese Vorwürfe zurück.
Robert Knobel
Franco Faé Krienser Finanzvorsteher (CVP). (Bild: Dominik Wunderli (26.9.2015))

Franco Faé Krienser Finanzvorsteher (CVP). (Bild: Dominik Wunderli (26.9.2015))

Kriens muss für die Realisierung des Zentrumsprojekts mehr bezahlen als geplant. Der Kredit von 61,4 Millionen Franken für die Neugestaltung reicht nicht aus. Die Mehrkosten belaufen sich auf 4,7 Millionen. Die Zentrumskommission, die das Projekt begleitet, kritisiert, der ursprüngliche Kredit sei wegen des Spardrucks von Anfang an zu tief angesetzt worden (wir berichteten). Wir sprachen mit dem Krienser Finanzvorsteher Franco Faé (CVP).

Franco Faé, die Zentrumskommission spricht von «Budget-Fehlentscheiden», die bei der Planung des Zentrumsprojekts gemacht wurden. Teilt der Gemeinderat diese Meinung?

Aus Sicht des Gemeinderates gibt es keine Budget-Fehlentscheide. Aber der Kreditbetrag für die Volksabstimmung wurde 2014 in einem finanzpolitisch sehr engen Rahmen erstellt. Das kann man heute durchaus sagen. Die jetzt absehbaren Mehrkosten entstanden vor allem durch zwei Bereiche: Zum einen zeigte sich beim Umbau der Schappe-Gebäude, dass die Bausubstanz schlechter war, als dies Abklärungen vor dem Baustart erahnen liessen. Zum anderen handelt es sich um betriebsspezifische Projektanpassungen, die innerhalb der Ausführungsplanung vorgenommen wurden, um grösstmögliche Nutzungsflexibilität zu erreichen.

Wann hat der Gemeinderat gemerkt, dass das Budget nicht ausreicht?

Seit Baustart existiert ein ständiges Kosten-Reporting. Gemäss diesem war man mit dem ersten Projekt im Eichenspes sehr gut auf Kurs. Mitte 2017 wurde erkannt, dass beim Projekt Schappe Mehrkosten anfallen werden. Beim Zentrum Pilatus haben sich die Rahmenbedingungen verändert. So etwa entschied der Regierungsrat in der Zwischenzeit, den Polizeiposten nicht dort unterzubringen. Zudem zeigte sich bei der Feinplanung des Innenausbaus, dass für eine optimale betriebliche Nutzung zusätzliche Fläche nötig ist. Dafür wurden in allen Teilprojekten nachhaltige Mehrwerte geschaffen.

Welche Mehrwerte?

Im Eichenspes wurden mit einem Schülerhort und dem Standort der Wasserversorgung die zusätzlichen Raumbedürfnisse für zwei Nutzergruppen abgedeckt. Im Zentrum Pilatus konnten weiter Optimierungen vorgenommen werden, indem etwa ein Vordach bei der Anlieferung einen besseren Betrieb ermöglicht. Im Pilatus-Saal wird neu auch die Galerie mit einem eigenen Liftzugang erschlossen. Auch im Bereich Jugend- und Kulturzentrum Schappe konnte die Nutzungsvielfalt erhöht werden, indem die Schallisolation so verbessert wurde. Dadurch können parallele Veranstaltungen in allen drei Veranstaltungsräumen stattfinden.

Dass in einem Kulturzentrum mehrere Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden können müssen, sollte eigentlich von Anfang an selbst­verständlich gewesen sein.

Selbstverständlich wurde die Schallisolation nicht ausser Acht gelassen, sie wurde aber nachträglich verbessert. Der ursprünglichen Planung lag eine einfachere Nutzung zugrunde, die kostengünstig sein sollte. Man hat dann gesehen, dass eine parallele Nutzung räumlich möglich wäre und ein grosses Potenzial für die spätere Vermietung hätte. Auch wurde erst später entschieden, dass der Probesaal schwerpunktmässig durch die Blasmusik genutzt werden sollte. Die Akustik- und Schallschutzmassnahmen mussten dementsprechend angepasst werden.

Beim Zentrum Pilatus musste man feststellen, dass das ursprüngliche Projekt für die Gemeindeverwaltung zu klein war. Hat man das Personalwachstum nicht einkalkuliert?

Diese Einschätzung trifft nicht zu. Wir haben aber gesehen, dass für optimale betriebliche Abläufe mehr Fläche nötig ist. Man darf nicht vergessen, dass wir mit der Planung, die auch die Zahl der Mitarbeitenden einschliesst, vor fast 10 Jahren begannen. In der Zwischenzeit hat sich Kriens mächtig entwickelt. Und es kamen zusätzliche Aufgaben hinzu, die bewältigt werden müssen.

Mehr Platz braucht auch die Publikumszone der Gemeindeverwaltung. Was ist dort genau geplant?

Wir schaffen ein zukunftsgerichtetes Gemeindebüro: die zentrale Anlaufstelle für sämtliche Kontakte mit der Verwaltung. Damit wird eine dynamische und offene Verwaltungsstruktur geschaffen, die eine sehr kundennahe und direkte Kommunikation ermöglicht. Das Gemeindebüro soll zudem einen Grossteil der Dienstleistungen der Einwohnerinnen und Einwohner abdecken können. Den öffentlichen Bereich dieser Zone haben wir flächenmässig etwas vergrössert, weil er sich nun bis ins zweite Obergeschoss durchzieht, wo eine zweite Wartezone errichtet wird.

Bleibt es bei der Kostenüberschreitung von 4,7 Millionen, oder könnte noch mehr auf die Gemeinde zukommen?

Für die noch ausstehenden Bauarbeiten sind die Restrisiken abschätzbar. Aber es wäre nicht seriös, wenn wir Reservepositionen schon jetzt auflösen würden. Man darf aber nicht vergessen: Im Abstimmungskredit war das Budget mit einer Genauigkeit von plus/minus 10 Prozent angegeben. Mit der jetzigen Kostenüberschreitung liegen wir immer noch deutlich unter dieser Marge.

Interview: Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Das Interview wurde schriftlich geführt.

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