KRIENS/HORW: Zu wenig Schüler in Horwer Sekklassen

Gehen Krienser Sekschüler künftig in Horw zur Schule? Gespräche zwischen den Gemeinde haben schon stattgefunden. Doch noch warten beide Seiten ab.

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Raphael Gutzwiller

In Horw sind die Schülerzahlen in der Sekundarschule stark rückläufig. Waren es im Schuljahr 2012/13 noch 308 Schüler, sind es im laufenden Schuljahr nur noch 241. Das hat zur Folge, dass die Klassen oft nicht die passende Grösse haben. Zu viele Schüler für eine Klasse, aber eigentlich zu wenig für zwei Klassen. So gibt es einige Klassen mit nur 15 Schülern. Im Horwer Einwohnerrat gab das am Donnerstag zu reden. Markus Bider (CVP), Präsident der Geschäftsprüfungskommission, forderte den Gemeinderat auf, möglichst rasch zu handeln (Ausgabe vom 20. November).

Kürzerer Schulweg

Eine Möglichkeit, die der Gemeinderat bereits prüft: Die halb vollen Horwer Klassen könnten durch Krienser Schüler aus den Quartieren Kuonimatt und Mattenhof aufgefüllt werden. Für diese Schüler wäre der Schulweg nach Horw sogar kürzer als zum nächstgelegenen Krienser Schulhaus Roggern 2.

Für eine solche Zusammenarbeit zwischen den beiden Agglomerationsgemeinden haben bereits Gespräche stattgefunden, wie Gemeindepräsident Markus Hool (FDP) auf Anfrage mitteilt. «Bei unpassenden Klassengrössen würde es die Variante geben, dass wir den Klassenbestand durch Schüler von Kriens auffüllen könnten. Eine andere Möglichkeit wäre auch, dass Horwer Schüler nach Kriens in die Schule gehen würden.» Die Schulverwaltung und das Rektorat haben für eine mögliche Zusammenarbeit die Gemeinde Kriens angefragt.

«Es sind Überlegungen da, die Gemeindegrenzen zu öffnen, aber momentan sind keine Massnahmen geplant», sagt Hool. Bei den Sondierungsgesprächen, die nun bereits über ein halbes Jahr zurückliegen, seien keine Nägel mit Köpfen gemacht worden, wie Hool erklärt. «In erster Linie wollten wir abklären, ob Kriens mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat.»

Kriens hat Interesse

Kriens hat im Gegensatz zu Horw mehrere Sekundarschulhäuser und kann deshalb besser mit den Klassengrössen «jonglieren», wie die zuständige Gemeinderätin Judith Luthiger-Senn (SP) sagt. «Das Problem ist für uns weniger dringend, da es bei uns recht gut funktioniert.» Aber auch Kriens habe durchaus Interesse an einer Zusammenarbeit. «Für Kinder aus Grenzgebieten der Gemeinde würde das durchaus Sinn machen, da die Gemeindegrenzen fliessend sind. Wichtig ist dann einfach, dass das Finanzielle gut geregelt wird», stellt Luthiger-Senn klar. «Horw steht finanziell gut da. Deshalb erwarten wir, dass, wenn ein Horwer Schüler bei uns zur Schule geht, die Gemeinde Horw die Vollkosten übernimmt», so Luthiger. Momentan seien keine Gespräche im Gange. «Wir haben von der Gemeinde Horw nichts mehr gehört. Da es für Horw dringender ist, müsste der Horwer Gemeinderat auf uns zukommen», sagt die Krienser Gemeinderätin.

Horw hat die Gespräche auf Eis gelegt, da es momentan keinen Bedarf gebe, erklärt Markus Hool. Grund dafür ist das Schulhausprovisorium für die Sekundarschule. «Die Schulzimmer sind dort kleiner, deshalb müssen wir die Klassenbestände beschränken.» Ein Austausch der Schüler wäre deshalb frühestens auf das Schuljahr 2017/18 möglich. Wie Hool sagt, sei aber damit zu rechnen, dass die Schülerzahl in der Sekundarschule wieder zunimmt. «Gemäss Prognosen haben wir den Talboden nun erreicht, die Zahl der Sekundarschüler wird wieder zunehmen.»

Sekmodell wird überprüft

Vorerst nicht zur Debatte steht ein Schüleraustausch mit der Stadt Luzern. Dazu sind auch Abklärungen getroffen worden. «Da die Stadt Luzern aber neu das Integrativmodell hat und wir das Niveaumodell, macht eine solche Zusammenarbeit momentan wenig Sinn.» Das Niveaumodell bedeutet, dass alle Schüler in ihren Klassen in den Niveaus A, B und C unterrichtet werden, beim Integrativmodell können die Schüler Fächer in verschiedenen Niveaus haben.

In den Gemeinden Kriens und Horw werden alternative Modelle geprüft. «Aus Sicht der Optimierung der Klassengrössen muss das heutige Modell bestimmt hinterfragt werden», so Hool. Ein anderes Modell könnte gemäss Hool aber erst mittelfristig umgesetzt werden.

Auch Luthiger-Senn hat für das Modell, das in der Stadt Luzern geprüft wird, lobende Worte übrig. «Der Vorteil ist sicher, dass die Stärken der Schüler besser gefördert werden, da nicht alle Schüler in allen Fächern gleich gut sind. Natürlich schauen wir jetzt, ob sich das Modell in Luzern bewährt, und werden gleichzeitig unser Modell einer Überprüfung unterziehen.»